Mit geländegängiger Großtechnik gegen Waldbrände in Sachsen

Sachsenforst investiert in betriebliche Waldbrandvorsorge

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Mit dem neuen Tank-Löschaufsatz für Forstspezialmaschinen investiert Sachsenforst in die geländegängige Waldbrandvorsorge im Staatswald (© Renke Coordes, Sachsenforst)

Sachsen. Sachsenforst hat am Montag ein neu beschafftes mobiles Löschsystem für Forstspezialmaschinen vorgestellt.

Mit dem 10.000 Liter fassenden Tanklöschaufsatz kann ein forstlicher Tragschlepper − auch Forwarder genannt − zum geländegängigen Tanklöschfahrzeug zur Bekämpfung von Bränden im Wald umgerüstet werden. Die Beschaffung ist Teil von diversen Investitionen in die betriebliche Waldbrandvorsorge im Staatswald. Die Maschinen und Geräte unterstützen die Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung. Mit zunehmender Waldbrandgefährdung infolge des immer schneller voranschreitenden Klimawandels rückt die Bedeutung der Waldbrandvorsorge für Forstbetriebe immer stärker in den Fokus.

Forstminister Wolfram Günther: „Die Klimakrise ist immer stärker auch in unseren Wäldern zu spüren. Gerade die Dürren und überdurchschnittlich warmen Jahre lassen das Risiko von Waldbränden steigen. Wir stellen uns darauf ein. Langfristig hilft unser Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern. Kurzfristig hilft auch die neu angeschaffte Technik wie der Tanklöschaufsatz für Forstschlepper. Damit können unsere Forstleute im Staatswald sehr früh Brände bekämpfen und ihre Ausbreitung verhindern. Das ist ein Stück Waldbrandvorsorge.“

Hohe Geländetauglichkeit und Löschwasserkapazität
Forwarder werden zum Transport von Holz von der Waldfläche zum Waldweg eingesetzt. Sie verfügen über eine hohe Geländetauglichkeit und können auch Bereiche abseits ausgebauter Waldwege befahren, welche gängige Feuerwehrfahrzeuge nicht erreichen können. Unter anderem können in Kombination mit einer Traktionshilfswinde Hangneigungen bis zu 50 Prozent gemeistert werden. Mit dem schnell installierbaren Tanklöschaufsatz wird der Forwarder zu einem vollwertigen Einsatzfahrzeug. Der 1,5 Tonnen Aluminium-Wassertank fast mit 10.000 Litern mehr Löschwasser als zwei durchschnittliche Tanklöschfahrzeuge. Die Löschwasserversorgung erfolgt über Tankanhänger für Universaltraktoren oder mobile Zisternen für die Zwischenspeicherung des Löschwassers.

Am Heck des Löschsystems ist ein Wasserwerfer verbaut, der per Funkfernsteuerung in stufenlos verstellbaren Sprühwinkeln und -mustern in alle Richtungen bis fast 50 Meter Entfernung reicht. In einem voll erschlossenen Waldgebiet kann damit grundsätzlich jeder Waldbrand erreicht werden, ohne dass Waldflächen außerhalb der Rückgassen, auf denen sich Forstspezialmaschinen ausschließlich bewegen, befahren werden müssen. Das Löschsystem kann per Tiefladeanhänger zu Einsatzorten transportiert werden.

Für die Umsetzung des Forwarders über längere Strecken ist hingegen ein Lastkraft-Tieflader erforderlich. Für das Löschsystem hat der Freistaat rund 110.000 Euro investiert, zusätzliche rund 40.000 Euro sind für die Absicherung der Löschwasserversorgung vor Ort erforderlich. Als Basisfahrzeug für das neue Löschsystem dient einer der drei Forwarder der Maschinenstation Königstein von Sachsenforst.