Weiter Anspannung trotz Rückgang bei Waldschäden

Borkenkäfer gehen zur Winterruhe über/ Gegenmaßnahmen weiter erforderlich

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Symbolbild/pixabay

Sachsen. Die Massenvermehrung von Borkenkäfern und anderen Rinde und Holz besiedelnden Schadinsekten hat sich auch 2022 in den sächsischen Wäldern fortgesetzt.

Sowohl die Anzahl an Schädlingen in den Wäldern als auch die Menge an befallenen Bäumen ist weiterhin sehr hoch und bestimmt weitgehend die Arbeit der Forstleute in Sachsen. Die bislang verfolgte Strategie zeigt dennoch Wirkung: Seit 2020 gehen die Schäden trotz ungünstiger Witterungsbedingungen tendenziell zurück, jedoch in teils sehr unterschiedlicher Ausprägung in den einzelnen Regionen von Sachsen. Das weiterhin hohe Gefährdungspotenzial macht es auch in den nächsten Monaten und im kommenden Jahr erforderlich, die vorhandenen Gegenmaßnahmen weiter konsequent umzusetzen und zu verbessern.

Ein erneuter Anstieg des Befalls kann aufgrund des hohen Ausgangsniveaus weitere massive Waldschäden nach sich ziehen. Zu diesen Schlussfolgerungen kommen die Vertreterinnen und Vertreter der regionalen Wald-Krisenstäbe in den Landkreisen und kreisfreien Städten und Sachsenforst bei einem Arbeitstreffen am Freitag (21. Oktober).

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Eine Ursache für den Rückgang der Schäden ist der günstigere Witterungsverlauf in 2021. Leicht überdurchschnittliche Regenmengen im vergangenen Jahr haben die Vitalität der Waldbäume verbessert. Nach Sturmschäden im vergangenen Winterhalbjahr, einem sehr trockenen und warmen Sommer 2022 sowie der damit verbundenen Anlage einer dritten Generation des Buchdruckers (der gefährlichsten Borkenkäferart in Sachsen), wurde ein erneuter Anstieg der Schäden befürchtet.

Dieser ist landesweit betrachtet jedoch nicht eingetreten. Der Rückgang der Schäden ist in einigen Regionen auch auf den zum Teil großflächigen Ausfall der ehemals verbreiteten Fichten − der mit Abstand am stärksten betroffenen Baumart in Sachsen − zurückzuführen. Wo Fichten nur noch in Restbeständen vorkommen, wie beispielsweise in weiten Bereichen des sächsischen Hügellandes, können sie auch kaum noch befallen werden. Die Befallsmenge nimmt entsprechend ab. Schließlich zeigt sich aber auch deutlich die Wirksamkeit der Arbeit der Forstleute. Wo Maßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung unterblieben oder aufgrund fehlender Aufarbeitungskapazitäten nicht konsequent umgesetzt werden konnten, haben sich die Schäden weiter ausgebreitet.

Regional unterschiedliche Ausprägung der Schäden

Der regionale Schwerpunkt der Waldschäden in Sachsen liegt auch 2022 im Oberlausitzer Bergland, im Zittauer Gebirge und in der Sächsische Schweiz, wo vor allem Fichten auf großen Flächen absterben oder bereits abgestorben sind. Gegenüber dem Vorjahr stagnieren die Schäden in diesen Regionen auf einem sehr hohen Niveau. Im Westerzgebirge und im Vogtland waren die bisher befallenen Holzmengen geringer als in den Schwerpunktgebieten. Jedoch ist in diesen Regionen eine deutliche Zunahme der Schäden gegenüber dem Vorjahr zu beobachten, die zu erhöhter Wachsamkeit mahnt. Auch im Erzgebirge wurde eine sehr hohe Aktivität von Borkenkäfern verzeichnet, der befürchtete Anstieg der Schäden konnte aber bisher verhindert werden. In den übrigen tiefergelegenen Teilen von Sachsen sind die Schadholzmengen weiter zurückgegangen. Auch bei der Kiefer werden aus diesen Regionen rückläufige Schäden gemeldet. Jedoch zeigen hier die zunehmend dominierenden Laubbaumarten wie Eiche, Buche, Ahorn, Eschen und Birken weiterhin Schäden infolge von Trockenheit und Schädlingsbefall.

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Die Borkenkäfer gehen jetzt in die Winterruhe über. Sie überwintern unter der Rinde von Bäumen oder im Waldboden. Der Einschlag und Abtransport von befallenen Bäumen ist deshalb auch jetzt und über den Winter hinweg noch sinnvoll, da so der Befallsdruck im kommenden Frühjahr, wenn die überwinterten Käfer wieder ausschwärmen, reduziert werden kann. Waldbesitzende können sich kostenlos zu allen Fragen der Waldbewirtschaftung und Schadensbewältigung bei den zuständigen Revierleiterinnen und Revierleitern von Sachsenforst beraten lassen. Ansprechpartner/-innen können im Internet auf dem Waldportal Sachsen unter www.sachsenforst.de/waldbesitzer gefunden werden.

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