Grimmaer Ruderverein für Sächsischen Integrationspreis 2018 nominiert

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Grimma. Die Nachricht kam für den Vorsitzenden des Grimmaer Rudervereins Hubertus von Below dann doch überraschend.

Anfang der Woche erhielt er eine Mail aus Dresden, in der er darum gebeten worden ist, Informationen und Fotomaterial für die Sächsische Landesregierung zur Verfügung zu stellen, da der Verein für den Integrationspreis 2018 nominiert worden sei.

Ich war schon überrascht, dass man in Dresden unsere Bemühungen wahrnimmt, die wir zur Integration von minderjährigen Zuwanderern seit Ende 2015 unternommen haben,“ sagt Hubertus von Below.

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Die ersten Kontakte gab es mit Jugendlichen aus der Unterkunft für Minderjährige (UmA) beim Bildungs- und Sozialwerk Muldental e.V. in Tanndorf. „Damals knüpfte unser 2. Vorsitzender Sepp Hoffmann, die ersten Kontakte und lud die Jugendlichen in unseren Verein ein. Unser Mitglied Wolfgang Höhne, ein pensionierter Lehrer, gab damals mit Spiel und Sport Deutschunterricht. Dazu fuhr er einmal die Woche aus der Nähe von Mutzschen nach Tanndorf. Samstags holten wir mit unserem Bus die Interessenten ab, da sie noch keine Fahrkarten für Bus und Bahn hatten, um sich frei bewegen zu können,“ erinnert sich Hubertus von Below.

Natürlich habe es auch bei den Ruderern Diskussionen gegeben, die sich allerdings um die Versicherungsfrage gedreht hatten, da man die Jugendlichen erst aufs Boot lassen konnte, wenn sie schwimmen konnten. Von den Anfangs 8 Jugendlichen seien mehrere in andere Einrichtungen in anderen Landkreisen umgezogen, so dass man sich nur noch sporadisch sehen würde, fügt Sepp Hoffmann hinzu.

Besonders glücklich schätzen sich die Mitglieder des Vereins darüber, dass es bislang in einem Fall gelungen sei, Kourosh, einem jungen Iraner, in einen Ausbildungsplatz als Tischler bei der Firma PAX in Bad Lausick zu vermitteln, der 2019 in sein zweites Ausbildungsjahr gehen wird. Hubertus von Below wirkt kämpferisch, wenn er an die bürokratischen Hürden denkt und daran, welche Kämpfe er und andere Mitglieder des Vereins in der ersten Zeit ausgestanden haben. „Die Integrationsarbeit, die derzeit läuft, ist in keinster Weise ausreichend. Integration funktioniert nicht mit ein wenig Schule und ein- bis zweimal Sport die Woche. Der Sport ist eine gute Alternative zu den staatlichen Angeboten, aber es muss mehr geschehen, dass die Menschen, die hier her kommen, auch lernen anzukommen.

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Dann lächelt der Vereinsvorsitzende und fügt hinzu, dass alleine die Nominierung für den Integrationspreis für jedes Mitglied im Verein ein großes Dankeschön für alle bisherigen und kommenden Bemühungen um die Integration zugewanderter Menschen sei.

 

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