Landkreis und Kommunen müssen mehr Flüchtlinge aufnehmen

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Landkreis Leipzig/Wurzen. Noch vor acht Wochen lagen die Prognosen zur Anzahl der vom Freistaat Sachsen im Jahr 2015 aufzunehmenden Flüchtlinge bei 40 000. „Jetzt sind es 60 000 Menschen“, informierte Landrat Henry Graichen die Bürgermeister des Landkreises in einer Beratung. Die Bedarfszahl für den Landkreis erhöht sich damit auf 4500. Das wiederum bedeutet auch für die einzelnen Kommunen eine Korrektur nach oben. So steigt der Bedarf zum Beispiel in der Stadt Wurzen um 65 auf nun 285 Asylsuchende. In der Ringelnatzstadt und den Ortsteilen sind mit Stand 19. November 2015 170 Menschen untergebracht, alle dezentral in Wohnungen. Hier weise der Landkreis Leipzig mit über 50 Prozent dezentraler Unterbringung bislang insgesamt eine sehr gute Situation aus. Es seien jedoch, um dem rasanten Anstieg Rechnung zu tragen, auch verstärkt Gemeinschaftsunterkünfte in der Planung, machte Beigeordneter Dr. Thomas Voigt, deutlich, in dessen Verantwortungsbereich die Problematik fällt. Die Situation sei schwierig und stelle die Mitarbeiter im Landkreis und den Kommunen vor höchste Herausforderungen. Landkreis und Gemeinden müssten vielfach Organisationsdefizite schultern, die in Bund und Land entstehen. Ohne ein solidarisches Miteinander der Gemeinden, eine starke Vernetzung mit anderen Institutionen und die Unterstützung durch ehrenamtliche Akteure sei das nicht zu schaffen. Wichtig sei zudem, dass weiterhin ein großes Augenmerk auf der Betreuung und Integration der Angekommenen liege. Hier ist es teilweise notwendig, dass sich die Akteure aus den verschiedenen Bereichen neu aufstellen. Thomas Voigt kündigte die Bildung eines Integrationsbeirates an.

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