Naunhofs Bürgermeister a.D.: Volker Zocher verabschiedet sich mit Schlusswort

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Volker Zocher verabschiedet sich nach sieben Jahren als Bürgermeister in Naunhof Foto: Sören Müller/Archivbild

Naunhof. Mit Wirkung zum 18.03.2020 bestellte das Landratsamt Anna-Luise Conrad (parteilos) als Beauftragte für die Stadt Naunhof, seit Mittwoch ist sie nun mit ihrem offiziellen Amtsantritt Bürgermeisterin der Stadt Naunhof und löste Volker Zocher nach sieben Jahren als Bürgermeister ab. Der Bürgermeister a.D. veraschiedet sich aus dieser durchaus turbulenten Amtszeit mit einem Schlusswort welches wir ungekürzt veröffentlichen:

Als ich im Jahr 2013 das Amt des Bürgermeisters antrat, habe ich zwei Versprechen gegeben: Ich habe versprochen, den Haushalt der Stadt Naunhof zu sanieren und das Gymnasium Naunhof auf rechtlich saubere Füße zu stellen. Trotz des eifrigen Gegenhaltens derer, die die Strategie (bis heute) nicht verstanden haben, ist das Gymnasium heute als Teil der kommunalen Infrastruktur nicht mehr wegzudenken und hat enormen Zuspruch. In der Haushaltskonsolidierung haben wir ebenfalls unsere Ziele erreicht. Auch hier gab es massive Widerstände z.B. gegen eine Gebührenordnung für kommunale Objekte. Es wurden Vereinsabmeldungen und Probleme angekündigt. Wir können heute feststellen, dass alle Vereine noch da sind und es ihnen, auch dank der gleichzeitig verabschiedeten Förderrichtlinie für Kultur und Sport, recht gut geht.

In der Zeit der Haushaltkonsolidierung wurden trotz aller Sparmaßnahmen alle
kommunalen Pflichtaufgaben erfüllt. Der Schulhort wurde erweitert, eine neue Kindertagesstäte in der Melanchthonstrasse gebaut und in den anderen Kindertagestätten entsprechend saniert und modernisiert. Die abgeschlossene Konsolidierung ermöglicht durch eine gute finanzielle Grundlage neue Investitionen in die soziale Infrastruktur der Stadt Naunhof und ihrer Ortsteile – Naunhof wird größer.

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Mit der Realisierung des zweiten Abschnittes der Ortsdurchfahrt konnte auch das Projekt „Grünstadt“ in Angriff genommen werden. Auch für das B-Plangebiet „Sonnenwinkel“ und der letzte Teil gegenüber der Tankstelle des ehemaligen Wohngebietes „Seepark“ ist der Startschuss gegeben oder steht kurz bevor. Natürlich wird für dieses Wachstum auch das Wachstum der sozialen Infrastruktur notwendig. Deshalb wird nun in einem ersten Abschnitt die Grundschule um 5 Klassenzimmer erweitert. Wie der weitere Ausbau dann erfolgt, darüber müssen die Stadträte entscheiden. Auch für die Oberschule werden erste Untersuchungen und Grundstückssicherungen vorgenommen. Die Stadtinformation wurde eingerichtet und ist bereit, auch noch Aufgaben im touristischen und kulturellen Bereich zu übernehmen. Auch die Bibliothek sucht in der Region ihresgleichen. Hier sind engagierte Mitarbeiter am Werk, die den guten Ruf der Stadt als Kultur- und Tourismusstadt erhalten. Die Kulturwerkstatt ist als Overhead der Garant dafür.

Die Wasserversorgung der Stadt Naunhof, zu der ich bekanntermaßen ein besonderes Verhältnis habe, hat in den letzten 7 Jahren einen riesigen technologischen Schritt gemacht. Abgesehen von der Modernisierung der Ausrüstung wurden und werden z.Zt ca. 4,1 Mio. Euro an Leitungen ersetzt.

Projekte im Laufen: Im dritten Abschnitt der Ortsdurchfahrt wird es möglich sein, die Belastungen der Anwohner und auch der Stadtkasse dadurch zu reduzieren, dass die Stadt statt zwei Bahnübergängen die Lösung einer Unterführung betreibt. Um die Naunhofer Seen zu einem lukrativen und auch selbstfinanzierten Naherholungsgebiet zu machen, bedarf es einer Lösung des Abwasserentsorgungsproblems. Auch hier sind die ersten Schritte gemacht und der Stadtrat muss die Richtung vorgeben, in die das Gebiet entwickelt werden soll. Es liegt noch viel an! Zunächst wird noch ein Kindergarten gebraucht. Eine Option ist das ehemalige Kinderheim Lindhardt, an dem wir sehr intensiv gearbeitet haben um es in die Verfügung der Stadt zu bekommen. Es wären auch Erweiterungen der bestehenden Kitas möglich. Im B-Plangebiet „Sonnenwinkel“ haben wir einen Platz für eine Kita gesichert.
Ein wichtiger Punkt für die Versorgung in Naunhof ist die Verlegung des ALDI- Standortes in die Nähe des neuen Wohngebietes. Hierzu benötigen wir aber auch eine Fläche der Kommunalen Wasserwerke, die daneben eine Anlage zur Wasseraufbereitung errichten wollen. Auch für andere Maßnahmen benötigen wir eine gute Zusammenarbeit mit den KWL. Ich hoffe auf ein gutes Händchen der neuen Bürgermeisterin, diese Chancen zu nutzen.

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Erfolg hat man nur im Team! Und ich hatte Glück. Ich habe hier eine Verwaltung vorgefunden, die sachkompetent und engagiert die Ziele mitverfolgt und umgesetzt hat. Ich bin dankbar für die gute Zusammenarbeit und für die kritischen Hinweise, wenn ich falsch lag. Ich wünsche meinen Kollegen auch weiterhin Erfolg und Gesundheit. Ich möchte mich besonders bei den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren und den Kindergärtnerinnen aller Ortsteile bedanken. Ich bin gern dorthin gegangen. Bei Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Naunhof möchte ich mich für das Vertrauen bedanken, welches Sie mir trotz so manches abwertenden und beleidigenden Berichtes eines einzelnen „Journalisten“ entgegengebracht haben. Es war eine arbeitsreiche und schöne Zeit. Ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft.
Ihr Bürgermeister (a.D.)
Volker Zocher

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Ein Kommentar

  1. Mein Vertrauen hatten Sie nicht, Herr Zocher!
    Sie nennen dies in allem Ernst […] das Gymnasium Naunhof auf rechtlich saubere Füße zu stellen […]? Diese dubiose Vorgehensweise? Wieviel Geld hat dies den Steuerzahler gekostet, um ein Privatunternehmen zu retten, welches wissentlich einen irregulären Vertrag unterzeichnet hat? (So ein Vertrag wird ja wohl immer noch von „zwei“ Vertragspartnern abgeschlossen, oder?)

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