Veterinäramtskontrolle in Nerchau: „Tierwohl nicht akut gefährdet“

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Foto: Sören Müller

Nerchau. Wie berichtet hält ein Zirkus derzeit die Behörden in Nerchau auf Trapp. Heute gab es durch das Veterinäramt eine unangemeldete Kontrolle. 

Die Amtstierärzte stellen fest, dass die Tiere  ordnungsgemäß eingestreut sind und ein kleiner Streu- und Futtervorrat vorhanden ist. Der Platzbedarf im Stall (Zelt) sei zumindest den Vorschriften nach erfüllt. Das Veterinäramt hat zudem auf Freiflächen für die Tiere bestanden, die glaubhaft nachgewiesen und auch gezeigt wurden. Es handelt sich um ca. 4.000 m² umzäunte Weidefläche, die für den Auslauf geeignet sei. Dort sollen alle Tiere (Pferde, Lamas und Ziegen) tagsüber gehalten werden. Da die Flächen nicht direkt am Lagerplatz zur Verfügung stehen, müssen die Tiere durch die Stadt geführt werden.

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Bereits am Wochenende wurde festgestellt, dass eine Ziege eine chronische Entzündung des Karpalgelenkes vorweist, so dass sie beim Laufen einknickt. „Das ist für den Zuschauer kein schöner Anblick aber für das Tier nicht mit Schmerzen verbunden.“ heißt es in der Erklärung des Landratsamtes.  Das Tier wurde auch heute nochmals gesondert kontrolliert. Ein weiteres Tier leidet unter der Reizarmut im Zeltstall, hier dürfte die Haltung auf der Weide eine Entlastung bringen.

„Insgesamt ist das Tierwohl nicht akut gefährdet. Eine längerfristige Beurteilung hängt von der Sorgfalt und dem Management des Tierhalters ab. Das Veterinäramt wird daher weiterhin unangemeldet die Tierhaltung kontrollieren um sicherzustellen, dass der Tierhalter seiner Verantwortung nachkommt.“

Indes war auch das Ordnungsamt, die Polizei und der Oberbürgermeister wieder vor Ort um zu prüfen ob den Auflagen der Stadt, also das räumen der öffentlichen Flächen, nachgekommen wurde. Wie uns Berger telefonisch informierte, sei der Zirkus dem nicht nach gekommen, sodass heute durch die Polizei und dem Ordnungsamt Personalien aller Beteiligten aufgenommen wurden und nun eine einstweilige Verfügung über ein gericht angestrebt wird. 

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Die Stadtverwaltung befürchtet, dass der Zirkus auf öffentlichen Grund überwintern könnte. „Das Gelände ist völlig ungeeignet, Müll, Abwasser, Wasser undEnergie fehlen und das schlimmste ist die Tierhaltung. Das ist aus unserer Sicht nicht zu akzeptieren. Die Tiere brauchen Auslauf, die können den Winter hier nicht verbringen. Das ist Menschen- und Tier-unwürdig was hier passiert. Deshalb hat die Stadt Grimma dem Zirkus klar verständlich gemacht, dass Dieser sich um ein anderes Terrain kümmern müsse und nicht in Nerchau bleiben kann.“

Indes scheint der Zirkus im Ort um Spenden für Tiere zu beten und von „Haustüt zu Haustür zu ziehen, schildern Anwohner. 

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