Gnadenersuch für Großbardauer Kalb in Brüssel

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Foto: Sören Müller

Grimma/Großbardau. Mittlerweile wird die amtliche Maßnahme des Landkreis Leipzig auf dem Hof von Arnd Viehweg bundesweit und darüber hinaus im Netz diskutiert. Am Sonntag wurde auf den geräumten Weiden dann ein lebendes Jungtier gefunden, welches sich der Maßnahme nach Einschätzung von Viehweg entzog. Für das letzte ihm verbliebene Tier will Viehweg kämpfen und wendet sich jetzt nach Brüssel.

Im Gnadenersuch, welches an die Europäische Kommission-Generaldirektion Landwirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums gerichtet ist, bittet Viehweg um eine Ohrmarke und einen Rinderpass – Begründung: „Die Daten der Mutterkuh sind nicht mehr feststellbar“. Laut Viehweg wurde sie wahrscheinlich Opfer der behördlichen Maßnahme.

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Das heißt, die Herkunft des Tieres kann nicht mehr nachvollzogen werden und somit dürfte das Tier nicht existieren. Im Schreiben selbst heißt es weiter:  „Sollte das nicht möglich sein, bitte ich um Bereitstellung ausreichender Fördermittel, dass das Kalb in Großbritannien weiter leben kann. Neidvoll blicken wir auf dieses Land, die nächstes Jahr diese Schikane des Ohrmarkeneinziehens abschaffen kann.“  Eine Stellungnahme vom Landkreis über die mögliche Umgangsart bei diesem Tier steht noch aus – knappe Begründung: „das Gericht will morgen entscheiden, vorher passiert nichts.“

Der Jungbulle wurde am Sonntag von Spaziergängern gefunden, außerdem ein Tierkadaver. Letzteres wurde noch laut Viehweg um 1 Uhr nachts vom Landkreis abgeholt.  Das lebende Kalb wird seit dem von Viehweg per Hand aufgezogen. Der Landkreis kann kein eigenes Verschulden feststellen: „Es wurde auf der Weide in Großbardau keine hochträchtige Kuh eingefangen. Da alle Rinder in Narkose lagen und untersucht wurden (dazu gehören auch die Euter, die sich verändern) sind wir uns dessen sicher.“ Beide Weiden wären der Schilderung nach, gründlich durchsucht worden, mit einer Menschenkette im Abstand von 3 m. „Die Weide in Großbardau wurde zweimal durchsucht, da Unbekannte die Tiere aus dem Gatter heraus gelassen hatten. Nicht durchsucht werden durfte Haus und Hof in Großbardau.“

Weitere Links zum Thema: 

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27.07.2016 – Hintergründe zu den Tiertötungen in Großbardau (PM Landkreis Leipzig)

27.07.2016 – Gericht stoppte Tötung – 33 Rinder bangen um Schicksal

27.07.2016 – Unterversorgtes Jungtier auf geräumter Weide in Großbardau entdeckt

24.06.2016 – Behördenwillkür? Mussten die Tiere aus Profitgier sterben?

23.06.2016 – 40 Tiere bereits getötet – Das Drama von Großbardau geht weiter

22.06.2016 – Landkreis wehrt sich gegen Vorwürfe

22.06.2016 – Tierschutzverstöße bei Großbardauer Herde vermutet

22.06.2016 – Arndt Viehweg wehrt sich – das Töten unregistrierter Tiere geht weiter

21.06.2016 – Mindestens 11 nicht identifizierbare Rinder bereits getötet

20.06.2016 – Rinderrazzia in Großbardau

 

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Ein Kommentar

  1. ich würde die Patenschaft für das Tier übernehmen !
    Es ist ein Lebewesen und keine beschissene Halskette . Wenn das Amt die Mutter getötet hat, kann man doch nicht das Kalb jetzt töten . Sind die noch ganz dicht im Kopf ?! …. Wenn ihr dieses Leben zerstört …. u.s.w. !!!

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