Künstlergut Prösitz macht Ausstellung in Rathausgalerie barrierefrei

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Rohde lichtete die Kunsterwerke im Kellergeschoss ab und brachte sie mit Informationen zu den Künstlerinnen in einem dreieinhalb minütigem Film auf einen Monitor im Eingangsbereich. Foto: privat

Grimma. Als am 16.März die Stipendiatinnen Ausstellung „Sculpture Club“ des Künstlergutes Prösitz in der Rathausgalerie in Grimma eröffnete, befand sich unter den Gästen auch ein Rollstuhlfahrer. Dieser hatte zwar die Möglichkeit die Kunstwerke im Erdgeschoss zu besichtigen, konnte jedoch den Hauptteil im Kreuzgewölbe nicht betrachten, da es keinen behindertengerechten Zugang gibt. Diesen Umstand nahm der Verantwortliche für die Öffentlichkeitsarbeit, Detlef Rohde, zum Anlass nach einer Möglichkeit zu suchen, wie man Menschen mit einem Handycap ebenfalls einen Zugang zu der Ausstellung ermöglichen kann.

Rohde lichtete die Kunsterwerke im Kellergeschoss ab und brachte sie mit Informationen zu den Künstlerinnen in einem dreieinhalb minütigem Film auf einen Monitor im Eingangsbereich. „Wir können uns doch glücklich schätzen, dass wir nicht in einer Situation leben müssen, in der wir auf vieles verzichten müssen, nur weil wir keine Treppen steigen können. Als Künstlergut ist es unsere Aufgabe, die Kunst im ländlichen Raum für Jedermann zugänglich zu machen und mit Jedermann ist eben auch der Rollifahrer im Nachbardorf gemeint. Da muss man sich eben etwas einfallen lassen und das habe ich“, erklärt Rohde.

Mit der heutigen Technik sei es doch ein Kinderspiel, die eine oder andere Lösung schnell und unkompliziert zu finden und umzusetzen. „Man kann ja keine Löcher graben und Wände in einem denkmalgeschütztem Haus einreißen, um auf biegen und brechen einen barrierefreien Weg zu ermöglichen. Dann muss man mal umdenken und die technischen Möglichkeiten nutzen!“ Dabei hatte Rohde das Glück auf seiner Seite; in der Galerie steht für Projekte immer ein Monitor bereit und auf eben diesem läuft jetzt bei Nachfrage der Film. „Die barrierefreie Präsentation von Kunst sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein“, merkt Rohde weiter an. Den ersten Schritt ist das Künstlergut Prösitz damit gegangen und man hofft künftig auf Nachahmer. Die Ausstellung „Sculpture Club“ ist noch bis Anfang Mai zu sehen.

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