Grimma. Rund ein Jahr nach dem tragischen Absturz eines Bundeswehr-Hubschraubers bei Grimma hat die Bundeswehr die Ursache des Unglücks offiziell bestätigt.
Demnach kollidierte die EC 135 während eines Tieffluges über der Mulde mit einem Stahlseil einer Pegelmessanlage. Bereits am Tag des Absturzes hatte Medienportal-Grimma.de exklusiv über entsprechende Hinweise und Vermutungen von Anwohnern berichtet.
Bei dem Unglück am 29. Juli 2025 kamen drei Angehörige der Bundeswehr ums Leben. Der Trainingshubschrauber mit dem Rufzeichen „Stallion 82“ war vom Fliegerhorst Holzdorf zu einem Ausbildungsflug gestartet und stürzte gegen 10 Uhr in die Mulde nahe Grimma.

Nach Abschluss der Untersuchungen steht nun fest, dass kein technischer Defekt für den Absturz verantwortlich war. Die Ermittler kamen zu dem Ergebnis, dass die Maschine im Tiefflug mit den Kufen ein quer über die Mulde gespanntes Stahlseil einer Pegelstation berührte. Durch die Kollision verlor die Besatzung die Kontrolle über den Hubschrauber. In der Folge stürzte die EC 135 in den Fluss, wobei der Heckrotor abgetrennt wurde.

Das Stahlseil befand sich mehrere Meter über der Wasseroberfläche und wird seit vielen Jahren für Messungen an der Pegelstation genutzt. Warum das Hindernis bei der Flugplanung oder während des Fluges nicht berücksichtigt wurde, ist weiterhin Gegenstand der Auswertung. Laut Bundesverteidigungsministeriums gehört zum Übungsprogramm für Hubschrauberbesatzungen auch das Unterfliegen von Leitungen oder Brücken. „Das Seil konnte durch die Besatzung nicht erkannt werden“, teilte der Sprecher der Luftwaffe gegenüber dem MDR mit. Hindernisse im bodennahen Bereich seien in den verfügbaren Karten nicht verzeichnet. Es liefen nach wie vor Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu dem Fall, hieß es weiter.
Die offizielle Bestätigung der Bundeswehr deckt sich damit mit den Informationen, über die Medienportal-Grimma.de bereits unmittelbar nach dem Unglück berichtet hatte. Damals wurde die Kollision mit einem Stahlseil als wahrscheinlichste Ursache genannt, während die Untersuchungen der Bundeswehr anliefen.
Der Absturz hatte bundesweit für Bestürzung gesorgt. Zahlreiche Einsatzkräfte von Bundeswehr, Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten waren damals an den umfangreichen Such- und Bergungsmaßnahmen beteiligt. Mit dem nun vorliegenden Abschluss der Untersuchungen herrscht ein Jahr nach dem Unglück Gewissheit über die Ursache der Tragödie.












