Amerikanischer Traum könnte in Mutzschen wahr werden – Hunderte Interessierte bei Konzeptvorstellung zum Mutzschener Schloss

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Mutzschen. Die motorradbegeisterte Amerikanerin Deborah Hey stellte am 11. April ihre Vision eines Motorrad-Motels in Mutzschen vor. Sie möchte das Barockschloss wachküssen und eine Motorrad-Herberge etablieren. Etwa 500 Interessierte zog es auf den Schlosshof, darunter hunderte Motorradfahrer und zahlreiche Einwohner.

DSC 0086Oberbürgermeister Matthias Berger: „Das Schloss aus den Dornröschenschlaf zu holen, könnte für ganz Mutzschen einen Impuls geben. Der Grimmaer Ortsteil würde dadurch partizipieren“. Er bat die Einwohner, der amerikanischen Investorin eine Chance zu geben. Nach etwa sechsmonatiger interner Prüfung ist der Stadtrat und die Stadtverwaltung zu dem Schluss gekommen, dass die Investorin in der Lage sein könnte, das Schloss Mutzschen wieder zu einem Schmuckstück zu entwickeln. Für Deborah Hey war es Liebe auf den ersten Blick: Seit Sommer 2014 ist die 51-jährige Amerikanerin, die derzeit in Seattle wohnt, immer wieder in Mutzschen. „In der Zwischenzeit ist mein Herz für den schönen Ort gewachsen“, sagte sie. Sie möchte die Einwohner gern auf dem Weg dahin mitnehmen und die Gemeinschaft in das Vorhaben einschließen. „Die Schlossanlage mit dem Park hat eine besondere Bedeutung für die Mutzschenerinnen und Mutzschener. Das historische Städtchen ist sehr romantisch und steckt voller Möglichkeiten“. Vor allem ist ihr die Herzlichkeit der Menschen gut im Gedächtnis geblieben. Jetzt möchte sie ihren Traum wahr werden lassen. DSC 0083„Ein Motorad-Motel in Europa zu eröffnen, ist mein Traum. Es ist ein Ort an dem sich meine Kinder wohlfühlen werden.“ Den ersten Erfolg konnte die Investorin bereits feiern, denn in der Bikerszene spricht man bereits jetzt rege über diese Idee. Deborah Hey lobte vorallem die Zusammenarbeit mit Oberbürgermeister Matthias Berger und Ortsvorsteher Carsten Graf, welche sofort die Chance erkannt hatten, die Hey ihnen in den ersten Gesprächen bietete. Carsten Graf, wagte auch eine kleine Prognose mit einem Lächeln auf dem Gesicht. “ Es wäre toll wenn Mutzschen in 100 Jahren im selben Atemzuge wie die Route 66 genannt würde“  Historischer Hintergrund „Schloss Mutzschen“:

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Das Portal ist geprägt durch einen achteckigen „Hungerturm“ mit einer fensterlosen unterirdischen Gefängniszelle und auf der rechten Seite das barocke Torwächterhaus aus dem Jahr 1754. Das schlichte Barockschloss von 1703 ließ der damalige Schlossherr von Kanitz errichten. 1754 erfolgte der Anbau des Altans (Treppenvorbau) durch den neuen Besitzer von Zanthier. Die vor dem großen Brand von 1681 existierende Burg- bzw. Schlossanlage wechselte häufig die Besitzer. Die wohl berühmtesten Bewohner waren die Familie Starschedel im 15. und 16. Jahrhundert und der Kurfürst August I., der den Besitz ab 1574 erwarb und Mutzschen zur Amtsstadt erhob. Ab 1622 wurde die Schlossanlage von Hofadligen und später von Großbürgen genutzt. Um 1850 ließ der Besitzer Gaudichs den Park neu gestalten. 1945 wurde das fast 200 Hektar große Rittergut durch die Bodenreform aufgeteilt. Die Stadt übergab 1946 das Schloss an die Jugend. Es entstand eine FDJ-Jugendschule, die im November 1962 ihren letzten Lehrgang durchführte. Ab dem Jahr 1963 wurde das Schloss als Jugendherberge genutzt, die leider 1999 geschlossen werden musste. (Quelle Heimatverein Mutzschen e.V.)

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