Hochwasserschutzanlage Grimma: Reinigung der Filterbrunnen – Trübungen in der Mulde möglich

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Archivbild/Sören Müller

 Grimma. Die Landestalsperrenverwaltung Sachsen reinigt seit dieser Woche in Grimma weiter die Filterbrunnen der neuen Hochwasserschutzanlage.

Die Arbeiten laufen demzufolge seit Anfang Dezember 2023 und mussten aufgrund der Frostperiode unterbrochen werden. Die Reinigung soll demnach Ende Februar abgeschlossen sein und koste rund 350.000 Euro, finanziert aus Landesmitteln.

Bei der Maßnahme handelt es sich um eine planmäßige Wartung der Brunnenanlagen, die alle acht bis zehn Jahre nötig seien. Dabei werden die Filterbrunnen mit einer Kamera befahren und mit Hilfe einer rotierenden Hochdruckdüse gereinigt. Die Düse wird in den jeweiligen Brunnen geschoben und in einer definierten Geschwindigkeit durch diesen bewegt. Dabei wird Wasser mit Hochdruck an die Brunnenwände gesprüht. Die gelösten Verschmutzungen werden über den Sammelschacht abgeleitet und von dort in einen Absetzcontainer gepumpt. Hier sinken die schweren Stoffe nach unten und das gereinigte Wasser könne zur Mulde weiterfließen. Anschließend wird der Sammelbrunnen ebenfalls gereinigt. Die im Container abgesetzten Stoffe werden fachgerecht entsorgt.

Bei dem eingeleiteten Wasser kann es zum Eintrag von Trübstoffen in die Mulde kommen. Dabei handelt es sich um ungefährliche Bodenstoffe, die über das Grundwasser in die Brunnen gelangen. Bei der Reinigung wird ausschließlich Wasser ohne Reinigungsmittel eingesetzt. Aufgrund der Wasserbereitstellung am jeweils nächst verfügbaren Hydranten kann es lokal zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Diese werden mit entsprechender Beschilderung rechtzeitig im Vorfeld angezeigt.

Hintergrundinformation
Zwischen 2007 und 2019 errichtete die Landestalsperrenverwaltung Sachsen für die Stadt Grimma eine komplexe Hochwasserschutzanlage. Der Untergrund ist sehr durchlässig, da die Stadt auf einem Heger – einer Ansammlung aus Kies und Geröll – gebaut wurde. Deshalb wurde zum Schutz vor Hochwasser eine Dichtwand gebaut, die bis zu zwölf Meter in die Tiefe reicht. Das beeinflusst wiederum den natürlichen Grundwasserstrom. Damit das Grundwasser vom Binnenland bis zur Mulde weiter fließen kann, wurde eine Grundwasserkommunikation errichtet, die sich nun bereits seit zehn Jahren im Untergrund befindet. Sie besteht aus acht Brunnen, die miteinander durch insgesamt rund 1,5 Kilometer Grundwasserstränge verbunden sind. Die Brunnen haben zudem je ein Auslaufrohr mit Rückstauklappen in Richtung Mulde.