„Endlich können wir wieder ein offenes Haus sein“

Altenpflegeheim freut sich über Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen

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Foto: © Diakonie Leipziger Land

Grimma. Fast drei Jahre lang war das Altenpflegeheim „Hedwig Bergsträßer“ Grimma verschlossen. Neuerdings ist am Eingang ein Schild zu lesen mit der fröhlichen Aufschrift: „ab heute Tag der offenen Tür“. Drum herum Bilder von knallenden Sektkorken, Feuerwerk und ein Smiley. Das Ganze hat natürlich einen Grund:

Hintergrund ist das Ende fast aller Corona-Beschränkungen nun auch in Pflegeheimen. Nur Gäste müssen noch bis 7. April eine Maske tragen, so verlangt es des Bundes-Infektionsschutzgesetz. Aber auch für sie wird es einfacher: Sie müssen sich nicht mehr testen lassen, was ein Grimmaer, der gerade auf dem Weg zu seiner Mutter ist, erleichtert mit „Gott sei Dank“ kommentiert. Gemeinsam mit Annett Engelmann, die die Einrichtung der Diakonie Leipziger Land leitet, stößt er gern darauf an. „Dies ist eine riesige Erleichterung, ein Stück wiedergewonnene Lebensqualität und Normalität“, freut sie sich. Endlich könne man wieder ein „offenes Haus“ sein, wo es übrigens noch nie Besuchszeiten gegeben habe.

Im Foyer haben sie und ihr Team deshalb einen kleinen Sektempfang vorbereitet. An einer Wäscheleine hängen Mundschutzmasken in allen Ausführungen, die Kolleginnen und Kollegen hier nun freudig ablegen dürfen. Bei allem Verständnis für deren Schutzfunktion empfinden sie das als richtigen Schritt – jetzt, wo das Virus doch viel von seinem anfänglichen Schrecken verloren hat und das Leben draußen schon lange wieder in ziemlich geordneten Bahnen verläuft.

Die Pflegekräfte feiern mit ihrer kleinen Party auch, dass die harte Zeit mit Krankheitswellen, Quarantäne und Trauer vorbei ist – gemeinsam überstanden, dank viel Teamgeist, Extra-Einsatz und Improvisationskunst. Als im ersten Lockdown das Haus komplett verschlossen war, konnten die Angehörigen wenigstens über die Scheibe im Foyer mit ihren Verwandten in Verbindung bleiben. Es gab Gartenkonzerte und Angebote in kleinen Gruppen.

Nach drei Jahren dauerhaftem Maskentragen bei körperlich anstrengender Arbeit freut sich Pflegehelferin Ina Sturm sehr darüber, nun wieder frei atmen zu können. Gerade mit Demenzkranken und Schwerhörigen sei die Kommunikation doch erschwert gewesen: „Schön, dass sie jetzt wieder unser Gesicht sehen können.“ Im Foyer haben Betreuungsleiterin Anja Kunze und ihre Tochter Sprüche aufgehängt. Einer davon lautet sehr treffend: Das Schönste, was ein Mensch tragen kann, ist ein Lächeln.