Brandis und Trebsen bekräftigen Wunsch nach Reaktivierung der Bahnstrecke

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Symbolbild/Pixabay

Brandis/Trebsen. Am kommenden Wochenende gibt es wieder die nostalgischen Pendelfahrten mit der Dampflok auf der Strecke zwischen Beucha, Brandis und Trebsen.

Mit der Leipziger Dampflok und dem Reichsbahnwagenzug geht es dann auf der alten Bahnstrecke von Beucha über Altenhain nach Trebsen. Aus diesem Anlass bestärkten die Bürgermeister der Stadt Brandis, Arno Jesse, und der Stadt Trebsen, Stefan Müller, in einem gemeinsamen Gespräch mit Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) ihr Anliegen nach der Reaktivierung der Bahnstrecke Brandis-Trebsen für den regulären Personenverkehr.

Sie verweisen dabei auf die sehr positiven Ergebnisse des sogenannten Basisgutachten aus dem letzten Jahr. Dies bescheinigte dieser Strecke ein hohes Potenzial und die Aussicht auf eine wirtschaftliche Tragfähigkeit. Untersucht wurden in diesem Gutachten 21 potenziell für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) zu reaktivierenden Eisenbahnstrecken in Sachsen.

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Auch die Strecke Beucha-Brandis-Trebsen gehörte zu den untersuchten Strecken. In diesem Gutachten wurde anhand der Kriterien „Erwartetes Nachfragepotential im SPNV“, „Kosten der Reaktivierung“ und „zu erwartende Betriebskosten für die Bestellung der SPNV Leistungen“ ermittelt, welche Strecken sich für vertiefende Untersuchungen eignen.

Aufgrund der positiven Ergebnisse des Basisgutachtens hat das SMWA neben anderen Strecken auch für die Eisenbahnstrecke Beucha-Brandis-Trebsen nun eine vertiefende Potentialanalyse beauftragt. Die Ergebnisse der Potentialanalyse sollen bis Mitte des Jahres vorliegen, damit diese noch in die Haushaltsverhandlungen zum nächsten Doppelhaushalt 2023/2024 einfließen können.

Beide Bürgermeister unterstrichen noch einmal die Wichtigkeit einer möglichen Reaktivierung der Bahnstrecke. „In den vergangenen Jahren wurde durch das Konzept Muldental in Fahrt in Punkto Erreichbarkeit und Mobilität sehr viel geschaffen“, so Arno Jesse, „nun gilt es, das Erreichte weiterzuentwickeln und unsere Region auch in die Tiefe noch besser an das mitteldeutsche Schienennetz anzubinden.“ Für den Trebsener Bürgermeister Müller geht es insbesondere um die Standortsicherung seiner Stadt. „Für die weitere Entwicklung der Stadt Trebsen auch als Wirtschaftsstandort“, so Müller, „ist die Eisenbahnverbindung nach Leipzig und damit an das gesamtdeutsche wie europäische Schienennetz von zentraler Bedeutung. Erreichbarkeit durch den öffentlichen Nahverkehr wird ein zunehmend wichtigeres Kriterium nicht nur für Neubürger, sondern auch für Unternehmen, die sich hier niederlassen wollen.“

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Nach Auswertung der Potentialanalyse ist über die Aufnahme weiterer Planungsschritte zu entscheiden. Wenn die Ergebnisse der Untersuchung dies rechtfertigen, beabsichtigt das SMWA mit dem Betreiber der Schieneninfrastruktur Deutsche Regionaleisenbahn GmbH (DRE) einen Vertrag über weitere Planungen abzuschließen. Voraussetzung für alle Planungen ist jedoch die Zusage des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) auf der Strecke zukünftig entsprechende SPNV-Leistungen zu bestellen. Die Gespräche dazu müssen noch geführt werden.

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