Brandschutzbedarfsplan bescheinigt solide Aufstellung der Naunhofer Feuerwehr

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Foto: Sören Müller

Naunhof. Am 27. Oktober beschloss der Naunhofer Stadtrat mehrheitlich die 1. Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes. Damit wurde der seit 2006 vorhandene Brandschutzbedarfsplan erstmals aktualisiert.

Der Fokus der Planung für die kommenden fünf Jahre liegt insbesondere auf notwendigen Investitionen in allen drei Ortswehren, teilte die Stadtverwaltung mit.

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Bei der Erstellung des Maßnahmenkataloges wurde auf die bestehende Haushaltskonsolidierung geachtet, des Weiteren auf ortsspezifische Risiken gesehen, und es erfolgte ein Abgleich mit der Richtlinie Feuerwehrförderung – Sachsen. Ein ebenso wichtiger Punkt des Brandschutzbedarfsplanes legt Augenmerk auf die Nachwuchsgewinnung und die Würdigung des Ehrenamtes. Hier soll unter Einbeziehung aller Beteiligten eine angemessene Wertschätzung gefunden werden.

Personell bescheinigt der neue Brandschutzbedarfsplan insgesamt die Leistungsfähigkeit. Mit Blick auf den Personalbedarf in die Ortsfeuerwehren entsteht ein differenzierteres Bild. Während die Ortsfeuerwehren Naunhof und Ammelshain vergleichbar gut aufgestellt sind, befindet sich die Ortsfeuerwehr Fuchshain derzeit in der Umstrukturierung. Ziel ist es, hier wieder eine akzeptable Anzahl ehrenamtlich aktiver und qualifizierter Feuerwehrkameraden vor Ort zu erreichen. Aus diesem Grund bekennt sich der neue Brandschutzbedarfsplan ganz klar zu allen drei Feuerwehrstandorten. In enger Kooperation der Ortswehren sollen junge Nachwuchskräfte an den Feuerwehrdienst und an Führungspositionen herangeführt werden.

Klare Ansage ist im neuen Brandschutzbedarfsplan auch: Es wird weiter in alle drei Feuerwehrstandorte investiert. Im Wesentlichen sind in den kommenden Jahren die Fahrzeuge aus der 1990er Jahren zu ersetzen. Die Nutzungsdauer eines Feuerwehrfahrzeugs beträgt generell zwanzig Jahre und sollte 25 Jahre nicht überschreiten, auch weil die Ersatzteilbeschaffung bereits nach zwanzig Jahren kritisch wird. Um für eine Neubeschaffung Fördermittel zu erhalten ist es zwingend, dass diese geplanten Investitionen im Brandschutzbedarfsplan enthalten sind. Auch Baumaßnahmen wurden in die Planung aufgenommen. Neben der Errichtung einer Löschwasserentnahmestelle am Moritzsee soll 2018 die Herstellung eines Übungs- und Ausbildungsgeländes am Standort Naunhof beginnen. Damit wird zukünftig die Ausbildung in Technischer Hilfeleistung vor Ort möglich, entsprechende Ausbilder stehen zur Verfügung. Auch Übungen mit der Drehleiter können nach dem Umbau hinter dem Gerätehaus durchgeführt werden. Das Proben unterschiedlichster Szenarien im Einsatzfall findet bislang an der Landesfeuerwehrschule in Nardt statt. Lehrgangsplätze hierfür sind rar.

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Der Brandschutzbedarfsplan versteht sich also als eine Art Kompass, der die gewünschte Richtung vorgibt. Die eigentlichen Planungen der jeweiligen Anschaffungen erfolgt aber erst im Zuge der jährlichen Haushaltsplanung und des Haushaltvollzugs.

Das ehrenamtliche Engagement aller in der Feuerwehr verdient Dank und Anerkennung. Hier sollen die bestehenden immateriellen und materiellen Möglichkeiten nach den Bedürfnissen der Feuerwehrangehörigen künftig effektiver genutzt werden. Ein weiterer Handlungsschwerpunkt bleibt die Nachwuchsförderung und die Gewinnung neuer ehrenamtlicher Mitglieder für die Feuerwehr. Zu erwähnen ist ebenfalls, dass nicht nur in Naunhof sondern auch für die benachbarten Wehren in Parthenstein, Belgershain und Threna ein Brandschutzbedarfsplan erarbeitet wurde. Die jeweiligen gegenwärtigen Strukturen und Ausstattungen wurden berücksichtigt und aufeinander abgestimmt.

Die 1. Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes wurde vom Kreisbrandmeister des Landkreis Leipzig fachlich geprüft und akzeptiert und erhielt vom Ortsfeuerwehrausschuss Naunhof und den Ortswehrleitungen Ammelshain und Fuchshain die Zustimmung. Im Rahmen der Anhörung wurde er durch die Ortschaftsräte beschlossen und erhielt abschließend auch die mehrheitliche Zustimmung des Stadtrates, auch wenn einzelne Punkte der Investitionen so manchen Stadtrat mal wieder „Bauchschmerzen“ bescherte.

 

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