174 Einsätze: Brandiser blicken auf ereignisreiches Jahr zurück

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Foto: FW Brandis

Brandis. Am Samstag blickten die Kameraden der Brandiser Feuerwehr auf ein bewegtes Jahr zurück.

Mit den Worten: „Familie, Beruf, Freizeit und Feuerwehr…. Jeder von uns setzt seine Prioritäten anders. Doch wenn der Alarmempfänger geht werden wir aus dem Alltag gerissen und wir übernehmen die Pflichtaufgabe bezüglich Brandbekämpfung und technischer Hilfeleistung unserer Stadt.„, eröffnete der stellvertretende Ortswehrleiter der Brandiser Feuerwehr André Koch die jährlich stattfindende Ortsfeuerwehrversammlung in Brandis.

Statistisch gesehen wurden die Brandiser 2018 jeden zweiten Tag aus dem Alltag gerissen.  „Schaut man sich den Verlauf der Einsatzzahlen in den letzten Jahren genau an, wird deutlich, dass wir bei gleichbleibender Mitgliederzahl deutlich über fünfzig Prozent mehr Einsätze absolviert haben.

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Im Albrechtshainer See musste eine Person geborgen werden. Foto: Sören Müller

Insgesamt mussten 174 Einsätze abgearbeitet werden, bei denen 1391 Einsatzstunden geleistet wurden. Mit 88 Einsätzen hatte die Technische Hilfeleistung den Hauptanteil, gefolgt von 49 Brandeinsätzen. „Eine beträchtliche Anzahl von Einsatzstellen hatten wir im Januar durch den Sturm Fredericke und aufgrund des heißen Sommers mehrere Flächenbrände. Auch waren vier Wasserrettungen, eine erfolgreiche Menschenrettung und drei Bergungen, zu verzeichnen.“ Einsatzschwerpunkt waren auch wieder Unfälle auf den Autobahnen A14/A38, sowie einige große Ölspuren.

Foto: Sören Müller

Nicht nur zahlreiche Einsätze wurden gemeistert, sondern auch 2500 Ausbildungsstunden zusätzlich absolviert. „Dafür unser Dank an die Diensthabenden und Helfer.“ Drei größere Ausbildungen gab es im Stadtgebiet. Eine im April bei der Firma „PolenzerTransporte“ und zwei größere im Oktober 2018. In den letzten beiden wurde das erste Mal mit allen Ortsfeuerwehren von Naunhof zusammen geübt. Mit Naunhof habe sich dabei eine enge Verbindung entwickelt.

Übungsszenario Brand im Mehrfamillienhaus mit der Naunhofer Feuerwehr

Ortswehrleiter, Martin Stephan ergänzte: „Neben unseren Pflichtaufgaben leisteten wir mit Unterstützung unseres Feuerwehrvereines auch etwas für das gesellschaftliche Leben in Brandis. „Feurig“ begannen wir mit dem Weihnachtsbaumverbrennen in der Bergstraße bei Roster und Glühwein. Traditionell trafen wir uns am 1. Mai, um zusammen mit unserem Bürgermeister der verstorbenen Mitglieder zu gedenken und Auszeichnungen, sowie Beförderungen durchzuführen. Der außerdienstliche Höhenpunkt war am 26. Mai unser Tag der offenen Tür. Dank vieler Attraktionen und Vorführungen, guter Werbung, sowie besten Wetters hatten wir eine sehr große Besucherzahl, die sich für unsere Arbeit interessierte und sich lange bei uns am und im  Feuerwehrgerätehaus aufhielt.

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Am 15. September ging es beim Sachsenpokal sportlich zu. Selbst der kurzfristige Ausfall des Wettkampfleiters hatte, weil viele Kameradinnen und Kameraden mit angepackt haben, auf die gute Durchführung des Wettkampfes keinen negativen Einfluss. „Längerfristig müssen wir jedoch die Entwicklung dieses Wettkampfes im Auge behalten.„, so Stephan.

