Neuer Höchststand bei Drogenunfällen im Straßenverkehr in Sachsen

Inspekteur der sächsischen Polizei Petric Kleine stellt Verkehrsunfallstatistik 2023 vor

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Drogenunfälle erreichen erneut Höchststand; Gesamtanzahl der Verkehrsunfälle weiter unterhalb Vor-Corona-Niveau. Archivfoto/Sören Müller

Sachsen. Im Jahr 2023 erhöhte sich die Zahl der Verkehrsunfälle im Freistaat Sachsen insgesamt um 2,6 % auf 99.519 und liegt damit weiter unter dem Niveau von 2019 und den Jahren davor.

Die Anzahl der Verunglückten war laut Innenministerium mit 16.389 (+0,1 %) annähernd so hoch wie im Vorjahr. Während die Zahl der Schwerverletzten um 4,4 % auf 3.411 zurückging, stieg die Zahl der Getöteten durch Verkehrsunfälle auf 188 Personen an. Die Gesamtzahl der Schwerverletzten und Getöteten (3.599) liegt dabei knapp unter dem Niveau vom Vorjahr (3.686).

Hauptunfallursachen bei Verkehrsunfällen mit Personenschaden waren nicht angepasste Geschwindigkeit (13 %), Vorfahrtsverletzung (10,3 %) und ungenügender Sicherheitsabstand (9,7 %). Aber auch der Anteil der Unfallursachen Alkohol (4,8 %) und Beeinflussung durch andere berauschender Mittel, wie Drogen und Medikamente (0,9 %), trugen maßgeblich zu Verkehrsunfällen mit Personenschäden bei.

Inspekteur Petric Kleine: »Die sächsische Polizei verfolgt gemeinsam mit allen Trägern der Verkehrssicherheitsarbeit das gemeinsame Ziel, die Anzahl der Getöteten und Schwerverletzten im Straßenverkehr zu senken. Wir zeigen deutliche Präsenz im Verkehrsraum, was sich auch in gestiegenen Anhalte- und Kontrollquoten wiederspiegelt.«

Mehr verunglückte Fußgänger, Businsassen sowie Nutzer von Elektrokleinstfahrzeugen
Während die Zahl der verunglückten LKW-Fahrer (-25,3 %) und Radfahrenden (-6,4%) 2023 sank, stieg die Zahl der verunglückten Fußgänger deutlich um 10,6 % auf 1.364 und die Zahl der verunglückten Businsassen um 39,3 % auf 337. In diesem Zusammenhang führt bereits eine geringe Steigerung an Busunfällen zu einer erheblichen Anzahl an verunglückten Insassen. Des Weiteren stieg auch 2023 die Zahl der verunglückten Nutzer von Elektrokleinstfahrzeugen um 16,3 %.

Höchststand der Verkehrsunfälle mit Personenschäden unter dem Einfluss berauschender Mittel
Im Jahr 2023 ereigneten sich 777 Verkehrsunfälle mit Personenschäden unter Einwirkung von Alkohol (2022: 770). Die Zahl aller Verkehrsunfälle unter Einwirkung von Alkohol betrug 1.768 (2022: 1.789) und bewegt sich damit seit ca. 10 Jahren auf gleichbleibendem Niveau. Bei den Verkehrsunfällen unter dem Einfluss anderer berauschender Mittel (z.B. Betäubungsmittel oder Medikamente) stieg sowohl die Gesamtzahl dieser Unfälle auf 361 (+12,1 %). Die Zahl der Drogenunfälle mit Personenschaden erhöhte sich sogar um 21,5 % auf 147 und erreichte damit einen neuen Höchststand.

Polizei als wichtiger Akteur der Verkehrssicherheitsarbeit
Insbesondere vor der absehbaren Cannabis-Legalisierung gilt es, alle Verkehrsteilnehmer dahingehend zu sensibilisieren, wie gefährlich das Fahren unter Einfluss von Alkohol- oder anderen berauschenden Mitteln ist. Die Legalisierung bezieht sich ausdrücklich nicht auf das Führen von Fahrzeugen.

Kleine betont: „Verkehrssicherheitsarbeit ist und bleibt eine Kernaufgabe der sächsischen Polizei. Neben regelmäßigen Verkehrskontrollen liegt unser Fokus auf Maßnahmen der Prävention. Es geht uns alle an, Verkehrsunfälle mit ihren immensen, gerade auch persönlichen Folgen zu verhindern. Wir sind Partner der Verkehrssicherheitskampagne #mehrAchtung des Deutschen Verkehrssicherheitsrates und wollen aufmerksam machen, wie jeder durch Rücksichtnahme, Augenmaß und Vorsicht, also mehr ACHTUNG, einen wirksamen Beitrag für mehr Sicherheit auf unseren Straßen leisten kann.“

Präventiv stehen vor allem die Zielgruppen der Kinder und Senioren im Mittelpunkt. Erfolgreiche Formate wie beispielsweise »Die Schule hat begonnen«, »sicher.mobil.leben« und »Blitz für Kids« werden auch in diesem Jahr fortgeführt.