Vis a vis „Hier bin ich Mensch“ legt Finger in die Wunde

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Ute Hartwig-Schulz und Bernd Aurich eröffneten die Ausstellung Foto: Detlef Rohde

Grimma. Mit der am Samstag in der Grimmaer Hospitalkapelle eröffneten Ausstellung, stieß die Künstlerin Anna Holzhauer quasi in ein Wespennest.

Die Ausstellung, die man auch als Sachstandsbericht zum Thema Lärmschutz bezeichnen kann, traf sie den Nerv vieler Menschen, die nahe an Autobahnen oder die auch ein paar Kilometer weiter weg wohnen. Mit ihrer Arbeit präsentierte Holzhauer ihr Projekt für die kommende Stipendiatenausstellung im März 2020, die sich mit dem Erleben von Lärm und Stille auseinandersetzt.

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Was Lärm bewirken kann, schilderte die Geschäftsführerin und Bildhauerin des Künstlergut Prösitz Ute Hartwig-Schulz eindrucksvoll in ihrer Eröffnungsansprache. So sollen in China Vögel geschlachtet werden, die in einen Käfig sitzen und die dann durch ein tagelanges Klatschen in die Hände sterben. „Das zeigt“. So Ute Hartwig-Schulz, was Lärm mit Lebewesen macht und welchen Belastungen der Mensch durch die Dauerbeschallung einer Autobahn ausgesetzt ist. Zeitgleich hielt die Künstlerin einen Aktenordner hoch, in dem die ganze Korrespondenz mit den Behörden für die Ausstellungsbesucher einsehbar ist und der nahelegt, wie ignorant Behörden und Verantwortliche mit Menschen umgehen, die keine Lobby haben, da sie zu wenige sind.

Die Ausstellung schließt gleich mehrere Bereiche, die das Künstlergut Prösitz langfristig auf der Agenda hat, ein. Zum einen ist es das Ausstellungsprojekt „Vis a Vis“ und zum anderen die Bürgerinitiative „A Vierzehn Leiser Stellen“ die unter dem gleichen Namen auch in einer Internetpräsenz bei Facebook vertreten ist. Anna Holzhauer ist es mit dieser eher minimalistischen Ausstellung, die sich nur auf Fakten aufbaut gelungen, drängende Probleme der Zeit und Kunst perfekt miteinander zu verbinden. Dabei stellen Holzhauer und Hartwig Schulz auch unter Beweis, dass Kunst nicht nur einen Zustand kritisieren kann, sondern sie bieten auch eine Lösung des Problems an, dass einfach und kostengünstig zu realisieren ist. Die Hospitalkapelle ist Samstags und Sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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