Muldentalkliniken legen Geburtshilfe, Gynäkologie und Pädiatrie am Standort Wurzen zusammen

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Archiv/Foto: Sören Müller

Grimma/Wurzen. Viele ahnten es bereits, nun gibt es Gewissheit. Die Muldentalkliniken machen den Kreißsaal in Grimma dicht. Vorübergehend wie es heißt.

„Wie viele Krankenhäuser in Deutschland haben auch die Muldentalkliniken mit den Folgen von steigenden Energiekosten, anhaltender Inflation, sinkender Geburtenrate und Personalmangel zu kämpfen. Hinzu kommt eine zu niedrige Bettenauslastung, die in den Muldentalkliniken derzeit bei lediglich rund 50 Prozent liegt. Um die laufenden Kosten kurzfristig zu senken und das Personal gezielt einzusetzen, wird die Gynäkologie, Geburtshilfe und Pädiatrie einstweilen am Standort Wurzen gebündelt.“, das teilten die Muldentalkliniken am Dienstag mit. 

Diese Sofortmaßnahme ist eine kurzfristige und dringend notwendige Reaktion auf die schwierige Finanzlage der Muldentalkliniken. Die Patientenversorgung ist zu jeder Zeit gesichert“, erklärte die Krankenhaus- Geschäftsführerin Julia Alexandra Schütte. Für die vorübergehende Zusammenlegung am Standort Wurzen seien demzufolge finanzielle Erwägungen ausschlaggebend.

Auch die prekäre Personallage mache diesen Schritt erforderlich. „Wir können aktuell weder finanziell noch personell aus dem Vollen schöpfen und uns zwei Geburtshilfen in unmittelbarer Nähe leisten. Wir würden gerne auf diese Sofortmaßnahme verzichten, dieser Schritt ist aber zwingend erforderlich. Mit der Zusammenlegung von Geburtshilfe, Gynäkologie und Pädiatrie in Wurzen können wir die Kosten senken, das Personal im Sinne der werdenden Mütter bestmöglich einsetzen und weiterhin ein medizinisch hochwertiges Angebot vorhalten.“ Die verantwortlichen Chefärzte Dr. Katrin Gröger und Dr. Ulrich Piskazeck unterstützen laut der Pressemitteilung die Sofortmaßnahme: „Wir sind in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung. Die vorübergehende Bündelung von Gynäkologie, Geburtshilfe und Pädiatrie an einem Standort ist angesichts der aktuellen Personallage auch aus medizinischer Sicht sinnvoll.“ Ambulante gynäkologische Eingriffe bleiben demzufolge in Grimma möglich, auch die Sprechstunde von Dr. Ulrich Piskazeck finde weiterhin am Standort Grimma statt. In Grimma freiwerdendes Pflegepersonal könne auf anderen Stationen sinnvoll eingesetzt werden, so dass dort mehr Betten belegt werden können.

Vorangegangen war die Kündigung der Beleghebammen. Außerdem steht diese Entscheidung dem Sanierungskonzept entgegen, welches eigentlich genau das Gegenteil forderte und per Kreisratsbeschluss bestätigt wurde. Andererseits hatte die neue Geschäftsführerin die Möglichkeit eingeräumt bekommen, eigene Akzente einzubringen.