Strafbefehl Baumfällungen: Grimmas Oberbürgermeister wehrt sich gegen Geldstrafe und bezieht Stellung

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Grimma. Der Oberbürgermeister von Grimma, Matthias Berger, soll laut Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Leipzig beziehungsweise des Amtsgerichts Grimma wegen leichtfertiger (fahrlässiger) Gefährdung schutzbedürftiger Gebiete eine Geldstrafe von 14.000 Euro zahlen. Dagegen wendet sich Matthias Berger mit einem Einspruch.

Oberbürgermeister Berger: „Alles was unser Bauhof im Zuge der Wiederaufbau- und Beräumungsmaßnahmen nach der Flut 2013 im Bereich der Hängebrücke gemacht hat, dient dem Hochwasserschutz. Die Mitarbeiter des Bauhofes waren angewiesen, umsturzgefährdete Bäume zu entfernen, um den Bereich abflusstechnisch zu optimieren und um Verklausungen durch bei wiederkehrenden Hochwassern entwurzelte Bäume vorzubeugen. Die Mitarbeiter des Landkreises waren mehrfach vor Ort und haben die forstliche Genehmigungsfreiheit gegenüber dem Bauhofleiter bestätigt. Warum die Durchforstung der nur mit Wildwuchs bestockten und mit 0,6 Hektar relativ kleinen Fläche am Rande des Stadtwaldes, gelegen zwischen Badestelle, Sportplatz und Hängebrücke den Stadtwald ökologisch gefährden soll, erschließt sich mir nicht. In den letzten Jahren wurden intensivste, großflächige Baumfällmaßnahmen im Stadtwald durchgeführt und diesbezüglich gab es keinerlei Einwendungen durch den Landkreis. Nach der ersten Intervention bezüglich der jetzt kritisierten Durchforstungsmaßnahmen durch den Landkreis wurden die Maßnahmen durch uns gestoppt und zwei Gutachten zu noch am Standort befindlichen umsturzgefährdeten Bäumen in Auftrag gegeben. Aufgrund der Eindeutigkeit dieser Gutachten wurden wir dann sogar vom Landratsamt aufgefordert, die Bäume zu fällen. Aus meiner Sicht handelt das Landratsamt widersprüchlich. Deshalb kann ich die Geldstrafe nicht akzeptieren.“ Wir hatten bereits gestern ausführlich berichtet.<Link

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4 Kommentare

  1. Das ist doch ein Witz???
    Ich bin empört über die Strafe gegen Matthias Berger. Einer der nur rennt zum Wohle der Stadt Grimma und der Region, vorrausschauend arbeitet, Grimma gestaltet und lebenswert macht und sich selber nicht schont, der wird persönlich bestraft und wie ein Lump hingestellt.Noch so ein Hochwasser und die Altstadt ist leer. Darum geht es.
    Er tut was dagegen.
    Andere wissen alles besser und reden nur.

  2. Sicher, wo gehobelt wird fallen auch manchmal Späne. Und wer nichts macht der macht auch keine Fehler. Aber den Bürgermeister Berger dafür zu bestrafen, dass er sich pausenlos für Grimma einsetzt , dass er handelt und nicht nur redet , das ist wirklich unglaublich. Ich kann nur sagen: Bürgermeister halten Sie durch, weil nur Sie mit Ihrem Elan und ihrer Erfahrung unserer Stadt vor der nächsten Flut schützen, können und nicht diese ganzen Schwätzer und Paragraphenreiter.

  3. Die CDU sollte ihre Kampagne gegen Herrn Berger überdenken.Grimma hat keinen Fachkräftemangel auf der Position des OBM.Die CDU hingegen schon.Egal ob auf Bundes,-Landes oder Kommunalebene.Berger hat großen Rückhalt in der Bevölkerung,warum wohl ??? Und wie hoch war die Wahlbeteiligung zuletzt ???? Erkenntnisse ziehen!!!!

