25-Jähriger in Mulde verunglückt: Schaulustige halten drauf

Schaulustige halten mit Handys drauf

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Fotos: Sören Müller

Grimma. Es waren dramatische Minuten nachdem ein junger Mann am Pfingstmontag nach einem Sprung von der Hängebrücke ums Leben kam. Für zahlreiche Schaulustige offenbar Grund genug die Abendplanung umzugestalten.

Zum Pfingstmontag waren an der Hängebrücke feiertagsgemäß viele Menschen unterwegs die auch das Unglück live miterlebten und sicher unter Schock standen. Allerdings riss der Zustrom von Menschen welche das „Spektakel“ vor Ort erleben wollten erst am Abend ab. Angelockt durch den Hubschrauberlärm und die ersten Gerüchte und Spekulationen in diversen Facebookposts, machten sich ganze Familien mit Kleinkindern auf den Weg zum „Blaulichteinsatz“. Ein Polizist wies eine ältere Dame, welche mit ihrer Enkelin auch vor Ort war daraufhin, dass das „nichts für kleine Kinder ist„.

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Sie erwiederte nur: „Wir wollten nur die Feuerwehr sehen„, dann entfernte sie sich ein paar Meter und schaute weiter zu. Auch eine Gruppe Jugendliche hatte offenbar nichts besseres zu tun. Einige Filmten, andere erzählten sich Witze, keine 100 Meter weiter suchten Rettungskräfte indes weiter nach dem jungen Mann. Die Polizei sperrte den Bereich zwischen Hängebrücke und Parkplatz zwar komplett ab, konnte aber aufgrund der Parksituation vor Ort, diesen nicht erweitern, zumal zu dem Zeitpunkt auch noch nicht klar war ob der Mann wirklich vor Ort aufgefunden werden konnte. Auch die Hängebrücke wurde voll gesperrt.

„Volksfeststimmung“ sagten Einsatzkräfte unter vorgehaltener Hand

Andere Zuschauer starrten auf ihr Smarthphone und versuchten per Facebookkommentar ihre „Livebeobachtungen“ vor Ort, natürlich inklusive Spekulationen, der Welt mitzuteilen. Einer nahm sogar lachend Selfies auf. Andere „korrigierten“ sogar mit falschen Behauptungen andere Medienbeiträge. Eine Zeitung verwendete „Privatfotos“ für ihren Beitrag, die augenscheinlich zum Teil aus den Zuschauerreihen gemacht wurden und entsprechend an Medien übermittelt wurden. Einige User waren sogar soweit von jeglicher moralischen Grenze entfernt, dass sie Daten des Opfers in den sozialen Netzwerken leakten. Schämt euch!

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3 Kommentare

  1. Es ist schon tragisch genug, dass ein junger Mann von 25 Jahren verunglückt.
    Da muss man nicht noch alles festhalten und kommentieren und mit Kindern dahin gehen um sich die „Feuerwehr“ anzusehen. Das ist von den Schaulustigen nur schlimm.
    Der letzte Satz sagt es richtig. Schämt euch!
    Schämt euch alle die das privat fest gehalten haben und noch Zeitungen anrufen haben um euer Zeug zu verkaufen.
    Es ist ein junger Mensch uns leben gekommen und da sollte man auch an die zwei anderen Männer denken und an die Familie. Der Verlust ist für sie so schwer und manche machen auch nur lustig.
    Einfach ekelhaft!

    Tragisch das sowas passieren musste!

    Mein Beileid an die Familie und Freunden des verunglückten Mannes!

  2. Es ist oder war kein Unglück, sondern dummes Selbstverschulden. Daher hält sich mein Mitleid oder Bedauern in Grenzen.
    Welcher einigermaßen normal denkende Mensch springt von einer Brücke in einen bekannt nicht ungefährlichen Fluss? Entweder nur durch Alkohol oder Drogeneinfluss.
    Durch Leichtsinn verursachte Aktionen stellt sich mir immer die Frage, wer kommt für den ganzen Einsatz auf, schließlich waren u.a. eine lange Zeit auch zwei Hubschrauber im Einsatz.
    Durch solchen Unsinn hat jedenfalls ein junger Mensch sein Leben verschenkt. Aber wie gesagt, selbst Schuld.

  3. So Hans es war ein tragischer Unfall bzw kommt für mich auch mord in frage aber das ermittelt die Polizei
    Das Opfer könnte nicht schwimmen deswegen ist für frage für mich ob es mord war und die beiden die dabei wahren kamen auf die Idee lasst das Opfer Sebastian V 25 aus Essen in Ruhe er ist tragisch ums Leben gekommen und über töte redet man nicht schlecht bitte habt alle Respekt

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