90-Jähriger in Grimma übergibt nach Schockanruf mehrere tausend Euro an Betrüger – Zeugenaufruf!

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Polizeiwagen
Symbolbild/pexels

Leipzig/Grimma. Im Laufe des Dienstags erhielten mehrere Personen im Bereich der Polizeidirektion Leipzig Anrufe von vermeintlichen Polizeibeamten.

Bei den Anrufen teilten die unbekannten Tatverdächtigen laut Polizei mit, dass ein Verwandter einen Verkehrsunfall verursacht haben soll. In einigen Fällen wurde im weiteren Verlauf eine Kaution zur Abwendung einer Haftstrafe gefordert. Der Großteil der Angerufenen übergab kein Geld, sodass es in diesen Sachverhalten zu keinem Vermögensschaden kam. In den bekanntgewordenen Fällen hat die Polizei die Ermittlungen wegen Betruges und Missbrauchs von Titeln aufgenommen.

In Grimma hatte ein 90-jähriger Mann ebenfalls einen derartigen Anruf erhalten. Ihm wurde laut Polizeiangaben mitgeteilt, dass sein Enkel einen schweren Unfall verursacht haben soll. Aufgrund dessen sollte der ältere Herr eine Kaution im mittleren fünfstelligen Bereich zahlen. Ansonsten müsste sein Enkel zunächst für mehrere Monate in Haft. Schlussendlich traf sich der 90-Jährige mit einem Unbekannten in der Straße Wolfsgraben und übergab eine niedrige fünfstellige Summe. Der Unbekannte wird wie folgt beschrieben:
•       südländisch
•       dunkle Augen
•       kurze schwarze Haare
•       trug einen Mundschutz

Die Polizei hat die Ermittlungen wegen Betruges aufgenommen und bittet in diesem Zusammenhang um die Mithilfe der Bevölkerung.
• Wer hat am 18. April 2023 zwischen 15:30 Uhr und 17:30 Uhr eine männliche Person in der Straße Wolfsgraben gesehen, auf die die Beschreibung passt?
• Wer hat Fahrzeuge in der betreffenden Zeit gesehen, die mit der Tat im Zusammenhang stehen könnten?

Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise zum Sachverhalt oder dem unbekannten Tatverdächtigen geben können, werden gebeten, sich bei der Kriminalaußenstelle Grimma, Köhlerstraße 3, 04668 Grimma, Tel. (03437) 7089-0 oder bei der Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. (0341) 966 4 6666, zu melden.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass Kriminal- oder Polizeibeamte am Telefon niemals nach Bankdaten, Kontoständen oder Wertgegenständen im Haushalt fragen, niemals Geld fordern und auch niemals aus Ermittlungsakten Vernehmungen oder Zeugenaussagen vorlesen oder Gesprächsmitschnitte vorspielen. Beenden Sie solche Gespräche und rufen Sie die Polizei.