Landtagswahl: Führt Grimmas OBM Matthias Berger die Freien Wähler in den Landtag?

Entscheidung sei noch nicht gefallen

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Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger
Archivbild

Grimma/Sachsen. Die Freien Wähler wollen im kommenden Jahr bei der Landtagswahl in Sachsen den Sprung ins Parlament schaffen. Grimmas Oberbürgermeister (parteilos) soll dabei helfen.

Wie die Leipziger Volkszeitung berichtet, sei Berger Wunsch- Spitzenkandidat der Freien Wähler. Die FW schaffte bei den letzten Landtagswahlen 2019 mit 3,4 Prozent zwar nicht den Einzug ins Parlament, konnte ihren Stimmenanteil allerdings verdoppeln.

Berger ist seit 2001 Bürgermeister in Grimma und erlangte bundesweite Aufmerksamkeit, vorallem durch sein Krisenmanagment bei den Hochwassern 2002 und 2013. Der erfahrene Kommunalpolitiker fuhr in den letzten Kommunalwahlen regelmäßig hohe Ergebnisse ein, zuletzt wurde er mit 85,9 Prozent im Amt bestätigt. Er sitzt zudem schon viele Jahre für die Unabhänige Wählervereinigung im Kreistag. Berger gilt als Macher der kein Blatt vor den Mund nimmt. Regelmäßig kritisiert er die Bundes- aber auch Landesregierung und eckt dabei oft an.

Er selbst habe sich laut eigenen Angaben aber noch nicht entschieden. Er empfindet die Aufgabe im Landtag als reizvoll. Für ihn ist der Staat immer bürokratischer und zentralistischer geworden. Er würde nicht mehr im Sinne der Menschen handeln. Mit den Freien Wählern, sagt er gegenüber der LVZ, haben sich Menschen mit gemeinsamen politischen Zielen gefunden, welche „im Leben schon etwas geleistet haben„. Andererseits müsse die Entscheidung auch im Sinne der Familie fallen. Zudem ist Berger auch die Zukunft von Grimma wichtig. Er benötige noch Bedenkzeit. Die offizielle Nominierung des Spitzenkandidaten der FW, soll Anfang Dezember stattfinden.

Sollte sich Berger für die Spitzenkandidatur entscheiden, könnte es bereits im Wahlkreis Leipzig Land 3 zum Showdown kommen: Denn die SPD-Spitzenkandidatin Petra Köpping, die bekanntlich in der Gemeinde Grimma lebt, könnte in dem Falle auch in Grimma für die SPD als Kandidatin mit Berger um das Direktmandat buhlen. Langweilig wird die kommende Landtagswahl in jedem Fall nicht.