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Frauenrechte-Wandbild in Borna beschmiert – Initiatorinnen reagieren deutlich

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Initiatorinnen, Unterstützerinnen und Unterstützer vor dem beschädigten Wandbild in Borna Foto: Konstanze Morgenroth

Borna. Ein Wandbild für Frauenrechte ist in Borna von Unbekannten beschädigt worden.

Der Schriftzug des Kunstwerks wurde übersprüht, das Gesicht einer dargestellten Schwarzen Frau gezielt übermalt. Die Initiatorinnen verurteilen die Schmierereien als frauenfeindlich und rassistisch und setzen nun gemeinsam ein Zeichen der Solidarität.

Hinter dem Kunstprojekt stehen die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Leipzig und der Stadt Borna sowie der Verein Bon Courage e. V. Für die Beteiligten geht die Beschädigung weit über eine gewöhnliche Sachbeschädigung hinaus. Sie sehen darin einen Angriff auf die Sichtbarkeit von Frauen, auf Gleichberechtigung und auf ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander. „Wir werden das nicht unwidersprochen hinnehmen. Wenn es eine Frau betrifft, betrifft es alle Frauen. Wir stehen solidarisch zusammen und lassen uns nicht einschüchtern“, erklären die Initiatorinnen in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Gemeinsames Zeichen vor beschädigtem Wandbild

Das Wandbild war im Rahmen einer Kooperation der drei Partnerinnen entstanden. Finanziert wurde das Projekt durch Spenden, unter anderem von zahlreichen Frauen, die sich beim Frauenlauf finanziell beteiligt hatten. Nach der Beschädigung versammelten sich die Beteiligten und Unterstützerinnen vor dem Kunstwerk, um ein sichtbares Zeichen gegen die Schmierereien zu setzen. Für ein gemeinsames Foto stellten sie sich Arm in Arm symbolisch schützend vor das Wandbild. Damit wollen sie verdeutlichen, dass Frauenrechte und Gleichberechtigung keine Selbstverständlichkeit sind und immer wieder öffentlich vertreten werden müssen.

Gleichstellungsbeauftragte: „Gewalt gegen Frauen ist nicht abstrakt“

Konstanze Morgenroth, Kommunale Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Leipzig, macht deutlich, dass Gewalt gegen Frauen viele unterschiedliche Formen annehmen kann.

„Gewalt gegen Frauen ist nicht abstrakt. Sie findet mitten unter uns statt. Sie hat viele Gesichter und viele Formen: körperlich, psychisch, sexualisiert, digital und gesellschaftlich. Auch Einschüchterung, Herabwürdigung und Angriffe auf die Sichtbarkeit von Frauen gehören dazu“, erklärt Morgenroth. Die Kooperationspartnerinnen kündigen an, sich weiterhin öffentlich für Frauenrechte und den Schutz vor Gewalt einzusetzen.

„Gewalt gegen Frauen gehört in die Öffentlichkeit. Wir werden weiterhin darüber sprechen, auf Missstände aufmerksam machen und uns für die Rechte und den Schutz aller Frauen einsetzen. Ein Angriff auf die Sichtbarkeit und die Rechte einzelner Frauen betrifft uns alle“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.

Internationaler Aktionstag am 25. November

Mit Blick auf den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November wollen die Beteiligten zusätzlich auf das Thema aufmerksam machen. Sie betonen, dass Gewalt gegen Frauen keine Privatsache sei, sondern eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Es brauche Aufmerksamkeit, eine klare Haltung und entschlossenes Handeln. Mit ihrer Solidaritätsaktion in Borna wollen die Initiatorinnen deshalb nicht nur die Beschädigung des Wandbildes verurteilen, sondern zugleich deutlich machen, dass sie sich von solchen Angriffen nicht einschüchtern lassen.