Bundesweite Protestaktion: Apotheken am Mittwoch geschlossen

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Symbolbild/pixabay

Grimma/Sachsen. Am Mittwoch den 14.06.23 werden Apothekenmitarbeiter und Inhaber bundesweit gegen die Gesundheitspolitik protestieren.

Viele Apotheken werden am kommenden Mittwoch daher geschlossen sein, da sich die Mitarbeiter in Berlin oder anderen Städten bei Protestkundgebungen Gehör verschaffen wollen. Ein Notversorgung über die jeweils zuständige Bereitschaftsapotheke ist jederzeit gegeben. Welche Apotheke das ist, finden Sie am Notdienstaushang jeder geschlossenen Apotheke sowie im Internet. Bitte suchen Sie die Notdienstapotheke nur in dringenden Fällen auf, da es sonst zu langen Wartezeiten kommen kann! Nicht eilige Rezepte sollten daher in den Folgetagen wie gewohnt eingelöst werden.

Warum ist das so und geht es den Apotheken nicht eigentlich sehr gut? „Leider hat sich hier das Blatt in den letzten Jahren deutlich zum Schlechteren gewendet. Seit nunmehr fast 20 Jahren ist das Apothekenhonorar unverändert. Haben Sie in den letzten 20 Jahre eine oder mehrere Lohnerhöhungen bekommen? Vermutlich ja und das ist auch gut und richtig so, denn die Lebenshaltungskosten steigen kontinuierlich, besonders die letzten Jahre sind wohl jedem in lebhafter Erinnerung.„, erklärt Christian Donner, welcher in Grimma Süd die Lindenapotheke von seiner Mutter übernahm und seit 2006 betreibt.

Bisher haben wir es geschafft, durch verschiedene Stellschrauben die Kosten immer weiter zu optimieren, inzwischen sind weitere Einsparungen fast nirgendwo mehr möglich. Die zusätzlichen Aufgaben und vielen Überstunden, welche wir während der Pandemie zu übernehmen hatten, wie zum Beispiel das Herstellen von fehlenden Desinfektionsmitteln oder das Prüfen und Erstellen von Impfzertifikaten bis in die Nacht, wurden einmalig vom Staat bezahlt. Mit dieser einmaligen Vergütung der Mehrarbeit können allerdings keine laufenden, ständig steigenden Kosten gegenfinanziert werden.“ Die rasant sinkende Anzahl an Apotheken kommt nicht von ungefähr.

Wenn die laufenden Kosten gerade noch so gedeckt werden können, sind keine Investitionen in die Zukunft möglich. Was mit Betrieben und auch Häusern geschieht, in die nicht mehr investiert wird, die auf Verschleiß gefahren werden, haben wir alle am Ende der DDR gesehen. Viele ältere Kollegen finden keinen Nachfolger mehr. Die maßgeblich von Herrn Lauterbach mit verschuldeten Lieferengpässe und die allerorts ausufernde Bürokratie machen es immer schwerer und zeitaufwendiger die Patienten angemessen zu versorgen. Wenn ein für das Honorar zuständiger Wirtschaftsminister, der die Konsequenzen einer Insolvenz nicht kennt und gern Umsatz und Gewinn „verwechselt“ oder ein Finanzminister auf die Frage woher denn die Milliarden an zugesagten Hilfen für andere Staaten kommen sollen nur stammelt: „das können wir im Haushalt darstellen. Mit Mitteln, mit Mitteln“ dann wird mir Angst und bange. Daher ist unsere Forderung an die Politik, lasst uns mit Sachverstand die Probleme diskutieren und eine für beide Seiten tragfähige Lösung finden! Vielen Dank für Ihr Verständnis.“

Auch in Grimma schließt nach der Adlerapotheke in der Grimmaer Innenstadt nun die nächste Apotheke. Die Stern Apotheke in Grimma West wird zum 30.06.2023 schließen.