„Vor Anmeldungen zu unserem Volleyballturnier am Buß- und Bettag könnten wir uns kaum retten. So konnten nicht alle, die sich gemeldet hatten teilnehmen. Für unsere Kameradschaftspflege ist unser Garagenfest die ungezwungenste und wichtigste Veranstaltung. Dieses wurde im letzten Jahr zu einem besonderen kulturellen Höhepunkt. Unsere Jugendfeuerwehr überraschte uns mit einer Aufführung, wo sie ihr erlerntes „Können“ unter Beweis stellten und  ihre Jugendfeuerwehrwartin kräftig forderten. Mit einer historischen Modeschau überraschten uns einige Mitglieder und bei vielen der Modells kamen ungeahnte schauspielerische Talente zur Freude ans Licht.

Aber das war längst nicht alles und so gab es weitere Veranstaltungen, die die Kameraden in der Durchführung unterstützten. Absicherung des Neujahrsfeuerwerkes,  Maibaumsetzen Feriengestaltung im Brandiser Hort oder der Martinsumzug. „Neben solchen Veranstaltungen gibt es in diesem Jahr noch wichtige Dinge, die wir kurzfristig in Angriff nehmen müssen. Wir suchen immer noch einen Ortswehrleiter und müssen uns dafür Gedanken machen, ob dieses Amt zum Beispiel nicht durch Organisationsänderungen und andere Maßnahmen entlastet werden kann. In der Ausbildung müssen wir uns mehr auf Grundlagen und Führungskräfteschulungen konzentrieren. Die wichtigste Sache ist für unseren Fortbestand zu sorgen und aktive Mitgliederwerbung vor allem in Hinblick auf unseren diesjährigen Tag der offenen Tür zu betreiben. Mittel bis Langfristig gibt es noch ein anspruchsvolles Aufgabenfeld. Wir müssen ehrenamtliche Mitglieder entlasten in dem wir uns unter anderem mehr auf die Pflichtaufgaben konzentrieren. Auch die gesellschaftliche Akzeptanz für unsere Tätigkeiten gilt es zu stärken. Die Erstellung eines überörtliches Ausbildungskonzeptes für z.B. Truppmann, Truppführer, Funk, Atemschutz und Maschinisten ist erforderlich um schnell und effektiv neue Feuerwehrmitglieder ausbilden zu können.“ blickt Stephan abschließend in die Zukunft.

Die Jugendfeuerwehr und das Betreuerteam um Jugendwartin Mercedes Woellner lag natürlich auch nicht auf der faulen Haut. 19 Mitglieder im Alter von 7- 16 Jahren, waren das ganze Jahr über zu begeistern und zu fordern. „Die erste Jahreshälfte verbrachten wir abwechselnd auf dem Sportplatz bzw. im Gerätehaus. Auf der Jahnhöhe erweiterten wir unsere Sportlichen Fähigkeiten um diese beim Kreisausscheid im Juni abrufen zu können. Dies gelang uns mit einem guten Platz im Mittelfeld.

Beim Tag der offenen Tür unterstützte die Jugendfeuerwehr die aktiven Kameraden mit einem Verkehrserziehung Parcours. Dabei konnten die Besucher ihren Feuerwehrführerschein erwerben. „Nach den Sommerferien erwartete uns das erste Highlight des Jahres 2018. Das Zeltlager auf dem Campingplatz an der Eilenburger Kiesgrube war bereits das Zweite. Los ging es für die Kinder am Freitagnachmittag mit dem Aufbau der großen Mannschaftszelte. Am Samstag lag der Schwerpunkt auf dem Erwerb der Jugendflamme, Stufe I und II. Dafür muss man z.B. mit Schläuchen umgehen können, sich bei Knoten auskennen und Erste Hilfe leisten. Insgesamt waren 7 Stationen zu durchlaufen. Alle Kinder unserer Jugendfeuerwehr haben die Prüfung erfolgreich bestanden.“ Beim Gruppenstafetten Wettkampf am Sonntag hatten die Brandiser die Nase vorn. „Wir Betreuer haben uns einen Spaß gemacht und eine eigene Mannschaft aufgestellt. Die Kinder haben natürlich gestaunt, mit welcher Bombenzeit man die Strecke schaffen kann.“ witzelte Woellner.

