Sechs Tage Frankreich: Eine Grimmaer Schülerin berichtet

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Foto: pixabay

Grimma/Pontailler sur Saône. Im März starteten elf Schülerinnen und Schüler der Oberschule Grimma sowie elf Schülerinnen und Schüler des Evangelischen Schulzentrums Muldental in Großbardau auf eine lange Reise. Ihr Ziel war der Ort Pontailler sur Saône, ein 1200-Einwohner-Dorf nahe Dijon im Osten Frankreichs. In der Region Burgund verbrachten die Jugendlichen sechs Tage bei Gastfamilien. Laura Rückert aus der Klasse 10b der Oberschule Grimma sammelte viele Eindrücke und verfasste daraus einen Bericht.

Sie berichtet: Nach zwölf Stunden Fahrt kamen wir aufgeregt an unserem Reiseziel an und wurden herzlich von unseren Gastfamilien begrüßt. Ein Teil der Schüler kannte ihre Familien auf Zeit bereits aus den vergangenen Jahren. Die Wiedersehensfreude war groß. Am nächsten Morgen trafen wir uns an der Schule in Pontailler. Hier feilten wir gemeinsam mit den französischen Schülern an unserem Projekt zum Thema „Sächsische und Französische Küche“, an welchem wir bereits im Dezember, bei deren Besuch in Deutschland, gearbeitet hatten. Wir tauschten Rezepte aus und übersetzten sie jeweils in die andere Sprache, um sie zu einem „Kochbuch“ zusammenzustellen. Anschließend fuhren wir in das ca. 60 Kilometer entfernte Nuits St. Georges zu einer Besichtigung des „Cassisiums“, eines Museums „rund um die schwarze Johannisbeere“. Hier duften wir eine Auswahl an leckeren Säften, bestehend aus Johannisbeer-, Himbeer-, Kokosnuss- oder Schokoladensirup gemischt mit Wasser verkosten. Am Nachmittag ging es zum Bowling nach Marsannay und anschließend waren wir beim Bürgermeister von Pontailler geladen, der uns freundlich begrüßte und sich bei den Schülern, die zum wiederholten Male seinen Ort besuchten, herzlich für ihr Interesse bedankte. Von ihm bekamen Laura Rückert und Tom Brakat sogar die Ehrenmedaille der Stadt Pontailler überreicht. Das Wochenende verbrachten wir bei unseren Gastfamilien. Wir gingen schwimmen, spielten Lasergame oder Bowling, gingen shoppen und hatten viel Spaß auf dem Rummelplatz. Unsere Französischkenntnisse wurden so ganz nebenbei aufgebessert. Die neue Woche begann mit einem Treffen an der Schule. Diesmal besuchten wir eine Senffabrik in Beaune. Natürlich wurde Senf für zu Hause eingekauft und gegen Mittag ein ehemaliges Pflegeheim aufgesucht, welches eine beeindruckende Architektur besitzt. Nach Dijon, 30 Kilometer entfernt, fuhren wir im Anschluss zum Eislaufen und hatten jede Menge Spaß. Den Abend verbrachten wir nach diesem anstrengenden Tag bei unseren Gastfamilien. Gespannt waren wir alle auf den nächsten Ausflug: Am Dienstag besuchten wir eine Schneckenfarm und fuhren ins 50 Kilometer entfernte Vernot. Uns wurde gezeigt, wie die Schnecken gezüchtet werden und welche Tiere außerdem für diese Züchtung notwendig sind. Beispielsweise müssen Hasen und Schafe das Gras der Wiese abfressen, auf der die Schnecken gehalten werden. Einen Rasenmähereinsatz würde keine überleben. Lustig war das Schneckenrennen, bei dem fünf Schnecken gegeneinander „ankriechen“ und Holzstäbe erklimmen mussten. Für mutige Schüler gab es eine „Schneckenkostprobe“ in Form eines Kuchens, in dem die glitschigen Tierchen und verschiedene schmackhafte Kräuter verarbeitet waren. Nicht jedermanns Geschmack, aber ein bleibendes Erlebnis! Mehr oder weniger gestärkt, besichtigten wir während einer Stadtführung am Nachmittag die schöne Altstadt Dijons mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern, engen Straßen und Gässchen. Besonders beeindruckend ist die Kirche „Notre Dame“ mit ihren 54 Wasserspeiern. Leider ging dieser Besuch viel zu schnell zu Ende und wir fuhren zurück zu unseren Gasteltern. Den abschließenden Tag unserer Reise verbrachten wir zwei Stunden mit unseren Austauschschülern in deren Unterricht, um das dortige Schulsystem kennenzulernen und einen kleinen Eindruck vom Schulalltag zu bekommen. Während eine Unterrichtsstunde bei uns in Deutschland 45 Minuten dauert, haben die Franzosen 55 Minuten zuzuhören. Dafür bekommen sie eine zweistündige Mittagspause, in welcher es erlaubt ist, nach Hause zu gehen. Von 10.00 bis 12.00 Uhr machten wir gemeinsam in der Schulturnhalle Sport. Nach einem ausgiebigen Aufwärmtraining unter Leitung der Sportlehrer spielten wir Tischtennis und Badminton. Die Partien Frankreich – Deutschland gingen jeweils unentschieden auseinander, so endete das Programm unseres Schüleraustausches freundschaftlich. Leider gingen „die französischen Tage“ viel zu schnell vorüber und traurig nahmen wir alle von unseren Gastfamilien und den Austauschschülern Abschied. Aber im nächsten Jahr kommen einige von uns bestimmt wieder. Herzlichen Dank an die organisierenden Lehrerinnen unserer Schulen: Frau Hoidis und Frau Stephan, die mit viel Engagement und Freude uns diese Reise ermöglichten.

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Quelle: Stadt Grimma

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