Geoportal Schaddelmühle weiter im Ranking – Noch ein weiter Weg zur internationalen Anerkennung

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Foto: Detlef Rohde

Grimma/Schaddel. Am 15. September findet eine Begehung durch die UNESCO Expertenkommision Deutschlandgruppe des 2014 gegründeten GeoParks Schaddelmühle statt.

Mit Vertretern des Geopark Porphyrland – Steinreich in Sachsen. wie Frau Dr. Fiedler , Frau Dr. Krüger und dem Chef der Schaddelmühle Frank Brinkmann, geht es in die nächste Runde zu einer internationalen Anerkennung, des Projektes.
Geoportale gibt es mehrere in Sachsen, die Schaddelmühle ist allerdings auch eines der wenigen, das für den Besucher ganzjährig geöffnet ist. Und genau da sind wir schon bei der eigentlichen Bedeutung, die Schaddelmühle startet mit dem Titel Erden der Keramik. In dem Künstlerhaus dreht sich alles um den Werkstoff Ton. Ein Rohstoff, der ebenso wie Kaolin, das zur Porzellanherstellung reichhaltig in der Region vorhanden ist.

Seit dem Mittelalter, vermutlich aber schon seit dem Beginn der Siedlungszeit, war das Muldental von kermaikproduzierenden Betrieben beherrscht. Porzellan aus Colditz, das in Ost und West vertrieben wurde, stand früher in fast jedem Haushalt und Betrieb auf dem Tisch. Heute gehören die großen Keramikwerke in der Region einer aussterbenden Industrie an. Von 21 Werken sind heute noch 6 in der aktiven Produktion.

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Mit dem Geoportal Schaddelmühle soll auf die erdgeschichtlichen Zusammenhänge der Industrienutzung von regionalen Rohstoffen in der Vergangenheit und Gegenwart erinnert werden, von der auch die mit keramiken arbeitenden Künstler profitierten, in dem sie für Designarbeiten von den Werken eingekauft worden waren. Mit der Wende kam der Zusammenbruch und das große Industriesterben, dass im Westen bereits zwanzig Jahre zuvor begonnen hatte. Durch die Deutsche Mark als Währung war die Produktion zu teuer geworden und die Keramikbuden verlagerten sich und produzierten bis vor wenigen Jahren dann in Osteuropa für den Weltmarkt. Heute kommen die meisten Produkte aus Asien und den östlichsten Regionen.

Frank BrinkmannFrank Brinkmann, ein renommierter Keramiker und Bildhauer, ist heute der Chef des Künstlerhauses und Geoportals, das sich aus dem 1974 gegründeten Kollegium Bildender Künstler entwickelt hat und dem er selbst angehört, hat eine klare Vorstellung über die Bedeutung des Geoportals für die Region.

Frank Brinkmann : „In der Fortführung der Keramikproduktion als individuell gestaltete Keramik wird die Schaddelmühle ein lebendiger Ort bleiben. Die gesamte Kette der Werkstoffbereitung, Formung und Gestaltung bis zum Brennen in den verschiedenen Keramiköfen ist zu erleben.
Im Geopark sind Adressen wie das Künstlerhaus Schaddelmühle wichtig um neben den theoretischen Zusammenhängen sinnliche Eindrücke und Erfahrungen für die Besucher zu ermöglichen.“ Das besondere an dem Geoportal Schaddelmühle ist aber auch, dass man hier den Werkstoff Ton, aus dem seit jahrtausende Gefäße und Behältnisse hergestellt werden, im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen sind.

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„Regelmässig arbeiten in den Ateliers Künstler/innen an ihren persönlichen Kunstprojekten mit Tonen. Unser jährlicher Workshop – Kunst aus Heimaterde – beginnt am 12.9. wieder im KH. Übergreifende Projektkonzepte führen provesionelle Künstler/innen und Laien , jugenliche Interresierte zusammen. In den Ausstellungen und Wochenendseminaren werden gerne alle Interresierten begrüßt die zu unseren Themen eine konzentrierte und begeisterungsfähige Einstellung mitbringen,“ so Brinkmann.

Das Geoportal Schaddelmühle und das Künstlerhaus steht allen Besuchern offen. Hier kann man neben der geschichtlichen Bedeutung der Keramik, auch mit ein wenig Glück Künstlern bei der Arbeit über die Schulter schauen, mit ihnen ins Gespräch kommen oder einfach nur die Ausstellung oder den Skulpturenpark besuchen.

Frank Brinkmann: „Hier hat man alles zusammen, Werkstoff, Künstler, Produkt und Kunst- und Geschichtsaspekte im praktischen Sinn Von der Erde zur Vase.“

Wer den Geopark besuchen möchte, kann das zu den Öffnungszeiten ganzjährig tun. Gruppenbesuche sollten zuvor mit dem Künstlerhaus abgesprochen werden. Auch Workshops werden angeboten und können gebucht werden. Ein optimaler Ort der es jedem ermöglicht, mal abseits der üblichen Tätigkeiten, mit allen Sinnen etwas eigenes herzustellen. Die Schaddelmühle bietet neben Kursen auch Zimmer an die von Kursmitgliedern und Ateliernutzern genutzt werden . Eine ideale Möglichkeit bieten die Kurse auch Firmen oder Behörden die Mitarbeiter bei der Teambildung unterstützen und prinzipiell etwas über die Region ihre natürlichen Ressourcen und künstlerische Prozesse erfahren möchten .

www.schaddelmuehle.org

Text und Fotos Detlef Rohde

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