Brücke über die Bahnstrecke in Machern: Ausschuss stellt Weichen für Ersatzneubau

0
1
Die Brücke über die Bahnstrecke in Machern ist aktuell für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt. Foto: LK Leipzig

Machern. Der Bau- und Vergabeausschuss hat die Weichen für den Ersatzneubau der Brücke über die Bahnstrecke in Machern gestellt.

In der Sitzung stellten das Ingenieurbüro Bonk + Herrmann mbH und der zuständige Beigeordnete Gerald Lehne die untersuchten Varianten vor und erläuterten ihre Auswirkungen auf Bauablauf, Verkehrsführung, Einwohner und Kosten. Im Ergebnis sprach sich der Ausschuss für die Variante 1 aus.

Der Handlungsbedarf ist groß. In der 1967/68 errichteten Brücke wurde sogenannter Henningsdorfer Spannstahl verbaut, der wegen seiner Anfälligkeit für Spannungsrisskorrosion als besonders schadensgefährdet gilt. Die Hauptprüfung Ende 2025 führte zu einer schlechteren Zustandsbewertung des Bauwerks. Seitdem gilt eine Gewichtsbeschränkung auf 7,5 Tonnen. Schulbusse, Linienbusse, Feuerwehrfahrzeuge und andere Fahrzeuge über 7,5 Tonnen dürfen die Brücke nicht mehr passieren. Der Landkreis reagierte umgehend auf die Sperrung und beauftragte noch 2025 die Vorplanung für den Ersatzneubau. Dazu gehören Vermessungsarbeiten, Baugrunduntersuchungen und die Untersuchung verschiedener Bauvarianten. Die Bauwerksprüfer empfehlen einen zeitnahen Ersatzneubau.

Die beschlossene Bauvariante sieht westlich der bestehenden Brücke eine zweispurige Behelfsbrücke für den Fahrzeugverkehr und Fußgänger vor. Versorgungsleitungen werden während der Bauzeit östlich des Bauwerks über die Gleise geführt. Der entscheidende Vorteil: Der Verkehr kann während des Neubaus am bisherigen Standort weiter fließen. Großräumige Umleitungen entfallen. Wie die Behelfsbrücke installiert werden wird, ist noch nicht ganz klar. Es gibt zwei Möglichkeiten, auf die sich die Planer konzentrieren.

„Mit der Behelfsbrücke schaffen wir schnell wieder eine leistungsfähige Verbindung. Sobald sie in Betrieb ist, können auch Busse, Lkw, Landwirtschaft und Feuerwehr die Strecke wieder ohne Einschränkungen nutzen. Das ist ein großer Gewinn für die Menschen in Machern und die gesamte Region“, sagt Beigeordneter Gerald Lehne.

Die Behelfsbrücke soll – vorbehaltlich der erforderlichen Sperrpausen der Deutschen Bahn – bereits 2027 errichtet werden. Der eigentliche Ersatzneubau kann nach heutigem Stand frühestens im August 2028 beginnen. Da die Brücke eine ICE-Strecke überführt, sind Arbeiten nur in abgestimmten Sperrpausen möglich. Diese Zeitfenster plant die Deutsche Bahn langfristig, um den Bahnverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen. Der weitere Bauablauf wird deshalb eng mit der Deutschen Bahn abgestimmt. Ziel ist es, die neue Brücke bis 2030 fertigzustellen.

Im nächsten Schritt wird die Planung weiter vertieft. Anfang kommenden Jahres sollen die Unterlagen so weit ausgearbeitet sein, dass die Genehmigungsanträge bei der DB gestellt werden können. Der Landkreis rechnet mit einer vollständigen Finanzierung aus dem Sachsenfonds sowie den Sondervermögen von Bund und Freistaat Sachsen. Die Kosten für das Projekt werden derzeit auf 9,3 Millionen Euro geschätzt.

Bereits im März 2026 hatte der Kreistag des Landkreises Leipzig beschlossen, den Ersatzneubau der Brücke über die Bahnstrecke in Machern als Prioritätsprojekt für eine Finanzierung aus den Sondervermögen von Bund und Freistaat Sachsen anzumelden. Mit dem Beschluss des Bau- und Vergabeausschusses liegen nun die planerischen Voraussetzungen vor, um die Fördermittel zu beantragen.

„Mit der Entscheidung für die Bauvariante haben wir einen wichtigen Meilenstein erreicht. Jetzt können wir die Planung weiter vorantreiben und die Fördermittel beantragen. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn wollen wir die nächsten Schritte zügig abstimmen, damit der Zeitplan eingehalten werden kann. Unser Ziel bleibt, die neue Brücke so schnell wie möglich fertigzustellen“, sagt Gerald Lehne.