Zeugen nach Verfolgungsjagd gesucht!

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Symbolbild

Leipzig/Kleinpösna/Naunhof. Zwei Beamte des Autobahnpolizeireviers wurden während ihrer Streifenfahrt in der Nacht zum Sonntag und in Höhe der Anschlussstelle Leipzig-Nordost durch einen grauen Audi A 6 überholt. Was dann folgte klingt wie im Kinofilm.

Durch Funkabfrage des Kennzeichens wurden dessen fehlende Haftpflichtversicherung und die Ausschreibung zur Zwangsentstempelung offenbar. Zudem wurde auch der Halter des Fahrzeugs per Haftbefehl gesucht. Deshalb setzten sich die Beamten wieder vor den Audi und ließen „Bitte Folgen“ aufleuchten.

An der nächsten Ausfahrt (Kleinpösna) erweckte der Audi-Fahrer zunächst den Eindruck, dem Streifenwagen zu folgen, zog im letzten Moment aber wieder auf die BAB 14 und beschleunigte rasant. Daraufhin machten sich die Beamten unter der Nutzung des Sondersignals an die Verfolgung und informierten ihre Kollegen über Funk. Der Audi-Fahrer nutzte dann die Anschlussstelle Naunhof, um seinen Pkw in der Abfahrt zu wenden und dann entgegen der Fahrtrichtung – als „Geisterfahrer“ – nach Norden zu rasen.

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Hierbei nutzte der Fahrer beide Fahr- und den Seitenstreifen, um Fahrzeugen auszuweichen. Glücklicherweise resultierte hieraus kein Unfall. Am Autobahndreieck Parthenaue bog er dann wieder in die richtige Fahrtrichtung (Göttingen) ein, wendete in Höhe des Parkplatzes Pösgraben aber neuerlich und fuhr abermals entgegen der Fahrtrichtung weiter. Nachdem ihm wiederum mehrere Fahrzeuge – unfallfrei – ausgewichen waren, wendete er erneut und raste in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung weiter. An der Anschlussstelle Leipzig-Südost verließ er schließlich die Autobahn. Während der Fahrer dann eine Kreuzung (ausgeschaltete Ampel) in vollem Tempo passiert, musste der verfolgende Funkstreifenwagen die Geschwindigkeit drosseln, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden.

Dadurch verloren die Beamten den Audi aus den Augen. Doch ihre Kollegen waren unterdessen nicht untätig geblieben. So trafen andere Polizeibeamte den Fahrzeughalter (29) wenig später in der Nähe seiner Wohnanschrift in Paunsdorf als Fußgänger an. In ihm erkannten die beiden Polizisten der Autobahnpolizei den Fahrer wieder, der ihnen mehrfach beim Wenden des Audis als Fahrzeugführer aufgefallen war. Bei seiner anschließenden Durchsuchung fanden sich betäubungsmittelverdächtige Substanzen, was seinen Fahrstil und seine Flucht wohl ein Stück weit erklären mag.

Da er zum Abstellort des Audis keine Angaben machte, kam ein Fährtenhund zum Einsatz. Der Vierbeiner lief einige hundert Meter bis zur Straßenbahnhaltestelle, wo sich die Spur verlor. Vielleicht fällt dem Mann der Ort im Zuge seiner Ersatzfreiheitsstrafe wieder ein. Da er die zur Vermeidung erforderliche Geldsumme nicht begleichen konnte, erfolgte seine Überstellung in die Justizvollzugsanstalt. Nunmehr laufen Ermittlungen zur Gefährdung des Straßenverkehrs und zum Verbleib des grauen Audi A6 (amtl. Kennzeichen: L-QB 4724).

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In diesem Zusammenhang sucht die Autobahnpolizei insbesondere Zeugen, die sich während der Geisterfahrten auf der BAB 14 und BAB 38 bewegten und dem Audi-Fahrer ausweichen mussten. Ebenfalls werden Zeugen gesucht, die sich auf der S 242 von der Autobahnabfahrt Leipzig-Südost in Richtung Leipzig-Liebertwolkwitz oder auf der Gegenfahrbahn befanden. Hinweise zum Abstellort des Audi sind ebenfalls erwünscht. Hinweisgeber wenden sich bitte an die VPI Leipzig, Schongauerstraße 13, 04328 Leipzig, Tel. (0341) 255 – 2851 (tagsüber) sonst 255 – 2910.

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