Muldentalkliniken: „Wir sind ein Haus“

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Archivbild/Stadt Grimma

Wurzen/Grimma. Die Muldentalkliniken äußern sich zur drohenden Schließung der Kinderstation Wurzen.

Unsere rund 1.000 Mitarbeitenden sind von elementarer Bedeutung für uns, ohne sie gäbe es keine Muldentalkliniken – wir planen dementsprechend keinerlei Personalabbau“, sagt Mike Schuffenhauer, Geschäftsführer der Muldentalkliniken. „Vielmehr wollen wir unsere beiden Standorte Wurzen und Grimma fit für die Zukunft machen und eruieren dafür verschiedene, mögliche Szenarien. Entschieden ist noch nichts.“ Indiskutabel sei aber neben einem Personalabbau zudem eine Privatisierung, betont Schuffenhauer und weiter: „Der Landkreis ist alleiniger Gesellschafter der GmbH – die Kliniken befinden sich zu 100 Prozent in kommunaler Hand und werden das auch bleiben.

Wie genau ein Plan für die Muldentalkliniken aussehen kann, hängt maßgeblich von Vorgaben der Politik ab, konkret dem Krankenhausplan des Freistaates Sachsen. Krankenkassen, die Landesärztekammer, die Krankenhausgesellschaft Sachsen sowie die Kassenärztliche Vereinigung mahnen angesichts des Fachkräftemangels im medizinischen und pflegerischen Bereich sowie der demografischen Lage – immer ältere Menschen, immer weniger Kinder –, Kapazitäten zu bündeln und Dopplungen zu vermeiden. Dies bestätigt auch die Ärztliche Direktorin Prof. Dr. Elke Wagler, die, neben allen anderen Führungskräften, von Anfang an in die Gespräche um die Zukunftsszenarien involviert war: „Wir wollen hier in der Region nachhaltig gute Medizin praktizieren und für die Menschen da sein. Das können wir aber nur, wenn wir die beiden Standorte gewissenhaft in die Zukunft führen. Die Wirtschaftlichkeit muss gewahrt bleiben, um die hohe Qualität der medizinischen Versorgung auch finanziell absichern zu können.

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Die Pflegedienstleitung Annett Berger pflichtet dem bei: „Wir haben Kolleginnen, die seit über 40 Jahren in den Muldentalkliniken arbeiten. Natürlich gibt es auch Pflegekräfte, die entschieden haben, dass sich ein 3-Schicht-System und kleine Kinder nicht so gut vereinen lassen. Die meisten möchten aber wieder zu uns kommen, wenn die Kinder größer sind. Das freut uns sehr und zeigt, dass wir hier alle an einem Strang ziehen.

Die Muldentalkliniken kommen aus zwei sehr kraftraubenden Pandemiejahren – kurz nachdem das Jahr 2018 mit einem wirtschaftlichen Minus abgeschlossen wurde. „Eine tragfähige neue Strategie ist nötig, denn wir wollen weiterhin eine umfassende und wohnortnahe Versorgung für die Patienten gewährleisten“, so Schuffenhauer. Spekulationen um eine „Schließung“ bestimmter Bereiche tritt er entschieden entgegen: „Wir sind ein Haus, zu dem zwei Standorte gehören. Das heißt: Selbst wenn es Veränderung in Bereichen an dem einen Standort geben sollte, so wird es sich höchstens um Verlegungen handeln, nicht aber um Schließungen – wir behalten weiterhin unser volles Leistungsportfolio.

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