Seelentröster Teddybär

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Grimma. Ein Teddybär hört viele Geschichten ihrer kleinen Besitzer doch der Teddybär der Notfallseelsorge die Schlimmsten die man sich kaum vorstellen vermag. Immer dann wenn Schicksalsschläge Familien und Angehörige in tiefe Trauer stürzen sind tröstende Worte wie Tropfen auf den heißen Stein, besonders dann wenn Kinder betroffen sind. Dank Tommy Schmidt baut nun ein Teddybär Brücken.

Es war der 22. Dezember, kurz vor Weihnachten 2015 als ein schwerer Unfall auf der A14 eine Hamburger Familie auseinander riss. Vater und Kind mussten im Krankenhaus Wurzen versorgt werden, die Mutter kämpfte eine Nacht lang mit dem Tod und erlag ihren schweren Verletzungen am darauffolgenden Tag. Diese, und viele weitere schockierende Nachrichten überbringen 27 ehrenamtliche Notfallseelsorger der Diakonie Leipziger Land im Landkreis Leipzig regelmäßig gemeinsam mit der Polizei. Einer davon ist Tommy Schmidt (32). Er war es der dem 4-jährigen Max im Wurzener Krankenhaus die traurige Nachricht über den Tod seiner Mutter überbringen musste. Dabei half ihm ein Teddy, den er aus eigener Tasche finanzierte, die so wichtige Brücke zum kleinen Max zu bauen, Vertrauen zu geben, das Erlebte zu verarbeiten.„Gerade wenn Angehörige, besonders Kinder, kurz nach so einen Schickssalsschlag noch gar nicht in der Realität angekommen sind, das Geschehene fassen können, wenn Polizei, Ärzte und viele weiteren wichtigen Personen Fragen über Hintergründe stellen, sind gerade Kinder diejenigen die in der Luft hängen“ schildert Tommy Schmidt seinen Alltag Angehörigen die schmerzlichen Botschaften zu überbringen. Der Teddy hilft wieder Bezug zu finden und einen Gesprächspartner darzustellen und ein „Freund“ zu sei dem man sich öffnen kann.

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„Wir vermitteln in unserer Arbeit, dass man diesen Teddys alles erzählen kann und dieser nicht fortgehen wird. Er ist auf seiner Art etwas besonderes, auch für die Kinder, denn wer diesen Teddy hat, hat fürchterliches erlebt und mit diesem Teddy zumindest einen Freund des Trosts in den so schweren Stunden gefunden“.Tommy Schmidt übergab heute im Beisein der Koordinatorin der Notfallseelsorge Susann Lawrenz-Wuttke und dem Vorstand der Diakonie Leipziger Land Tobias Jahn 22 solcher Teddy´s. Finanziert hat er das Ganze aus den Aufwandsentschädigungen die er für seine Einsätze bekommt. Er hofft, dass noch weitere Teddys (Stückpreis 18 €) beschafft werden können. Das geht aber nur mittels Spenden.

Auch Tobias Jahn lobte die ehrenamtliche Arbeit der Notfallseelsorger und zollte ihnen größten Respekt. Er und auch Tommy Schmidt hoffen, dass sich weitere Privatpersonen oder auch Firmen dazu berufen fühlen einen Teddy, der dem kleinen 4-Jährigen Max so unendlich half, zu finanzieren.

Spendenkonto der Diakonie:
Notfallseelsorge/Krisenintervention
IBAN: DE49860502001020004262
BIC: SOLADES1GRM

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Ein Kommentar

  1. Hallo Sören, vielen Dank für Deinen Bericht über die ehrenamtliche Tätigkeit der Notfallseelsorger, eine Hilfe die sehr wichtig ist in den verschiedensten Situationen in denen Menschen von Nachrichten oder Ereignissen betroffen werden die sie im Moment des Eintretens des Ereignisses nicht verarbeiten können.
    Es ist Dir dabei ein kleiner Fehler unterlaufen. Notfallseelsorger begleiten Polizeibeamte die Todesnachrichten überbringen um gegebenenfalls den Angehörigen nach Übermittlung so einer schlimmen Nachricht Beistand und Hilfe anzubieten und dafür Sorge zu tragen dass die Handlungsfähigkeit der Betroffenen Personen erhalten bleibt oder wieder hergestellt werden kann. Die Todesnachricht selbst wird ausschließlich von Polizeibeamten überbracht.

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