Wie funktioniert eine Gehaltsabrechnung?

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Geld
Symbolbild/pixabay

Je nach Sichtweise gehört der Blick auf die Gehaltsabrechnung zu den schönsten oder schlimmsten Momenten eines jeden Arbeitnehmers. Schön, weil endlich das Geld kommt, für das im vergangenen Monat geschuftet wurde. Schlimm, weil vom Bruttolohn eine Menge Geld nicht bei den Arbeitnehmern ankommt. Doch wie setzt sich die Abrechnung eigentlich zusammen und wohin geht das Geld? Immerhin liegt Deutschland bei den Ländern mit den höchsten Abgaben laut OECD-Bericht auf den vordersten Plätzen. Zudem können Arbeitnehmer bei den steuerlichen Abgaben einsparen, wenn sie sich mit den Feinheiten auseinandersetzen. Einen kurzen Überblick der wichtigsten Punkte erhalten Sie hier.

Was versteht man unter einer Gehaltsabrechnung?
Bei der Lohn- oder Gehaltsabrechnung, die als Entgeltabrechnung zusammengefasst wird, handelt es sich um eine regelmäßig, üblicherweise monatlich erstellte Abrechnung. Sie bescheinigt die Leistungen des Arbeitnehmers und als Gegenpart das Gehalt oder den Lohn, den der Arbeitgeber zahlen muss. Der Bruttolohn beschreibt dabei das gesamte verdiente Geld, der geringere Nettolohn das, was am Ende auf dem eigenen Konto landet. Die größten Abzüge entstehen durch die Sozialversicherungsbeiträge und die Lohnsteuer. Möchten Sie sich detaillierter mit der Funktion und den einzelnen Aspekten einer Gehaltsabrechnung auseinandersetzen, können Sie sich übrigens auf www.gehaltsabrechnungs-software.de informieren.

Die Lohnsteuer
Seit 1920, während der Weimarer Republik, wird die Lohnsteuer direkt vom Finanzamt abgezogen und einbehalten. Die Höhe der Lohnsteuer ist vor allem abhängig von der Höhe des Einkommens und der Steuerklasse. Sie steigt progressiv, das heißt je mehr Sie verdienen, desto mehr müssen Sie auch prozentual abgeben. Der Steuersatz beginnt in Deutschland bei 14 %, der Spitzensteuersatz beträgt 42 %, ab einem bestimmten Verdienst greift die Reichensteuer von 45 %. Insgesamt gibt es sechs Steuerklassen, die einen erheblichen Einfluss auf die Lohnsteuer haben. Singles zahlen beispielsweise mehr an das Finanzamt, als Verheiratete mit Kindern.

Sozialversicherungen
Deutschland hat ein breites Sicherungsnetz aufgebaut, um die Bevölkerung vor Armut, Krankheit und Obdachlosigkeit zu schützen. Das ist jedoch teuer. Nicht umsonst verantwortet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales jährlich mit Abstand die höchsten Ausgaben. Die Sozialversicherungsbeiträge setzen sich aus den vier Eckpfeilern Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zusammen. Die Krankenversicherung und der Beitrag zur Sicherung der Rente machen dabei den größten Teil aus. Gesetzlich Krankenversicherte zahlen 14,6 %, wobei die Hälfte vom Arbeitgeber beigesteuert wird. Auch die 18,6 % für die Rentenversicherung werden auf diese Weise aufgeteilt.

Warum es sich lohnt, sich mit Steuern auseinanderzusetzen
Keine Frage, Steuerberater haben ihre Daseinsberechtigung. Ab einem gewissen und schwierig zu definierendem Grad der Komplexität des individuellen Falls ist ein Steuerberater mehr als hilfreich, auch wenn Sie sich gut im Steuerdschungel auskennen. Doch selbst wenn Sie einen Steuerberater engagieren, lohnt es sich, einen Überblick über Steuerregelungen zu haben, um entgeltliche Vorteile zu gewinnen. So können Sie mit dem Arbeitgeber etwa über Provisionen, Firmenwagen und Betriebsrenten sprechen, um steuerliche Vorteile herauszuschlagen, die am Ende des Tages mehr Geld bedeuten, um beispielsweise den Spitzensteuersatz zu umgehen oder Ihre Rente aufzubessern. Klassische Beispiele sind steuerfreie Sachleistungen wie Tankgutscheine oder vergünstigter Wohnraum, den Sie von Ihrem Arbeitgeber erhalten können.