  4. Wer ein alter Grimmaer ist wie ich, kann sich nur über den erhobenen Vorwurf gegenüber OB Berger wundern. Wer es nicht wissen sollte, die Fläche um die es sich hier handelt, war der Sportplatz der ehemaligen „Egon Schultz“ Oberschule. In vielen fleißigen Arbeitsstunden wurde die Fläche freigeräumt und der Sportplatz durch freiwillige Arbeitseinsätze unter Mitwirkung ortsansässiger Betriebe geschaffen. Den Sportplatz deshalb an diese Stelle, weil eben genau diese Stelle schon immer als neuralgischer Punkt für den Hochwasserschutz der Stadt Grimma Bedeutung hatte und als Überflutungsgebiet frei gehalten wurde. Es ist zu erkennen, dort war niemals das von Herrn Köcher und Herrn Dornig so propagierte Naturschutzgebiet „Auwald“. Mit dem „Abholzen“ des Wildwuchses wurde genau das getan, was schon seit hundert Jahren durch die für die Stadt Verantwortlichen getan wurde, nämlich im Fall eines Hochwassers die Schäden für die Stadt Grimma so gering wie möglich zu halten.
    Berger als Umweltsünder darzustellen, ist doch wahrlich eine Darstellung die jeder Grundlage entbehrt. Es fehlt hier der Raum, all die positiven Dinge zu benennen, die Berger gerade für den Erhalt und Schutz von Umwelt und Natur geleistet hat.
    Da wären z. B. zu benennen, das Verhindern von Abholzen ganzer Waldteile durch den Neuaufschluß von nicht benötigten Steinbrüchen, Tongruben usw..
    Auch hier für mich verwunderlich, dass in solchen Fällen, wo ganze Waldstücke verschwinden, von den entspr. Behörden, von Herrn Köcher und Herrn Dornig, nichts zu vernehmen war und ist. Seltsam.

    Seltsam ist es auch, dass eine Untere Naturschutzbehörde Festlegungen treffen kann, ohne dazu die von den Bürgern gewählten Stadträte anzuhören und deren Meinung zum Vorhaben zu erfragen.
    Mir ist jedenfalls nicht bekannt, dass mir einmal ein entspr. Dokument als Stadtrat vorlag, der dieses Gebiet als geschützten Auwald ausgewiesen hätte.

    Was mich weiterhin verwundert ist, dass ausgerechnet kurz vor den Bürgermeisterneuwahlen (OB), das Thema der „Auwaldabholzung“ ist ja nun hinlänglich und seit vielen Monaten bekannt, dieses so in den Medien hervorgehoben und gegen Berger, eben kurz vor den Wahlen, ein Verfahren eingeleitet wird. Nicht nur das, sondern da wird bereits, wie den Medien zu entnehmen war, ein Urteil vorgefaßt.

    Irgendwie kommt mir da ein Dialog im „Baudolino“ von Umberto Eco in den Sinn, der einen seiner darin handelnden Hauptpersonen, als es um das Recht der alleinigen Rechtssprechung durch den Kaiser ging, diesen sinngemäß sagen läßt, warum er, der Kaiser, nicht diese Rechtssprechung durch Gelehrte erlauben soll und begründet seine Argumentation mit den Worten, sie, die Gelehrten, werden doch sowieso im Sinne des Kaisers Recht sprechen.
    Nun, das Beispiel ist älter als eintausend Jahre und ich bin davon überzeugt, dass die Gewaltenteilung im 21 Jahrhundert seinen Platz in der Gesellschaft gefunden hat.

    Abschließend ist es mir eine angenehme Aufgabe hier mitzuteilen, dass viele Bürger unserer Stadt sich lobend über das Wirken von Herrn Berger ausgesprochen haben und ihr Missverständnis, ihren Unwillen zu dem gegenüber Herrn Berger eingeleiteten Strafverfahren zum Ausdruck brachten.

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