Neuordnung der Schulbezirke sorgt für Unmut

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Symbolbild/pixabay

Grimma. Die geplante Neuordnung der Schulbezirke sorgt derzeit für Zündstoff.

Hintergrund: Zum Einzugsgebiet der Grundschule Großbothen gehören derzeit die Orte: Großbothen, Kleinbothen, Schaddel, Kössern, Förstgen sowie Leisenau, Schönbach, Sermuth und Zschetzsch. Der Stadtrat der Stadt Colditz beschloss, den gemeinsamen Grundschulbezirk Großbothen mit der Stadt Grimma  ab dem Schuljahr 2019/20 aufzuheben. Momentan handelt es sich laut Angaben der Stadtverwaltung Grimma um 39 Schüler, die aus den Ortschaften Leisenau, Schönbach, Sermuth und Zschetzsch in Großbothen zur Schule gehen – und künftig in Colditz eingeschult werden. Eine Neustrukturierung der Schulbezirke sei daher notwendig.

Dem Stadtrat der Stadt Grimma liegt nun am 24. Mai 2018 (18 Uhr)  der Vorschlag der Verwaltung vor, dass die Erstklässler aus den Grimmaer Ortsteilen Höfgen, Kaditzsch, Schkortitz und Naundorf ab dem Schuljahr 2019/20 die Grundschule Großbothen aufsuchen. Die Höfgener Ortsteile gehören derzeit zum Schulbezirk Hohnstädt. Die Kinder aus den Ortsteilen Neunitz, Döben, Dorna und Grechwitz werden demnach weiterhin in Hohnstädt beschult. Die Busverbindungen in den Höfgener Ortsteilen seien laut Stadtverwaltung gut, weil z.B. der Bus der Linie 632 direkt vor der Grundschule in Großbothen hält. Öffentliche Nahverkehrsverbindungen können aber auch ausgebaut werden. Wenn die Kinder den Schulbus nutzen, seien die Fahrzeiten sogar kürzer, als nach Hohnstädt. Die Stadtverwaltung rechnet in den nächsten Jahren mit einem Zuzug junger Familien im Stadtteil Hohnstädt. Knapp 140 weitere Wohngrundstücke sollen zur Verfügung stehen. Es ist ein Ziel der Stadtentwicklung, so viel Bausubstanz wie möglich zu erhalten aber auch das Wohnumfeld weiter zu verbessern. Die Stadt Grimma geht davon aus, dass sich dadurch die Nachfrage nach Krippen, Kita- und Schulplätzen in den nächsten Jahren erhöhen wird.

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Am gemeinsamen Schulbezirk Otterwisch/Großbardau soll weiterhin festgehalten werden. Für den Fall, dass Eltern für ihre Kinder eine andere Schule auswählen möchten, besteht die Möglichkeit eines Antrages auf Schulbezirkswechsel. Die Entscheidung zur Einschulung trifft der Schulleiter im Einvernehmen mit dem Landesamt für Bildung und Schule. Berücksichtigt werden dabei die Aufnahmekapazitäten, die Beschulung von Geschwisterkindern und die Schulweglängen- und sicherheit. Geschwisterkinder sind von der Schulbezirksänderung generell nicht betroffen.

Die Pläne der Stadt sorgen allerdings bei den Eltern für Unmut. „Der Anfahrtsweg liegt nicht nur in der entgegengesetzten Richtung, sondern ist auch noch doppelt so lang.“ Die Schule sei wirklich toll und habe sicher viele Vorzüge gegenüber Hohnstädt, aber es ginge vielen Eltern gerade ums Prinzip, dass auf dem Rücken von Eltern und Kindern politische Entscheidungen getroffen werden und die Jüngsten diese ausbaden müssen. Die soziale Struktur der Kinder würde komplett auf den Kopf gestellt. „Am Ende hat man dann 1-2 Kinder pro Ort, die nach Großbothen müssen, der Rest im ähnlichen Alter geht nach Grimma. Sozialkontakte in Grimmaer Sportvereinen, was man sich langsam während der Kindergartenzeit aufgebaut hat, sind dann viel schwieriger zu pflegen.“ war in einem Elternbrief zu lesen.

 

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