Ruf 112! 24 Stunden im Einsatz mit der Jugendfeuerwehr Grimma

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Foto: Sören Müller

Grimma. Am Wochenende nahm der Feuerwehrnachwuchs das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Grimma in der Straße des Friedens in Beschlag und simulierte einen 24-Stunden Dienst einer Berufsfeuerwehr. Wir konnten die Kinder und Jugendlichen dabei begleiten und haben eine umfangreiche Video und Bildergalerie vorbereitet.

Samstagmorgen traf sich die Jugendfeuerwehr Grimma zum absoluten Highlight des Jahres für die Kids. Der Berufsfeuerwehrtag wird in der Regel einmal jährlich durchgeführt. In diesem Jahr wurden die Kids und das Betreuerteam durch die Feuerwehren Hohnstädt und Kaditzsch, die jeweils ein Löschfahrzeug zur Verfügung stellten, sowie durch das DRK Muldental und der Partnerfeuerwehr aus Brandburg an der Havel unterstützt.

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Ziel des Wochenendes ist es den Kindern und Jugendlichen den Alltag einer Berufsfeuerwehr realitätsnah zu vermitteln. Dabei stehen natürlich die Einsätze im Vordergrund. Das ist aber nicht alles, denn die jungen Floriansjünger verbrachten bis Sonntagmittag ihre Zeit gemeinsam im Gerätehaus. Die Einsatz Vor- und Nachbereitung sind genauso Bestandteil des Wochenendes gewesen wie Ordnung und Sauberkeit im Gerätehaus zu halten.

Samstagmorgen wurden alle Kinder auf die Fahrzeuge aufgeteilt, dabei wird aber immer berücksichtigt, dass tagsüber auch die Positionen getauscht werden. Auf jedem Fahrzeug befanden sich natürlich auch Kameraden aus dem aktiven Dienst, die rund um die Uhr für die Kinder mit Rat und Tat zur Seite standen.
Die Einsätze in diesem Jahr waren sehr umfangreich vorbereitet, so dass für jeden etwas dabei war. So kam der erste Einsatz bereits Samstagvormittag rein. Feuer in Hohnstädt mit Vermissten Personen. Schnell rückten alle Fahrzeuge im Verband aus. Das Einsatzszenario bestand darin in einem verrauchten Raum vermisste Personen aufzuspüren und zu retten, eine Wasserversorgung aufzubauen und die Brandbekämpfung durchzuführen.

Das Übungsgelände hatte die EnviaM, Mitgas, und Mitnetz an ihrem Standort Grimma gestellt. Mike Rudolph schilderte uns, dass solche Übungen auch für den Standort wichtig sind. „Es kann immer mal zu einem Einsatzfall kommen, man weiß nie was passiert. Es kann technische Defekte geben etc., sodass wir immer bestrebt sind solche Sachen zu unterstützen, weil es letztendlich für uns auch eine Übung ist. Wo sind Schwachstellen? Wo müssen wir etwas tun? – Deshalb kann man das nur unterstützen.“

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Zurück im Gerätehaus wurde dann gemeinsam Mittag gegessen und es dauerte nicht lange bis die Einsatzsirene wieder schrillte, diesmal war eine ausgelöste Brandmeldeanlage im Stadthaus abzuarbeiten. Die Schwierigkeit bestand darin, einen verletzten Feuerwehrkameraden zu retten.
Zurück im Gerätehaus löste die Einsatzsirene erneut aus. Diesmal waren fast zeitgleich drei Einsätze zu bewältigen. So ging es für einen Teil der Truppe zur Grundmühle. Dort musste ein verunglückter Wanderer gefunden und gerettet werden. Am Bronner Ring brannte eine Mülltonne und am Wasserwerksweg war eine Ölspur zu beseitigen.

Gegen 17 Uhr rückte dann die komplette Wehr wieder gemeinsam aus. Im Firmengelände der Firma Brumlich am Oberwerder wurde ein Feuer gemeldet und außerdem gab es vermisste Personen in einer nahestehenden Lagerhalle. So kümmerte sich ein Teil um die Brandbekämpfung und der andere Teil um die Personenrettung. Danach gab es gemeinsam Abendbrot auf dem Firmengelände, welches die Firma Brumlich sponserte.

Am Abend wurde dann ein letztes Mal zum Einsatz gerufen, zwei vermisste Personen mussten an der Grundmühle gefunden werden und entsprechend versorgt werden. Traditionell bildete der Besuch am Abend bei McDonald´s in Grimma den Abschluss des Tages. Im Gerätehaus war dann ab 22 Uhr Nachtruhe.

Sonntagmorgen, kurz nach dem Frühstück, schrillte ein letztes Mal die Sirene. Auf dem Gelände von Harry Lehne soll ein PKW brennen. Den natürlich simulierten Brand löschten die aktiven Kameraden dann fiktiv und fachgerecht unter den Augen der Kids und des Oberbürgermeisters welcher sich vor Ort über den die Durchführung des BF Tag informierte und mit den Betreuern ins Gespräch kam. Oberbürgermeister Matthias Berger zeigte sich beeindruckt: „Ich halte diese Art der Freizeitgestaltung für absolut sinnvoll. Hut ab vor denen die mit dem Engagement und der Verantwortung solch ein Wochenende gestalten. Das ist nicht selbstverständlich und ist mit viel Arbeit verbunden, dafür danke ich den Kameraden auch im Namen der Stadtverwaltung.“

Nachdem das Gerätehaus aufgeräumt wurde und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht wurden beendete Jugendwart Ronny Granzow unter Applaus der Kids den diesjährigen Berufsfeuerwehrtag. Auch für ihn war das der erste Berufstag den er in dieser Funktion durchgeführt hatte – Mit Bravour bestanden!

Ronny Granzow, der seit Anfang des Jahres die Position übernommen hatte zeigte sich zufrieden. „Das Kinderlachen ist natürlich für ihn und seine Betreuer eine große Motivation“ sagte er. Desweiteren betonte er, ist dieser BF-Tag für alle Beteiligten eine willkommene Abwechslung des normalen Alltagsdienstes der sich alle zwei Wochen für die Jugendfeuerwehr abspielt. Schwerpunkte sind dort natürlich die Ausbildung und die Stärkung der Kameradschaftlichkeit. „Das Wir-Gefühl ist wichtig, denn ein Feuerwehrmann allein löscht keinen Brand.“
Die Vorbereitungen für solche Wochenenden beginnen Wochen vorher: „Ohne unsere Sponsoren, Partnerwehren, der Stadtverwaltung und die Hilfe aktiver Kameraden wäre das nicht möglich, dafür will ich mich im Namen der Feuerwehr ausdrücklich bedanken.“

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