Arbeiterwohnhotel soll ukrainische Flüchtlinge beherbergen

Landkreis Leipzig will Objekt in Deutzen kaufen, ein Teil soll barrierefrei gestaltet werden

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Logo: Landkreis Leipzig/Symbolbild

Deutzen/Neukieritzsch. Zur Unterbringung vornehmlich ukrainischer Kriegsflüchtlinge beabsichtigt der Landkreis Leipzig, das ehemalige Arbeiterwohnhotel in Deutzen zu erwerben.

Damit reagiert das Landratsamt auf die steigenden Zahl an Asylbewerbern, für die er Unterkünfte zur Verfügung zu stellen hat.  Dass die prognostizierten Zuweisungszahlen 2023 deutlich überschritten werden, wurde im Mai deutlich. Derzeit wird mit monatlich 180 neu ankommenden Personen (Asylbewerber und ukrainische Kriegsvertriebene) gerechnet. Der Landkreis ist seither auf der Suche nach weiteren Mietwohnungen, um diese Menschen unterzubringen. Dazu steht die Kreisverwaltung im intensiven Austausch mit den Städten und Gemeinden, allerdings sind diese Kapazitäten begrenzt.

Um auch in Notsituationen unabhängiger von Vermietern und flexibler auf schwankende Asylbewerberzahlen reagieren zu können, will der Landkreis das ehemalige Arbeiterwohnhotel in Deutzen erwerben. In dem viergeschossigen Gebäude können ca. 120 Personen, nach heutigem Stand ukrainische Kriegsvertriebene, untergebracht werden. Das Objekt ist für eine Gemeinschaftsunterkunft vom räumlichen Zuschnitt her sehr gut geeignet und hat nur einen vergleichsweise geringen Instandsetzungsaufwand. Für einige Räume im Erdgeschoss kann eine Barrierefreiheit hergestellt werden. In der Gruppe der ukrainischen Kriegsvertriebenen besteht dafür ein sehr hoher Bedarf.

Wann mit dem Einzug der Personen zu rechnen ist, steht noch nicht fest, realistisch ist das 4. Quartal 2023. Die Betreuung der Flüchtlinge vor Ort erfolgt über die Flüchtlingssozialarbeit, Sprachmittler sowie die Ansprechpartner des Kommunalen Jobcenter. Auch die Leitung der Einrichtung wird als Mittler und erster Ansprechpartner agieren. Für den Kauf des Objekts mit 3.000 m² Grundstück sind inklusive Kaufnebenkosten 630.000 Euro veranschlagt. Der Kreisausschuss wird in seiner Sitzung am Mittwoch über den geplanten Kauf beraten und abstimmen.

Hintergrund: Der Landkreis Leipzig ist als untere Unterbringungsbehörde zur Unterbringung von geflüchteten Menschen verpflichtet. Mittlerweile sind allein aus der Ukraine rund 2.600 Personen im Landkreis Leipzig zusätzlich zu den Asylsuchenden aufgenommen worden. Die Unterbringung erfolgt zentral in Gemeinschaftsunterkünfte und dezentral in Wohnungen. Aktuell verfügt der Landkreis über 10 Gemeinschaftsunterkünfte mit 1.439 Plätzen. Diese sind bereits gut ausgelastet. Deutzen wäre neben den Unterkünften in Espenhain und Regis-Breitingen das dritte Gebäude, da der Landkreis Leipzig als eigenes Gebäude für eine Gemeinschaftsunterkunft nutzt.