S-Bahn: Direkt durch den Citytunnel Leipzig bis Grimma und Döbeln!

Zweckverband kann 16 batteriegetriebene Züge anschaffen

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Archivbild/Sören Müller

Leipzig/Grimma/Döbeln. Für die Anschaffung batterieelektrisch angetriebener Züge erhält der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) Fördermittel der Strukturentwicklung in Höhe von rund 120 Millionen Euro.

Staatssekretärin Barbara Meyer hat dazu am Montag den Fördermittelbescheid an den Vorsitzenden des Zweckverbandes, den Landrat des Landkreises Nordsachsen, Kai Emanuel übergeben. Die neue S-Bahn-Strecke der S1 wird die Leipziger Innenstadt mit dem ländlichen Umland verbinden. Sie soll schon bald aus dem City-Tunnel umweltfreundlich und batteriegetrieben bis nach Grimma und Döbeln unterwegs sein. Dazu ist geplant, 16 batteriegetriebene Züge anzuschaffen, die die bisher genutzten Dieselfahrzeuge ersetzen werden.

„Besonders wichtig ist das für Berufspendler, die künftig schneller, komfortabler und umweltschonender unterwegs sein werden. Das stärkt die Attraktivität der Region insgesamt als Wohn-, Arbeits- und Freizeitstandort und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Strukturentwicklung im Mitteldeutschen Revier“, betonte die Staatssekretärin bei der Übergabe.

Voraussetzung für die Einbindung des Muldentals in das S-Bahn-Netz sei die Beschaffung von umweltschonenden, batterieelektrischen Schienenfahrzeugen. Zu diesem Zweck habe der ZVNL Ende 2021 die Gründung der ZVNL Schienenfahrzeug GmbH beschlossen, welche mit Strukturwandel-Fördermitteln 16 batterieelektrische Züge erwerben und an die DB Regio verpachten wolle. Dieselbetriebene Züge, wie sie derzeit auf der nichtelektrifizierten Strecke Leipzig – Grimma – Döbeln im Einsatz sind, dürfen den City- Tunnel nicht durchfahren. Der Verkehrsvertrag mit DB Regio laufe vom 13. Dezember 2026 bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2038.

Hintergrund: Das Strukturwandelprojekt ist eines von vier Projekten aus dem Bereich Verkehr im Mitteldeutschen Revier, die aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen gefördert werden. Insgesamt hat der Regionale Begleitausschuss des Mitteldeutschen Revieres 45 Projekte mit einem Mittelvolumen von rund 471,1 Millionen Euro ausgewählt. Das Strukturwandelprojekt der batteriegetriebenen Züge hat mit einem Fördervolumen von 113,5 Millionen Euro Bundesmitteln einen Anteil von 7,5 Prozent am gesamten Fördervolumen. 24 Projektträger im Mitteldeutschen Revier haben bisher Förderbescheide mit einem Mittelvolumen von rund 238 Millionen Euro erhalten.