Spitzenspiel wird früh entschieden – Colditz verliert erwartungsgemäß in Riesa

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Foto: HFC

Colditz. Alexander Kunert und sein Team hatten sich für das Spiel gegen den Staffelprimus BSG Stahl Riesa einiges vorgenommen.

Natürlich waren die Nudelstädter Favorit für diese Begegnung, aber es sind genau diese Spiele, wo man sich mit einer ausgeklügelten Taktik und hohem Engagement diese umzusetzen auch gegen vermeintlich bessere Mannschaften beweisen kann. Diese Möglichkeit blieb leider aus, auch, weil Colditz nach einer gelb-roten Karte für Kapitän Kevin Mörtlbauer diese schwere Aufgabe über 75 Minuten in Unterzahl angehen musste. Am Ende gewann Riesa dieses Spiel erwartungsgemäß aber auch verdient und bleibt damit ohne Punktverlust weiter an der Spitze der Tabelle der Landesklasse-Mitte.

Da der Rasen in der Feralpi-Arena durch das Landespokalspiel gegen Aue schon stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, sollte das Spitzenspiel gegen Colditz im Oehme-Sportpark in Riesa-Gohlis ausgetragen werden. Wahrscheinlich war die Verlegung auch richtig, denn es sollte über 90 Minuten regnen. Was der Fußballkenner als “englisches Wetter” darstellt, wird in Riesa traditionsgemäß als “Stahl Wetter” bezeichnet. Also eigentlich perfekt für diese Partie.

Beide Mannschaften begannen gut und versuchten mit ihren spielerischen Möglichkeiten aufzutrumpfen. Das Schiedsrichtergespann unter Leitung von Maurizio Hoffmann hatte direkt auch allerhand zu tun da zum einen durch die körperliche Spielweise der Mannschaften, und durch das ständige wegrutschen der Spieler auf dem nassen Geläuf viel Fingerspitzengefühl für die Bewertung der Situationen vonnöten war. Nach einem Foulspiel vom Colditzer Mannschaftskapitän Kevin Mörtlbauer sah dieser früh den gelben Karton, und wenige Minuten später die Ampelkarte. Nach 15 Minuten geriet Mörtlbauer in eine Situation, als bereits ein Freistoß für Colditz gepfiffen war. Der Riesaer Tom Nehring sperrte den Ball ab, um die schnelle Ausführung des Freistoßes zu verhindern, und Mörtlbauer schob ihn zur Seite. Infolge der kleineren Rudelbildung im Anschluss zeigte Schiri Hoffmann dem Colditzer Kapitän die gelb-rote Karte. Ob richtig oder falsch, dieser Feldverweis war für den Ausgang des Spiels vorentscheidend. HFC-Coach Kunert: “Wenn du über 75 Minuten des Spiels gegen eine Mannschaft wie Riesa in Unterzahl spielst, wird es unheimlich schwer.” “Für uns war danach wichtig, noch mehr als Team aufzutreten, um nicht unter die Räder zu kommen.”

Die Spielanteile verlagerten sich fortan aber natürlich mehr in Richtung der Nudelstädter, die dadurch folgerichtig auch zu Tormöglichkeiten kamen. Chancen von Marcel Fricke (19.) und Pau Kant blieben aber ungenutzt.(25.) Besser machte es dann Niklas Noah Pohl der erst nach einem Zweikampf noch Strafstoß forderte, aber in der Situation aufmerksam blieb, und erneut zentral angespielt wurde und direkt abschloss.(30.) Das war mittlerweile die verdiente Führung für Riesa. Colditz sah sich mehr und mehr in Defensivaufgaben und kam nur punktuell zu eigenen Möglichkeiten. Noch vor der Halbzeit konnte Riesa den Vorsprung erhöhen. Ein langer Ball von Außenverteidiger Florian Ohme in Richtung von Paul Kant landet im Strafraum. Während Paul Reichelt im Colditzer Tor versucht den Ball zu klären, versucht Kant selbigen im Tor unterzubringen. Beide Spieler schlagen jedoch am Spielgerät vorbei und der Ball landet im Tor.(40.) Kuriose Szene, aber Tor für Florian Ohme. Die Entscheidung fiel dann direkt nach der Pause, als Georg Liesch zum 3:0 vollenden konnte. (48.) Dennoch versuchte Colditz auch selbst immer mal wieder in Richtung Riesaer Gehäuse zu gelangen, auch wenn dies durch die numerische Unterzahl ungemein schwieriger war, In der Schlussminute konnte dennoch Leo Schmidt nach einem Freistoß vom kurz zuvor eingewechselten Phillip Voigtländer aus dem Halbfeld den Anschlusstreffer erzielen. Der Treffer sollte aber nur noch Ergebniskosmetik sein. Kunert zeigte sich nach dem Spiel enttäuscht, da er und sein Team sich gegen den Klassenprimus schon “einiges vorgenommen hatten, um am Ende sogar Punkte zu entführen.”

“Wir waren ja auch 15 Minuten auf einem guten Weg”. Die Schuld suchte Kunert dennoch nicht beim Schiedsrichter. Aber jetzt heißt es “Mund abputzen” und die “Sinne für die letzten 3 Partien der Hinrunde schärfen”. “Wir müssen nochmal alles investieren, um am Ende als Sieger vom Platz zu gehen”. Colditz hat am kommenden Sonntag in der Hausdorfer Anona Arena wieder Heimspiel. Ab 14 Uhr kann die Mannschaft beim Derby gegen Mittweida wieder zeigen, dass deutlich mehr in ihr steckt.