Start Ratgeber Neuer Standort, neue IT: Was Unternehmen beim Umzug ihrer Netzwerke beachten sollten

Neuer Standort, neue IT: Was Unternehmen beim Umzug ihrer Netzwerke beachten sollten

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Symbolbild/pixabay

Grimma. Ob vom Gewerbegebiet ins nächste, vom Ortsteil in die Stadt oder in eine größere Halle: Wenn Unternehmen im Muldental umziehen, denken die meisten zuerst an Möbel, Maschinen und Lager. Die IT läuft oft nebenher mit, und genau dort entstehen in der Übergangszeit Lücken, die Angreifern das Leben leicht machen.

Wie solche Standortwechsel in der Praxis ablaufen, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Region: Der Logistikdienstleister DSV verlagert seinen Standort von Mutzschen nach Grimma, und zwar schrittweise, damit der Geschäftsbetrieb ohne größere Unterbrechungen weiterlaufen kann. Gerade dieses schrittweise Vorgehen ist für viele Betriebe der Normalfall. Wochen- oder monatelang arbeiten dann zwei Standorte parallel, und die Daten müssen zwischen beiden fließen.

Die kritische Phase: zwei Standorte, ein Netzwerk

In dieser Übergangszeit entstehen typische Schwachstellen:

  • Provisorische Lösungen: Damit die neue Halle schnell arbeitsfähig ist, wird ein Router „erst mal so“ angeschlossen, oft mit Standardpasswort und ohne Firewall-Regeln.
  • Offene Fernzugänge: Um vom neuen Standort auf den Server am alten zuzugreifen, werden Ports freigegeben oder Fernwartungsprogramme installiert und später vergessen.
  • Unübersichtliche Zugänge: Externe Umzugsfirmen, Elektriker und IT-Dienstleister bekommen Zugangsdaten, die nach dem Umzug nie wieder geändert werden.
  • Lange Lieferzeiten: Ein neuer Internetanschluss im Gewerbegebiet braucht oft Wochen. Bis dahin wird improvisiert, etwa mit mobilen Routern oder privaten Hotspots.

Gut geplant ist halb umgezogen

Wer die IT frühzeitig in die Umzugsplanung einbezieht, spart sich später Ärger. Bewährt haben sich folgende Schritte:

  • Bestandsaufnahme: Welche Geräte, Server, Kassen, Drucker und Maschinen hängen am Netz? Wer hat worauf Zugriff? Diese Liste ist die Grundlage für alles Weitere.
  • Internetanschluss früh bestellen: Am besten sobald der neue Standort feststeht, damit keine Notlösungen nötig werden.
  • Standorte sicher verbinden: Statt einzelne Ports am alten Router zu öffnen, sollten beide Standorte über eine verschlüsselte Verbindung kommunizieren. Ein Business VPN ermöglicht genau das, auch für Mitarbeiter, die in der Übergangszeit zwischen beiden Adressen pendeln oder von zu Hause arbeiten. Moderne Lösungen bieten feste IP-Adressen, sodass der Zugriff auf die Warenwirtschaft oder den Firmenserver nur über diese freigegebenen Adressen möglich ist. Die Zugriffsrechte lassen sich nach Teams vergeben, und die Zwei-Faktor-Authentisierung kann für alle verpflichtend gemacht werden.
  • Zugänge aufräumen: Nach dem Umzug alle temporären Passwörter ändern, Fernwartungszugänge schließen und Konten von Dienstleistern deaktivieren.

Vor dem Umzugstag: Daten sichern

Bevor Server und Rechner abgebaut und transportiert werden, gehört eine vollständige Datensicherung zur Pflicht, idealerweise auf einem Speicher, der nicht mit umzieht. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat auf seiner Seite „Leichter Einstieg“ für kleine und mittlere Unternehmen die Grundregeln zusammengefasst: Datensicherung, Firewall, Updates, sichere Passwörter und Zwei-Faktor-Authentisierung. Wer im eigenen Betrieb niemanden mit ausreichenden IT-Kenntnissen hat, dem empfiehlt das BSI, dauerhaft einen IT-Dienstleister zu beauftragen.

Fazit

Ein Standortwechsel ist für viele Unternehmen in der Region ein Zeichen von Wachstum. Damit der Neustart nicht mit einem Sicherheitsvorfall beginnt, sollte die IT von Anfang an Teil der Umzugsplanung sein, und nicht erst dann, wenn am neuen Standort das erste Mal das Netz fehlt.