Die fliegende Kuh von Leisnig – Tierrettung mal völlig anders

2
3718

Leisnig. Die Katze im Baum, ein Reh im Zaun oder entlaufene Kuhherden sind zwar eigentlich relativ selten aber gehören zu mindestens auch zum Alltag einer Feuerwehr. Was sich am Abend in Leisnig abgespielt hat war völlig anders.

- Anzeige -

DSC 0007Diese Garage stoppte die Kuhdame Eine Kuh war aus bislang unbekannter Ursache am Schloßberg in die freie Wildbahn gelangt und einen steilen Hang knapp 50m in die Tiefe gestürzt. Nachbarn hatten ein jämmerliches Geschrei gegen 21 Uhr wahrgenommen und sahen die verunglückte Kuh hinter einer Garage, auf dem Rücken liegend, alle Hufe zum Himmel gestreckt, liegen. Sie alarmierten umgehend die Rettungsleitstelle Grimma, welche die Feuerwehr Leisnig alarmierte. Am Einsatzort angekommen machte sich ersteinmal Ratlosigkeit breit. Eine Kuh hinter einer Garage in unwegsamen Gelände ohne wirkliche Zufahrt hatten die Kameraden noch nie erlebt. Nur ein schmaler Pfad führte an der Garage vorbei zur Unglücksstelle. Ein Tierarzt wurde hinzugezogen um ersteinmal zu schauen in wie weit das eigentliche Nutztier durch den Sturz in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Tierarzt gab grünes Licht für eine Rettung. Gesagt getan – denkste! DSC 0008Seitlich liegend rühte sie sich dann vorerst nicht mehr von der Stelle. Erst musste das auf dem Rücken liegende Tier aufgerichtet werden und das ging nur über geballte Teamarbeit, denn so ein Tier bringt mehrere hundert Kilo auf die Waage. Nach einer halben Stunde machte sich Resignation breit. Die Kuhdame wollte sich nicht auf ihre Hufe stellen lassen. Alles gute Zureden half nichts. Eine neue Idee musste her, ein Kran, das wärs! Nun ja, es ist natürlich schwierig um die Uhrzeit einen Kran aufzutreiben – wer hat so etwas schon im Hof rumstehen. Die Leitstelle konnte lediglich den Vorschlag machen, das THW Chemnitz samt Kran zu alarmieren aber bevor die da wären, wären weitere Stunden vergangen. Also wurde telefoniert – mit Erfolg. Ein Kranbesitzer konnte aufgetrieben werden und war auf dem Weg zur Einsatzstelle und plötzlich – vielleicht schon erahnend was ihr blühen könnte –  bewegte sich die Kuhdame und richtete sich selbstständig mit etwas Tierarzt- und Feuerwehrhilfe auf. Diese Hürde war also geschafft, die nächste stand schon bevor. Ein etwa 50cm hohes Podest musste noch überwunden werden. Dies geschah dann mit Gerüstplatten aus dem Nachbargrundstück. DSC 0038Geschafft! Das Tier war gerettet.Die Rampe war fertig und die Kuh war wieder auf festem, zugänglichen Untergrund. Der Besitzer konnte sein, augenscheinlich nur leicht verletztes, Rindviech entgegennehmen. Nach gut drei Stunden war der nicht ganz so alltägliche Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr Leisnig beendet. Fotos: Sören Müller

Noch mehr Nachrichten

2,9 Promille: BMW und Renault kollidierten in Köhra

Köhra. Der Fahrer (32) eines BMW befuhr die Lindhardter Straße. Beim Rechtsabbiegen auf die Leipziger Straße fuhr er einen zu großen Bogen und geriet deshalb auf die Gegenfahrbahn.Dort stieß er mit einem Renault Clio...

Heimatverein spendete für gute Zwecke

Großbardau. Der Heimatverein Großbardau spendete Überschüsse aus den Veranstaltungen im Zuge der 800-Jahrfeier an soziale Einrichtungen.Zur Eröffnung des Neubaus der Kindertagesstätte „Parthenzwerge“ erhielt der Kindergarten einen Scheck für die Anschaffung eines Außenspielgerätes. Auch die...

Grimma: Neue Baustelle auf der Wurzener Straße

Grimma. Der Trinkwasserkanal in der Wurzener Straße muß auf dem Streckenabschnitt zwischen Zufahrt Neue Muldebrücke und Friedrich-Oettler-Straße dringend instandgesetzt werden. Die Arbeiten erfolgen unter Vollsperrung im Zeitraum von Montag, 21. Oktober bis Mittwoch, 23. Oktober....
Symbolbild

„Geisterfahrer“ gefährdete andere Verkehrsteilnehmer bei Klinga und flüchtete –  Zeugenaufruf     

Klinga/Naunhof. Am Mittwochvormittag befuhr der Fahrer (48) eines Opel Corsa die BAB 14 von Grimma in Richtung Leipzig.An der Anschlussstelle Klinga bremste er den Pkw ohne ersichtlichen Grund sehr stark ab, scherte vom linken...

Lokalpatriot: Diverse Ungereimtheiten um Grimmas zweiten Anlauf  zur Altstadtbelebung

Grimma. Im März dieses Jahres stellte die Interessengemeinschaft „Altstadt beleben“ ihre Ideen und Projekte vor. Neben neuen Veranstaltungen und einem Wegeleitsystem war auch Gratiswerbung über soziale Kanäle im Gespräch. Jetzt läuft die Aktion an...
Anzeige

2 Kommentare

  1. Ich finde es toll, dass dieses arme Tier nicht einfach getötet wurde und hoffe das es sich bald von diesem Schreck erholt. Ein großes Dankeschön an die Helfer.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here