Schülerin angesprochen? Missverständnis sorgte für Verunsicherung

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Polizeiwagen
Symbolbild/pexels

Grimma. Eine Meldung in den sozialen Netzwerken sorgte für Verunsicherung.

Am Donnerstag wurde das Gymnasium St. Augustin von einer Schülerin der Schule darüber informiert, dass diese am Mittwoch gegen 13:50 Uhr am Tor des Alten Seminars aus einem dunkelbraunen Mercedes Benz Transporter heraus mit den Worten, „ob sie sich bei diesem Wetter ins warme Auto setzen möchte„, angesprochen und am Arm angefasst wurde. Die Schülerin hat richtig gehandelt, ergriff sofort die Flucht und informierte später ihre Eltern.

Wie sich laut Polizei rausstellte wollte der Fahrer, ein Nachbar, die Schülerin mitnehmen, diese erkannte den Mann allerdings nicht sofort und handelte folgerichtig und informierte die Schulleitung. Am Ende stellte sich das Ganze als Missverständnis heraus.

Immer wieder kursieren in privaten und öffentlichen Messenger-Gruppen Warnhinweise für Eltern vor verdächtigen Personen und Fahrzeugen. Nicht immer bestätigen sich die Hinweise, einige erweisen sich im Nachhinein als falsch. In diesem Zusammenhang bittet die Polizeidirektion Leipzig erneut darum, verdächtige Situationen oder Beobachtungen direkt an die Polizei zu melden und in Notsituationen den Notruf 110 zu wählen. Die Polizei nimmt jeden Hinweis sehr ernst und geht diesen mit größter Sorgfalt nach. Gleichzeitig bittet die Polizei darum, dass unbestätigte Informationen nicht über Chatgruppen weiterverbreitet werden. Dies kann unter anderem dazu führen, dass alltägliche Situationen als potenzielle Gefahr wahrgenommen werden.

Dennoch sollten Eltern mit ihren Kindern über Verhaltensregeln sprechen und diese sensibilisieren. Die Polizei hat die wichtigsten Punkte in einem ähnlichen Fall zusammengefasst:

  • Soll Ihr Kind nach der Schule immer erst nach Hause kommen oder darf es gleich zum Spielen gehen?
  • Wie soll Ihr Kind Sie über den Aufenthaltsort (des Spiels oder der Aktivität) informieren (z. B.: durch Anruf, Zettel, vorherige Absprache)?
  • Wann genau soll Ihr Kind zu Hause sein?
  • Mit wem darf Ihr Kind, ohne vorherige Absprache, mitfahren (z. B.: mit den Großeltern, mit den Eltern eines Freundes/einer Freundin)?
  • Mit wem und auf welchem festgelegten Schulweg soll Ihr Kind nach Hause gehen bzw. fahren? Tipp: Überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, wo es sich bei Bedarf Hilfe holen kann (so genannte »Hilfe-Inseln«, z. B.: Geschäfte, Mütter mit Kindern).
  • Wem darf Ihr Kind zu Hause, wenn es alleine ist, die Tür öffnen?
  • Soll Ihr Kind selbstständig Telefonate annehmen und welche Auskünfte darf es erteilen?
  • Wie soll sich Ihr Kind verhalten, wenn ein Erwachsener um Hilfe oder Auskunft bittet?
  • Wo kann Ihr Kind spontan um Hilfe bitten, wenn ihm zum Beispiel auf dem Schulweg etwas oder jemand Angst macht oder es sich verlaufen hat?