Sonderführung im Grimmaer Kreismuseum

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Foto: Kreismuseum

Grimma. Am Sonntag, dem 21. Juli bietet das Kreismuseum Grimma um 15 Uhr eine Sonderführung durch die aktuelle Sonderausstellung zu Horst Skorupa und dem Künstlerkollegium der Schaddelmühle an.

Ein Großteil der gezeigten Kunstwerke stammt von Horst Skorupa, aber es sind auch Arbeiten von der Grimmaer Künstlerin Maria Köhler, von Sigrid Huß, Regina Junge, Monika Schneider und Astrid Dannegger zu sehen. Von den beiden letztgenannten Künstlerinnen konnte das Kreismuseum Grimma vor wenigen Wochen einige Werke für die Sammlung erwerben. Das interessanteste Stück ist wohl das sitzende Pärchen von Astrid Dannegger. Sie hatte von 1961-66 an der Kunsthochschule Weißensee – Fachrichtung Keramik –  studiert. 1974 war sie eine der Gründungsmitglieder der Schaddelmühle, ab 1978 wurde sie Vorsitzende des Kollegiums.

Von 1973 – 78 konnte sie durch Vermittlung des Ministeriums für Kultur mit Regina Junge und Horst Skorupa zusammen mehrmals für zwei bis drei Monate künstlerisch im Porzellanwerk Lichte-Wallendorf arbeiten. Genau aus dieser Zeit stammt auch das Pärchen aus Porzellan.

In der DDR war Astrid Dannegger eine der bedeutendsten Keramikerinnen. Sie erhielt u. a. öffentliche Aufträge für repräsentative Gebäude, so 1977 für keramische Wandreliefs in den  kleinen Mensasälen der Deutschen Hochschule für Körperkultur in Leipzig. Ihre Keramiken gehörten zur Erstausstattung des 1979 bis 1981 errichteten Leipziger Hotels Inter-Continental (seit 2003 Westin-Hotel). In Geithain stattete sie den Speiseraum der  Großwäscherei mit einem großen Wandrelief und in Borna das HO-Kaufhaus „Blaues Wunder“ ebenfalls mit Wandreliefs aus. Leider wurde der größte Teil ihrer baubezogenen Werke nach der deutschen Wiedervereinigung bei Baumaßnahmen abgerissen. Das große  Wandrelief konnte dank des Kulturfördervereins Schaddelmühle e.V. gerettet werden und die Reliefplatten aus dem HO-Kaufhaus können heute in Borna am EDEKA-Parkplatz bewundert werden.