Leserbrief: „Hilferuf aus Naunhof“

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Foto: Sören Müller

Naunhof. In der Parthestadt drohen nun unbefristete Streiks, da der Stadtrat Verhandlungen blockiert.  Eine Naunhoferin macht sich Luft:

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Die letzte Stadtratssitzung in Naunhof war der größte Reinfall, den ich je erlebt habe. Voller Erwartungen nahm ich am 25.08.2016 das erste Mal an solch einer Sitzung teil und ich wurde maßlos enttäuscht.

Nun seit über einem Jahr werden sich auf unsere Kosten dort die Köpfe eingeschlagen. Solange geht die Diskussion schon für eine gerechte Bezahlung mit Abschluß eines Tarifvertrages für die Erzieher. Und Sie, lieber Stadtrat, weigern sich vehement auch nur einen Versuch zu unternehmen mit dem Bürgermeister über einen möglichen Tarifvertrag zu sprechen. (Sogar die Gesetzeslage verlangt so einen Abschluß.) Im Gegenteil, Sie haben dem Bürgermeister sogar ein Rede- und Verhandlungsverbot auferlegt, das die ganze Situation noch zuspitzt. Am 25.08.2016 sollte über die Petition, den Beschluß das Verhandlungsverbot für Herrn Zocher aufzuheben, diskutiert werden. Diese Petition haben über 500 besorgte Eltern, Omas und Opas, Verwandte und Bekannte unterschrieben und auf eine kluge Entscheidung ihrerseits gehofft. Stattdessen haben Sie vor den Augen aller Anwesenden dreckige Wäsche gewaschen und die Tatsachen so verdreht, dass es mir eiskalt den Rücken hinunter lief.

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Anstelle im Sinne der Bürger von Naunhof zu handeln, haben Sie uns verhöhnt und uns Ihre Macht präsentiert, indem Sie sich über die Petition hinweggesetzt haben. Obwohl diese mehr Stimmen gebracht hat als so mancher in der Stadtratswahl bekommen hat. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie enttäuscht ich von Ihnen bin Herr Kulisch, Herr Schramm, Herr Mahla, Herr Kadyk, Herr Schaller, Herr Fritzsche, Herr Meyer, Frau Wegel, Frau Barthel und Herr Kinne !
Ich nehme an, Sie haben alle keine Kinder, sonst würden Sie nicht so urteilen. Denn Kinder sind das Größte und Wertvollste was wir haben und es ist wichtig in ihre Zukunft zu investieren. Aber so, lieber Stadtrat wird das nichts. Wir Eltern können nur froh sein, dass die jetzigen in Naunhof angestellten Erzieher mit soviel Herzblut und Liebe zu den Kindern hier bleiben trotz diesen schlechten finanziellen Bedingungen. Denn ihnen ist es zu verdanken, dass sich unsere Kinder in den Kindertagesstätten und im Hort der Grundschule Naunhof geborgen fühlen und die wichtigen Grundlagen für das Leben gelegt werden. Und Qualität kostet eben.

Die nächsten Streiks bahnen sich an und die Kinder werden wieder aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen. Tagelang sind sie der Willkür von Ihnen, lieber Stadtrat, ausgesetzt. Die wochenlange Arbeit der Erzieher war umsonst. Und auch wir Eltern werden vor vollendete Tatsachen gestellt, die jedes Mal einen enorm hohen organisatorischen Aufwand bedeuten. Wohin mit meinem Kind. Denken Sie Ihre Arbeit ist mehr wert als unsere? Wollen Sie uns den
Arbeitsausfall bezahlen? Oder wir werden demnächst unsere Kinder zu Ihnen in die Apotheke bringen, Herr Mahla. Oder in Ihre Kfz-Werkstatt, Herr Kadyk. Damit wird Ihnen vielleicht endlich bewußt, gegen was Sie jedes Mal stimmen, wenn Sie schweigend Ihre Hand heben um die Wünsche und Belange der Bürger von Naunhof abzuschmettern.

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Ich, als Bürger von Naunhof und Mutter von zwei wundervollen Kindern sage Ihnen, lieber Stadtrat, das Leben besteht hauptsächlich aus Kompromissen. Wenn wir alle so stur wären wie Sie und nur auf unser Recht bestünden, was wäre das für eine Welt in der wir lebten.
Seien Sie Vorbild für unsere Kinder und diskutieren Sie niveauvoll und zivilisiert miteinander. Nur so werden Sie das Vertrauen von uns Bürgern zurückgewinnen.

Eine sehr enttäuschte Bürgerin von Naunhof“

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Susann L., Naunhof

 

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