Nach Zugstrandung in Bad Lausick: Das sagt die MRB!

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Bad Lausick. Nachdem der Regionalexpress am Sonntag bei Bad Lausick mit 120 Fahrgästen gestrandet war, wurde vor allem in den sozialen Netzwerken Kritik am Notfallmanagment der Mitteldeutschen Regionalbahn laut. Das sagt das Unternehmen:

Am Sonntag kam es laut MRB um 13:24 Uhr auf freier Strecke zwischen Bad Lausick und Belgershain zum Ausfall einer Lok. Eine Abschlepp-Lok sollte laut Unternehmen bereits nach einer Stunde zur Verfügung stehen. „Jedoch verzögerte sich die Zufahrt, so dass der liegen gebliebene Zug erst gegen 16:30 Uhr nach Leipzig Hbf geschleppt wurde.“ so die Pressestelle der MRB. In Wahrheit bewegte sich der Zug erst gegen 17:15 Uhr in Richtung Leipzig. Also erst gut eine Stunde später. Fahrgäste äußerten Kritik, dass es kaum Wasser für die Fahrgäste gab. Das sieht die MRB allerdings anders: „In unseren Zügen stehen geringe Mengen Notfallwasser zur Verfügung, die ausgegeben wurden. Weiteres Wasser wurde extern durch eintreffende Rettungskräfte an die Fahrgäste verteilt.“

Und warum gab es keinen zeitnahen Schienenersatzverkehr? „Bei einem liegen gebliebenen Zug mit Fahrgästen werden die Entscheidungen immer mit Hinblick auf die aktuelle Lage und das Wohl der meisten Fahrgäste getroffen. In diesem Fall war das Abschleppen des Zuges im zugesagten Zeitfenster von einer Stunde der Evakuierung des Zuges vorzuziehen.“ Eine Evakuierung hätte demnach wesentlich länger gedauert und die Fahrgäste wären noch nicht am Endreisepunkt eingetroffen, hätten also weitere Fahrzeiten und Umwege in Kauf nehmen müssen. „Die Verzögerung der Bereitstellung der Abschlepp-Lok war für uns nicht vorhersehbar und ist äußerst bedauerlich. Aufgrund der Verzögerung wurden entsprechend die Rettungskräfte informiert.“ 

Können Fahrgäste nun den Ticketpreis zurückverlangen? „Fahrgäste können selbstverständlich im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen ihre Fahrgastrechte bei uns geltend machen. Dazu finden sich auf unserer Webseite weitere Informationen sowie das Antragsformular.“
Twitter Nutzer Violissimo bezeichnete den Zug als „rollende Schrottzug aus notdürftig überholten Reichsbahnwagen“: Auf der Strecke Leipzig – Chemnitz werden laut MRB „verkehrsvertragskonforme lokbespannte Wagenparks“ eingesetzt. Diese sehen laut Unternehmen keine Klimaanlagen vor.
Auf die Frage warum Fahrgäste den Zug lange nicht verlassen durften, ging man nicht direkt ein: „Selbstverständlich können die Fenstern der Abteile und Großraumwagen geöffnet werden.“

Ab Sommer 2024 sollen dann immerhin auf der Strecke im Rahmen des neuen Verkehrsvertrags moderne batterieelektrisch-betriebene und klimatisierte Triebwagen des Typs Coradia Continental zum Einsatz kommen.

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