Das sind Grimmas Ortsteile – Heute: Golzern

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Grimma/Golzern. In einer neuen Reihe wollen wir die Ortsteile unserer Namensgebenden Stadt mal genauer unter die Lupe nehmen. Selbstverständlich könnt ihr euch beteiligen und uns Bilder eurer Ortseingangsschilder oder besonderen Sehenswürdigkeiten schicken. Gerne auch aus anderen Orten des Landkreises aber nun im Text: Grimmas Ortsteil Golzern. 

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Der erstmals im Jahre 1350 urkundliche erwähnte Ort Golzern liegt etwa 4 Kilometer nordöstlich von Grimma. Durch das Unterdorf des Ortes fließt die Vereinigte Mulde. Nördlich von Golzern verläuft die Bundesautobahn 14 welche mit einer Brücke das dortige Muldental überspannt. Nachbarorte von Golzern sind Nerchau und Schmorditz im Norden, Würschwitz im Nordosten, Deditz im Osten, Pöhsig, Haubitz und Bröhsen im Südosten, Grechwitz und Döben im Südwesten sowie Bahren im Nordwesten. Mit Stand 2010 waren 271 Einwohner gemeldet.

Die erste belegbare Ortsbenennung datiert von 1350 als Golczhorn. 1490 wird erstmals eine Getreidemühle an der Mulde erwähnt. Später wurde diese um eine Öl- und Sägemühle erweitert, hinzu kam noch eine Kartoffel-Branntweinbrennerei. August Schumann nannte 1816 im Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen Golzern betreffend nach Angaben bei Wikipedia u. a.: „[…] östl. von Grimma, an der Straße nach Oschatz gelegen. Es hat 96 Einwohner, welche 8 ½ Hufen, 27 Pferde. 83 Kühe und 120 Schaafe besitzen. Bei dem Dorfe sind gute Thonlager. Es gehört schrifts. zum Rittergute Döben, und ist nach Döben eingepfarrt.“ 1838 entstand am östlichen Muldenufer eine Papiermühle, die u. a. Notenpapier fertigte. Nach einem Brand entstand 1862 eine weitere Papierfabrik, die ihre Produktion auf die Herstellung von Druck- und Spezialpapieren ausrichtete. 966691 394987193943556 1726292746 oZur Energieversorgung der Fabrik ließ man ein drei Meter Wehr errichten welches noch heute zum Ortsbild gehört. 1847 ließ der Schlossermeister Hartmann nahe der Papierfabrik eine Nagelfabrik errichten, wandelte diese jedoch bereits kurze Zeit später in eine Eisengießerei und Maschinenfabrik um. Hier wurden vorwiegend eiserne Öfen und landwirtschaftliche Maschinen gefertigt. Angeregt durch die benachbarte Papierfabrik spezialisierte sich das Werk anschließend auf die Herstellung von Maschinen für die Zellstoff- und Papierherstellung. Die Produktion wurde später nach Grimma verlagert und der Standort 1913 schließlich aufgegeben. Am 1. Juli 1877 erhielt Golzern mit der Eröffnung der gleichnamigen Station Eisenbahnanschluss an der Strecke Glauchau–Wurzen. 1886 wurde eine Schule errichtet, die jedoch 1945, kurz vor Kriegsende, von amerikanischen Truppen durch Beschuss zerstört wurde. In den Jahren 1946–1949 wurde sie wieder aufgebaut. Foto: Das Golzerner Wehr mit Pegelmesshütte im Sommer 2013, eine Woche nach dem Hochwasser 

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Wie viele damals existierenden Firmen und Fabriken wurde 1946 auch die Papierfabrik enteignet und Volkseigener Betrieb. Nach der Wende wurde der Betrieb in Golzern eingestellt allerdings immer wieder in seiner Funktion mehr oder weniger kurzfristig oder längerfristig genutzt. Erst 1993 wurde die Papierfabrik Golzern GmbH gegründet und die Produktion am Standort wieder aufgenommen. Nach den beiden Hochwassern 2002 und 2013 und in Folge dessen Zerstörungen siedelte die Firma nach Mutzschen um unddas Gebäude und Betriebsgelände wsteht leer bzw. wird durch einen Landhandel teilweise noch genutzt. Der Großteil soll aus Hochwasserschutzgründen abgerissen werden. Bereits 1969 wurde der Personenverkehr auf der Muldentalbahn eingestellt. 1995 folgte dann auch die Einstellung des Güterverkehrs. Die Gleisanlagen wurden später zurückgebaut und sind heute größtenteils ein Radweg. Politisch gesehen wurde 1949 Deditz, 1969 Bahren eingemeindet. Seit 1994 wurde die Gemeinde Golzern in die Stadt Nerchau eingemeindet und 2011 dann gemeinsam mit Nerchau  nach Grimma eingegliedert.

 

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Seit 1890 verband eine 112 Meter lange, massive Mulde-Brücke die Orte Golzern und Bahren. Der Fährmann dder bis dato für die Überquerung des Flusses sorgte soll dadurch arbeitslos geworden und sich das Leben genommen haben. Der Pförtner der Papierfabrik kassierte bis 1941 für Fußgänger, Ochsen und Esel Brückengeld. Am 17. April 1945 wurde die Brücke durch Soldaten der Wehrmacht gesprengt und kurze Zeit später wiedererrichtet. 1998 wurde sie durch einen Neubau aus Spannbeton ersetzt.

Seit 1909 wird in Golzern der Wasserstand der Mulde gemessen. Bis zur Ablösung durch moderne Technik des Freistaates wurde der Pegelstand täglich von Menschenhand registriert. Heute können die aktuellen Pegelstände online abgerufen werden und zählen damit zum wichtigsten Messinstrument des Wasserstandes der Mulde im Gemeindegebiet Grimma. Die größte Laufsportveranstaltung, der STädtelauf von Wurzen nach Grimma verläuft einmal im Jahr durch den Ortsteil.

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Auszüge: Wikipedia und Eigenmaterial

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