Sanierung PH9: Selbstbestimmt und barrierefrei im Hochhaus wohnen

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Foto: Stadt Grimma

Grimma. Grimmas höchstes Wohnhaus, das PH9, wurde in den letzten zweieinhalb Jahren saniert.

Die Grimmaer Wohnungs- und Baugesellschaft mbH, ein Unternehmen der Stadt Grimma, steckte knapp 3,2 Millionen in die Modernisierung der 102 Wohnungen im Neungeschosser. Ende September 2022 wurde das seniorengerecht sanierte Hochhaus an die Mieterinnen und Mieter übergeben. Am Sonnabend, 15. Oktober wir es  am Vormittag einen „Tag der offenen Tür“ geben.

Ziel dieser Sanierung sollte die Schaffung einer 100prozentigen barrierearmen Wohnumgebung sein“, so Katrin Hentschel (mittleres Foto), Geschäftsführerin der Grimmaer Wohnungs- und Baugesellschaft mbH. Bereits im Jahr 2019 wurde im ersten Schritt eine Rampe im Außenbereich errichtet, um den Zugang zum Haus barrierefrei vorzuhalten. Ab dem Jahr 2020 erfolgte dann die komplette Umgestaltung der Wohnräume inklusive des Abrisses der Badezellen und Steigestränge.

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Wir danken den Mieterinnen und Mieter außerordentlich für ihre Geduld und das Verständnis“, so die GWB-Geschäftsführerin. Lärm und Bauschutt sind nun vergessen, denn das Endergebnis lohnte sich. Die Modernisierung sorgte für mehr Komfort vor allem für ein selbstbestimmtes Leben im Mehrgenerationenwohnhaus. Die Schwellen zu den Balkonen wurden rückgebaut, sehr große bodengleiche Duschen eingebaut und die Türen verbreitert. Die Ein- und Zweiraumwohnungen erhielten neue Böden, Bäder mit separater Heizungssteuerung und Schiebetüren, sowie einen frischen Anstrich. Einzelne Kleinstwohnungen wurden miteinander verbunden. Durch eine Orientierungshilfe heben sich die Flure farblich voneinander ab, in jedem Flur grüßt ein Spruch und ein Grimmaer Wahrzeichen als Piktogramm an der Wand. Die Gemeinschaftsräume und die Terrasse profitierten von der Frischekur. Die Gemeinschaftsbereiche wurden funktionell aufgewertet, neu möbliert und modernisiert. Ein Sonnendach spendet auf der mit robusten Sitzgelegenheiten ausgestatteten Terrasse nun Schatten. „Das PH9 ist ein gutes Musterbeispiel, welches man sich als kleine Variante gut in den ein oder anderen Ortsteil vorstellen kann“, so Oberbürgermeister Matthias Berger.

Der große Wohnblock in der Stecknadelallee 13 ist seit Wiedervereinigung ein sogenanntes Mehrgenerationenhaus. Diese besondere Wohnform gehört zu den ersten ihrer Art in ganz Deutschland. „Das Konzept hat Leuchtturmcharakter“, sagte Sozialbeigeordnete Ines Lüpfert vom Landkreis Leipzig. Seit 30 Jahren stehen hier die Bewohnerinnen und Bewohner im Mittelpunkt. Denn die Selbständigkeit der meist älteren Mieterinnen und Mieter wird im gewohnten Umfeld gestärkt und das hat absolute Priorität; Geselligkeit und Begegnung bringen Abwechslung. Damit das gelingt und es auch Angebote im Haus gibt, steht das Bildungs- und Sozialwerk Muldental als Träger für die Belange der Mieterinnen und Mieter zur Seite. So kümmerten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialvereines während der Sanierungsmaßnahmen um den kompletten Umzug innerhalb des Hauses. Der Sozialträger ist auch dafür da, dass immer etwas los ist. „Es gibt musikalische, sportliche und kreative Angebote“, weiß BSW-Geschäftsführer Christian Kamprad. „Denn alles was Spaß macht, hält jung“, fügt die angehende Kunsttherapeutin Sandra Richter hinzu.

Ein Drittel der Investitionsmaßnahme floss aus dem Förderprogramm des Freistaates Sachsen für „Seniorengerechtes Sanieren“, die restlichen Mittel stemmte die kommunale Gesellschaft. Im Jahr 1981 wurde das neunstöckige Hochhaus für kubanische Gastarbeiter errichtet. Etwa 20 Wohnungen von über 102 Einheiten sind noch frei. Wer interessiert ist und sich ein Bild vom renovierten Haus machen möchte, ist herzlich am Sonnabend, 15. Oktober in das Punkthaus eingeladen. Von 9.30 bis 12.00 Uhr findet ein Tag der offenen Tür mit Blick in Musterwohnungen statt.

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