Unsere Hände sprechen eine Sprache – Kunstkurs für Bad Lausicker und solche die es werden wollen

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Foto: Detlef Rohde

Bad Lausick. Was tun, wenn eine Rollschuhbahn nicht mehr zum rollen ist? Man bringt den Stein ins rollen. Genau das macht Ute Hartwig-Schulz derzeit in der alten Rollschuhbahn in Bad Lausick.

Mit einem vom Landkreis Leipzig geförderten Projekt will die Bildhauerin Bad Lausicker und Zuwanderer zusammenbringen. Mit einem Kunstprojekt, dass Menschen aus der ganzen Welt zusammenbringen soll, will die Künstlerin, die unter anderem auch die Vineta auf dem Störmthaler See erschaffen hat, Menschen zusammenbringen.

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Gemeinsam soll ein überdimensionaler Rollschuh entstehen, der das Markenzeichen des internationalen Begegnungszentrums des Jugendrings werden soll. Eine Zusammenarbeit mit Migranten gibt es schon etwas länger weiß Sebastian Jung, der als Projektleiter der „Alten Rollschuhbahn“ tätig ist.
„Bereits 2014 konnten wir mit Unterstützung der LPD eine Fahrradwerkstatt aufbauen, wo die Jugendlichen ihre Fahrräder reparieren können. Seit dem im Landkreis Zuwanderer aus aller Welt ankamen, konnten wir einen „Fahrradverleih“ etablieren. Im Klartext bedeutet das, dass wir über dreihundert Fahrräder aufgebaut und an die neuen Mitbürger ausgegeben haben.“

Noch bevor ich die Frage, ob das nicht riskant sei und die Fahrräder verloren seien, stellen konnte, gab Sebastian Jung Entwarnung: „Für jedes Fahrrad, das wir ausgeben, verlangen wir ein Pfand von 20 symbolischen Euro. Wenn ein Zuwanderer in einen anderen Landkreis oder eine andere Stadt zieht, bringt er das Fahrrad zurück und erhält sein Pfandgeld zurück. Bislang haben wir keine schlechte Erfahrung damit gemacht,“ so Sebastian Jung.
Als Ute Hartwig-Schulz von dem Projekt erfuhr, war sie sofort Feuer und Flamme. Schon seit 2015 unterstützt sie Menschen, die es in unsere Region verschlagen hat und versucht, ihnen ein angenehmes Ankommen zu ermöglichen. So war es für sie klar, dass sie die Arbeit im Internationalen Begegnungszentrum „Alte Rollschuhbahn“ unterstützen würde.

Das Ziel, das die Künstlerin dabei verfolgt, ist einfach aber effektiv. „Die Teilnehmer können sich untereinander kennenlernen und zudem beim Entstehen einer Skulptur selbst kreativ werden. Das große Kunstwerk macht sichtbar, dass die Begegnung verschiedener Menschen aus der ganzen Welt mit ihren kulturellen Unterschieden und den Bürgern aus der Region im gemeinsamen Handeln große Werke schaffen können,“ so Ute Hartwig-Schulz.
Die Künstlerin betont aber, dass das Projekt nur realisiert werden kann, wenn Vereine und andere Einrichtungen dabei mitwirken würden. Wer mit Zuwanderern arbeitet, sie betreut oder anderweitig in Kontakt mit ihnen steht, sollte sich nicht scheuen, an dem Kunstwerk mitzuarbeiten. Auch die Nachbarn, Bad Lausicker und die Anwohner der Dörfer sollten dazustoßen und mitmachen.

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Am Mittwoch fiel der Startschuss für das Projekt. Die Treffen finden jeweils Mittwochs von 14 bis 17 Uhr (6.9. -13.9. – 20.9. – 27.9. – 4.10. – 11.10. – 18.10. – 1.11. – 8.11.
Finnisage: 15.11.2017) statt. Treffpunkt ist die Alte Rollschuhbahn in der Glastener Str.10 in Bad Lausick. Damit niemand wegen des Reiseweges wegbleiben muss, bietet die Künstlerin einen Shuttleservice vom Bahnhof Bad Lausick an. Kontakt: Ute Hartwig-Schulz, 034385-51315. Alle Teilnehmer erhalten nach dem Abschluss des Projektes ein Zertifikat.

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