Landrat wendet sich an Aufsichtsbehörden: Sorge um Einhaltung von Hilfsfristen im Landkreis

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Landkreis Leipzig. Seit der Indienststellung Integrierte Rettungsleitstelle Leipzig (IRLS) gibt es immer wieder Kritik die nun auch die Aufsichtsbehörden auf Drängen des Landrates beschäftigt.

Die Vorgaben sind strikt und eindeutig: Im Rettungsdienst ist eine Hilfsfrist von 12 Minuten vorgegeben. Der Rettungsdienst ist so zu organisieren, dass die Hilfsfrist in 95 Prozent der erwarteten Notfalleinsätze planerisch eingehalten wird. Der Landkreis Leipzig ist als Träger der Aufgabe des Rettungsdienstes für die Erfüllung der Aufgabe mitverantwortlich. Die Organisation, die er dafür vorhält, entspricht den strengen Vorgaben, teilte das Landratsamt auf Anfrage mit. Die tatsächliche Erfüllung der Aufgaben übernimmt die Integrierte Rettungsleitstelle Leipzig IRLS, dies ist gesetzlich so geregelt. Sie ist für die Alarmierung und Disposition der Rettungsmittel verantwortlich.

Aktuell besteht im Landkreis Leipzig aber Anlass zur Sorge, dass sich die Hilfsfristen dauerhaft verlängern könnten. In den letzten Monaten waren Rettungswagen, die Patienten aus dem Landkreis in eine Leipziger Klinik eingeliefert haben, oft nicht in ihre Rettungswache zurückgekehrt, sondern weiter im Stadtgebiet im Einsatz. Grund dafür ist, dass ein als frei gemeldeter Rettungswagen sofort wieder für einen Notfall zur Verfügung steht. Diese Regelung ist sinnvoll, wenn schnell Hilfe gebraucht wird. Sie kann aber dazu führen, dass Rettungswachen im Landkreis Leipzig nicht besetzt sind und in Notfällen die umliegenden Rettungswachen einspringen müssen.

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Aus der Besorgnis heraus, dass diese Entwicklung ernsthafte Konsequenzen für Personen haben kann, die schnelle Hilfe brauchen, hat Landrat Henry Graichen bereits in mehreren Gesprächen und Schreiben auf diese Entwicklung aufmerksam gemacht. In seinen Schreiben an Rettungsleitstelle, die Landesdirektion und das Innenministerium hat er daher die erhebliche Beeinträchtigung in der Aufgabenerfüllung angezeigt und dringt auf Abhilfe.

Auch die Tragehilfen, die derzeit verstärkt durch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren erbracht werden, stehen damit in Zusammenhang. In der Regel unterstützen sich die Rettungswachen gegenseitig beim Transport von schweren Patienten bzw. bei beengten Transportwegen. Stehen aus den genannten Gründen keine Rettungskräfte zur Verfügung, wurde durch die IRLS in den letzten Monaten verstärkt auf die ehrenamtlichen Feuerwehrleute zurückgegriffen. Auch hier müsse eine Veränderung erfolgen, die bereits angeregt wurde.

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