Leserbriefe: Schämen Sie sich nicht? und Lokalclowns wollen Streik – Na und?

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Naunhof. Unter der Überschrift „VENI, VIDI, FEFELLIT – NAUNHOFER STADTRAT HAT DEN KLAPPSTUHL AUSGEGRABEN“ hatten wir über die jüngsten Entwicklungen im Tarifstreit berichtet. Heute erreichten uns zwei Leserbriefe. 

Schämen Sie sich nicht?

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Jetzt haben Sie das Vertrauen und Ihre Glaubwürdigkeit uns gegenüber endgültig verspielt. Die gestrige Stadtratssitzung war wieder das beste Beispiel für Inkompetenz und Arroganz. Das war wohl an Frechheit nicht zu überbieten. Wie können Sie sich nur anmaßen mit uns mündigen Bürgern so umzuspringen? Ihnen gehören die Hände gebunden.

Diese Sitzung am 06.09.2016 übertrifft die letzte Stadtratssitzung bei weitem. Sie entfachte einen regelrechten Sturm der Enttäuschung, Wut und Fassungslosigkeit. Ihre Aufgabe, lieber Stadtrat ist es immernoch im Interesse der Bürger zu handeln und uns nicht jedes Mal ein Theaterstück vorzuführen, nachdem wir enttäuschter gehen als wir kommen.

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Eine mehr als kurzfristig angesetzte Stadtratssitzung, die als Eilsitzung deklariert war, weckte in uns hoffnungsvolle Erwartungen. Doch nun frage ich mich, was an dieser Sitzung so eilig war. Aus Mangel an Argumenten suchten Sie, lieber Stadtrat nur nach Möglichkeiten dem Streik die Rechtsgrundlage zu entziehen um die Streikbeteiligten dumm dastehen zu lassen. Wie können Sie nur von einer Rechtswidrigkeit dieses Streiks ausgehen? Zeugt das nicht eindeutig von Ahnungslosigkeit und Hilflosigkeit ihrerseits, lieber Stadtrat? Denn Sie wissen schon lange genug, dass es keinen Weg mehr zurück gibt. Meiner Meinung nach ging es Ihnen nur darum so schnell wie möglich den Spieß umzudrehen, damit Sie eine weiße Weste behalten. Sie verdrehen die Tatsachen so, dass sie in Ihren Rahmen passen und sind noch stolz drauf, den Bürgern angeblich was Gutes getan zu haben. Aber wir lassen uns nicht für dumm verkaufen. Manchmal ist es an der Zeit, seinen Standpunkt aufzugeben. Sie sehen doch, anhand der Reaktionen der Bürger, dass Sie, lieber Stadtrat schon lange nicht mehr in unserem Sinne handeln.

Und vor den Augen aller Anwesenden haben Sie zum wiederholten Male einen Beschlussantrag, der die Rettung unser aller Probleme bedeutet, ohne Diskussion abgelehnt. Warum? Sind Sie zu feige Ihre Meinung frei zu äußern und Fehler einzusehen Herr Kadyk, Herr Mahla, Herr Blankenburg, Herr Meyer, Herr Schramm, Frau Wegel, Herr Fritzsche, Herr Funke, Herr Schaller, Frau Barthel? Oder wurden Ihnen die Antworten von einem gewissen Herrn Meyer vorbestimmt? (Kurz vor der Abstimmung empfang jedes Stadtratsmitglied ein deutliches Kopfschütteln vom CDU-Politiker)

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Ohne rot zu werden haben Sie, Herr Schaller, ja wohl gestern den Vogel abgeschossen, indem Sie doch allen Ernstes die Gewerkschaft beschuldigten, sie sei feige, weil sie die Arbeitskampfmaßnahmen auf dem Rücken der Kinder austrage. Sie haben doch sicherlich von sich selbst und Ihrer Arbeit als mündiges Stadtratsmitglied gesprochen, somit werde ich Ihnen den gestrigen Ausrutscher verzeihen. Denn Einsicht ist der erste Weg zu Besserung.

Von Ihnen Herr Kinne, als stellvertretender Bürgermeister, hätte ich mehr erwartet. Sie müssen doch zugeben, die gestrige Vorstellung hat nicht gerade zu Ihrer Beliebtheit beigetragen. Sie handeln nicht im Sinne der Bürger, wenn Sie dem Bürgermeister Herrn Zocher ein Verhandlungsverbot auferlegen. Was reden Sie nur für gequirlten Mist. Hören Sie sich manchmal auch selbst reden? Sie versteckten sich auch immer wieder hinter der Aussage „Ich bin ja nicht der Bürgermeister.“ Aber wer saß denn gestern auf dem Stuhl des Bürgermeisters? Ich denke, ich spreche für alle Bürger, wenn ich sage: „Wenn Sie sich den Fragen der Bürger nicht gewachsen fühlen, dann räumen Sie Ihren Stuhl.“ Wir Bürger wollen Antworten! Wir wollen mehr Transparenz und Ehrlichkeit!

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Sie, lieber Stadtrat haben nichts aus Ihren bisherigen Fehlern gelernt. Wissen Sie eigentlich warum Sie im Stadtrat sitzen? Und was Ihre Aufgaben sind? Ich spreche vor allem diejenigen an, die zu jeden Sitzungen nur mit Ihrer Anwesenheit glänzen, aber noch nie ein Wort dazu gesagt haben.

