Protestaktion: Ammelshainer demonstrieren gegen Ortschaftsrat

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Fotos: Sören Müller

Naunhof/Ammelshain. Ungewöhnliche Szenen spielten sich Montagabend im Naunhofer Ortsteil Ammelshain ab.

Montagabend zogen gut 50 Ammelshainer auf eine öffentliche Wiese vor das Wohnhaus des Ammelshainer Ortschaftsrat Jürgen Streller. Auf ihren mitgebrachten Schildern machten sich die Ammelshainer ordentlich Luft. „Ein Irrer und das ganzes Dorf leidet“ oder „Wir sind gegen Amtsmissbrauch“ war unter Anderem zu lesen.

Hintergrund der angemeldeten Versammlung ist der seit gut 25 Jahren angestrebte Bau einer Umgehungsstraße, die der Ortschaftsrat als Einziger blockieren und zu verhindern versuche. Die neue Umgehungsstraße würde über seine landschaftliche Flächen führen.

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Zugespitzt habe sich der Streit laut LVZ, „als er einen Weg auf seinem Grundstück mit einer Extruderschnecke blockierte, sodass weder Fahrzeuge noch Fußgänger durchkamen.“ Demnach wäre es im Brandfalle der Feuerwehr unmöglich mit einer Drehleiter zwei Grundstücke zu erreichen. Wie Anwohner berichteten gäbe es seit gut 25 Jahren Bestrebungen die Umgehungsstraße zu bauen um den LKW-Verkehr des Altenhainer Steinbruchs aus dem Ort zu bekommen, der diesen passieren muss um auf die A14 zu kommen.

Eigentlich waren sich alle einig, auch die Behörden, sogar der Steinbruch bot laut Leipziger Volkszeitung, welche zum Thema ausführlich berichtet, an, Kosten zu übernehmen um Anlieger zu entlasten. Nur einer stemme sich gegen die Pläne und klagte bereits. Laut den Teilnehmern der Demonstration ohne Erfolg.

Streller sprach sich demzufolge nun dafür aus die Altenhainer Straße zu verbreitern, er würde sogar das Material stellen wollen. Die Flächen müssten dann die Anlieger abgeben. Auch eine weitere A14 Ausfahrt in Beiersdorf brachte er ins Rennen. Anwohner kritisierten das und stellten diese Ideen nicht nur mit einer Enteignung gleich sondern auch mit Realitätsfremde. Der Protest vor dem Wohnhaus war bis 19 Uhr angemeldet und verlief friedlich. Streller selbst lies sich bei dem Anwohnerprotest nicht blicken, nur an den Fenstern seines Wohnhauses war immer wieder Bewegung zu erkennen.

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