Spiel und Spaß kam natürlich auch nicht zu kurz. Die Kiesgrube bot sich zum Schlauchbootfahren und baden an. Auch beim Fußball, Volleyball sowie Tischtennis fanden sich reichlich Mitspieler.

Ende Oktober führten die Brandiser einen 24h Dienst durch, welcher eigentlich ein 25 h Dienst war. (siehe Link) Unterstützt durch aktive Kameraden wurden über den Tag verteilt mehrere Einsatzszenarien durchgespielt. So musste beispielsweise ein Baum von einer Straße beseitigt werden, ein Brandmeldealarm im Brandiser Schulhort abgearbeitet werden, ein Garagenbrand gelöschtein Gefahrguteinsatz gelöst werden. Löschangriff, Retten von vermissten Personen oder auch eine Laufkarte richtig deuten, rundeten die Szenarien ab. Natürlich hat das Ganze nicht nur spielerischen Charakter, sondern auch einen ernsten Hintergrund. Woellner abschließend: „Wir fördern damit auch die Teamfähigkeit und unsere Kinder sollen dabei natürlich etwas lernen auch wenn der Spaß natürlich im Vordergrund steht. Nach jedem Einsatz wurde dessen Aufgabenvielfalt miteinander besprochen, was lief gut, was lief falsch und der ein oder andere Scherz durfte ebenfalls nicht fehlen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Eltern für die tolle Unterstützung bei der Essenversorgung bedanken. Die Jugendfeuerwehrleitung bedankt auch bei allen Helfern und der Stadtverwaltung für die Unterstützung, das entgegengebrachte Vertrauen und die gute Zusammenarbeit.

Schirmmeister, Heiko Bernert informierte unter Anderem über eine anstehende Neuanschaffung im Fahrzeugpark: „Wie die meisten von Euch schon wissen steht in diesem Jahr die lang ersehnte Ersatzbeschaffung für unseren MTW an. Unser neuer MTW wird ein FORD Transit Custem. Er ist unter anderem ausgestattet mit verlängertem Radstand, Automatikgetriebe, 170 PS, 9 Sitzplätzen, Anhängerkupplung und einer kleinen Feuerwehrtechnischen Beladung.

Carsten Menzel, Leiter Feuerwehrsport gab noch einen Einblick in den Feuerwehrsport. „2018 ging auch die Wettkampfsaison am 6.1.2018 mit dem Neujahrssteigen in Cottbus los. Weiterhin hatten wir 2 Deutschland-Cups, bei dem unsere Sportler mit den anderen sächsischen Mannschaften zusammen kämpften und sich gut präsentierten. Der Höhepunkt für die gesamten Wettkämpfer war der Euregio-Cup in Zeulenroda, wo unsere Sportler auch gute Plätze belegten. Der Sieger beim Hakenleitersteigen kam aus den Brandiser Reihen.  Weiterhin wurden 3 Läufe im sächsischen Steigercup durchgeführt. Diese wie jedes Jahr in Narsdorf, Taura und Brandis. Der Kreisausscheid im Löschangriff fand dieses Jahr im Zusammenhang mit dem Leitersteigen für die Landesmeisterschaften in Narsdorf statt. „Die Landesmeisterschaften in Görlitz absolvierten unsere Sportler urlaubs- und krankheitsbedingt nur zu fünft. Dieses mussten sie auch im Löschangriff beweisen und kamen mit einer guten Zeit ins Ziel. „Unser minimierter Sachsenpokal in Brandis wurde nur im Löschangriff durchgeführt. Hierbei muss ich meiner Mannschaft sehr danken für die Vorbereitung und Durchführung des Wettkampfes. Dabei mussten wir auch auf einen Sportler verzichten, der zu der Zeit zur Weltmeisterschaft in Tschechien weilte und einer krankheitsbedingt am Wettkampf nicht teilnehmen konnte. Momentan trainieren in Brandis 13 Sportler aus der Umgebung.

Leiter der Alters- und Reserveabteilung Reinhard Bunk, gab noch einen Einblick in das Jahr der Alters- und Reserveabteilung, welche derzeit aus 22 Mitgliedern besteht. Außerdem gab es noch einige Ehrungen und Beförderungen, bevor es dann in den gemütlichen Teil überging.

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