Sehen Sie ein, dass Sie keine andere Wahl haben als die Verhandlungen endlich zuzulassen.“

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Susann L. aus Naunhof


Lokalclowns wollen Streik – Na und? (satirischer Kommentar)

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Dass der Naunhofer Stadtrat bislang nur in heimischen Gefilden seine Auftritte theatralisch zelebriert, ist den gebeutelten Bürgern der Stadt seit der Wende schmerzlich bewusst.

Während ganz Deutschland seit eben dieser Zeit regelmäßig über die Stadtvertreter lacht, traut sich Ottonormalverbraucher schon gar nicht mehr seinen Ausweis in der Öffentlichkeit zu zeigen oder gar zu sagen, er käme aus dem Provinznest an der Parthe. Doch auch die Stadträte haben dazugelernt. Während alle sparen, macht es der überwiegenden Mehrheit des Stadtrates unter Federführung eines CDU-Dinosauriers mit Mumienstatus, besonderen Spaß Gelder aus dem Fenster zu werfen, die ihm gar nicht gehören.

In Naunhof hat der Stadtrat, mit Ausnahme der Linken, immer noch nicht begriffen, dass man die Gelder verwalten und nicht verplempern soll. Munter lässt man die Stadt mit einem Streik gegen die Wand laufen. Der CDU gelingt es gleich einen Rechtsanwalt – auch der will leben – wie ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern und lehnt zusammen mit allen anderen Stadträten – außer den Linken – jedwede gütliche Regelung ab. Da wird ein vernünftiger Antrag von Micheal Eichhorn, der den Streik zumindest abgemildert und die Bürger vor größeren Schäden bewahrt hat, rigoros und ohne jedwede Begründung abgelehnt. Nein, die Mehrheit sucht die Auseinandersetzung. Man will den Streik!

Die Folgen für die Bürger werden großzügig in Kauf genommen. Irgendwie erinnert mich das an die guten alten Zeiten mit Chrustschow, auch der verstand es perfekt ein Land zu ruinieren. Gut Naunhof ist nur eine Stadt, aber man soll ja auch klein anfangen und es geht schneller!

Während sich die Linken seit über zwanzig Jahren von der kommunistischen Idee, der Betonkopfmentalität, abgewandt haben und konstruktive Vorschläge zur Streikvermeidung machen, setzen die übrigen Stadträte ihr gelerntes aus dem CDU-Workshop „Blockadeverhalten im sozialistischen Stil der SED, unter dem Tarnmantel der Demokratie“ tatkräftig in die Tat um.

Wie in einem guten Spiel wird gemauert und geblockt, verhindert und der letzte Rest Vertrauen in die Stadtzertreter zerstört. Wenn jetzt Stadtratswahlen wären, könnten die Linken ein sehr gutes Ergebnis einfahren. Noch befremdlicher wird es, wenn alle Stadträte – außer den Linken – vor einer demokratischen Abstimmung erst dem CDU-Gerold Meyer eine Erlaubnis, bettelnd wie kleine Hündchen, abverlangen, da,mit sie wie zu guten alten Zeiten ihr Kreuzchen an der richtigen Stelle machen dürfen. Gelernt ist eben gelernt und wenn Papa sagt, hau dem Bürger einen drüber, dann wird gehorcht. Widerspruch zwecklos. Ich frage mich allerdings mittlerweile immer intensiver, ob es in der politischen Parteienlandschaft nicht doch eine geringfügige Verschiebung gegeben hat. Die CDU hat sich zur SED (oder wahrscheinlich schlimmer, rechts von der CSU) entwickelt und pflegt den Dickkopf. „Näää was der will, mach ich nicht!“ Die Linken haben sich zu einer Mischung aus früherer CDU und SPD mit einem guten Sozial- und Gerechtigkeitsdenken entwickelt.

Die übrigen Stadträte (naja, so wählt man eben auf den Dörfern, schweigen wir drüber) werden nie die Hand die sie ernährt beißen und immer auf ihren eigenen Vorteil bedacht sein. Noch vor zwanzig Jahren wäre man für so einen Bockmist mit faulen Eiern aus der Stadt getrieben worden. Aber nicht in Naunhof, da wird traditionsbewusst gewählt, was immer schon gewählt wurde und Stadtrat ist man sowieso, bis der Verwesungsprozess einsetzt. Auf seine Bürger, Nachbarn, Angestellte und andere Abhängige kann man sich eben verlassen. Wenn ein Linker eine Vergangenheit hätte, wie Gerold Meyer, hätte man ihn wie die berühmte Sau durchs Dorf getrieben.

Wenn ein Patient sich in einer psychiatrischen Klinik so aufführen würde, wie es die Stadträte – außer den Linken – tun, würde er mit lauter lustigen Pillen verwöhnt. Kann ja sein, dass man genau darauf wartet. Vielleicht sollten die Stadträte ihre nächste Sitzung in Zschadraß abhalten, sich dort von den Schwestern umnebeln lassen, während in Naunhof zum Wohle des Bürgers entschieden wird. In der Tat, mit dem Stadtrat in dieser Form kann keiner zusammenarbeiten, will es nicht, außer vielleicht einiger leitenden Angestellten! Die Bevölkerung hat das Vetrauen in dieses Kasperletheater gänzlich verloren.

Detlef Rohde aus Grimma

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