40 Tiere bereits getötet – Das Drama von Großbardau geht weiter

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Fotos: Sören Müller

Grimma/Großbardau. Es ist eine Tragödie die sich derzeit in Großbardau abspielt. Notfallseelsorger und auch der Landrat waren mittlerweile vor Ort. 

Auf Anfrage beantwortet uns der Landkreis den aktuellen Sachstand: „Von insgesamt 149 Rindern sind 73 Tiere handelbar, sprich in Ordnung, 36 Tiere müssen noch geklärt werden und 40 wurden bereits getötet.“ Darunter tragende Kühe und auch Kälber. Wie die Tiere getötet werden ist derzeit nicht ganz klar, so berichten uns Insider von Stromstößen welche die Tiere auf der Stelle umfallen lässt. Die lapidare Antwort des Landkreises: „Die Rinder wurden zum großen Teil eingeschläfert.“

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Derzeit sind die Behörden in einem Waldstück am Rande Grimmas im Einsatz, die einzige Zufahrt wird durch Polizeikräfte bewacht, wer rein will, muss sich vorher ausweisen. Von Außen ist keine Sicht auf die Vorgänge im Inneren möglich. Für Presseteams gibt es keinen Zugang. Seit gestern Abend sind auch Notfallseelsorger im Einsatz die die Mitarbeiter betreuen. Landrat Henry Graichen machte sich heute ein Bild von der Lage vor Ort und wollte sich über den seelischen Zustand seiner Mitarbeiter informieren.  Für die eigenen Mitarbeiter wurde zur Betreuung das Kriseninterventionsteam angefordert. „Die Situation ist hier doch emotional und psyschich sehr belastend für die Mitarbeiter“. Schwierige Entscheidungen müssen hier getroffen werden, sagt der Landrat. Zu den Vorwürfen von Viehwegs, „Vorteilnahme im Amt“ glaubt Graichen die Unterlagen bei den Gerichten in richtiger Hand. Er hoffe dass die Eingriffe in den Tierschutz nicht zu groß sind und die Familie Viehweg aus der jetztigen Situation die richtigen Schlüsse zieht und vielleicht wirtschaftlich auf einen richtigen Weg kommt. Für die vielen Vorwürfen der Bürger in den sozialen Netzwerken, warum gesunde Tiere getötet werden, nur weil sie keine Ohrmarken haben, hat er Verständnis: „Ich kann das durchaus ein Stück weit nach vollziehen, weil die Materie hoch komplex ist. Wenn die Tiere eine Ohrmarke tragen, von Tieren die schon längst geschlachtet wurden, dann verbietet es der Verbraucherschutz dass Diese nicht mehr in die Nahrungsmittelkette kommen. „Eine andere Option sieht er nicht, denn selbst Gnadenhöfe dürfen solche Tiere nicht halten, das sei das Traurige daran, meint Graichen. Das Schlimmste in der Geschichte sieht er darin, dass laut seinem Wissen nach, an lebenden Tieren der Tierschutz offensichtlich nicht eingehalten wurde und Kadaver aufgefunden worden wären die zum Teil skeletiert gewesen sein sollen. Zum Vorwurf, dass der Landkreis Viehweg ein Verbot für das Betäubungsgewehr erteilt hat , konnte er sich nicht äußern und verwies an das Veterinäramt, welches diesen Vorwurf bisher nicht ausgeräumt hat.

Zur Frage, wie lange die Maßnahmen noch fortgeführt werden, wurden trotz Anfrage keine Angaben gemacht.

Indes informierte auch Oberbürgermeister Matthias Berger über den aktuellen Stand in der heutigen Stadtratsitzung. Die Stadt machte sich vor Ort seinen Schilderungen nach täglich ein Bild, kann hier aber auch nicht eingreifen und versuchte zu vermitteln. Berger: „Ich kann überhaupt nicht beurteilen ob das verhältnissmäßig und gerechtfertigt ist, es ist wie es ist. Das man die Tiere gleich töten muss verstehe ich nicht. Der Landkreis hat mir gegenüber erklärt, es ist eine EU-Vorschrift und da haben wir ja schon lange aufgehört nach der Sinnhaftigkeit zu fragen“ Für das Stadtoberhaupt hat sich das Ganze über einen sehr langen Zeitraum hochgeschaukelt. Christian Donner (Bürger für Grimma) appellierte, man hätte vorab mehr miteinander reden müssen.

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