Gedenken und Wirtschaftsdialog: Russische Delegation besucht Veranstaltung zum Tag der Befreiung in Grimma

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Gedenken in Grimma Fotos: Sören Müller

Grimma. Mit einer öffentlichen Kranzniederlegung und anschließenden Gesprächen über wirtschaftliche Perspektiven wurde am Freitag an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert. Anlass war der „Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus“, der in Sachsen seit diesem Jahr einen höheren Stellenwert als offizieller Gedenktag besitzt.

Am sogenannten „Denkmal ohne Panzer“ legten die Landtagsabgeordneten Matthias Berger (fraktionslos) und Ralf Böhme (BSW) gemeinsam mit Vertretern der Botschaft der Russischen Föderation Kränze nieder. Die Veranstaltung begann um 17 Uhr und stand unter dem Zeichen des historischen Gedenkens sowie der Mahnung zum Frieden.

Die Initiatoren der Veranstaltung Matthias Berger (fraktionslos) und Ralf Böhme (BSW)

Begleitet wurde die Zeremonie von der „AG Militärhistorik Zeithain e. V.“, die mit zwei historischen Fahrzeugen an die Ereignisse des Kriegsendes erinnerte. Etwa 120 Besucher verfolgten die Veranstaltung vor Ort.

Besondere Aufmerksamkeit erhielt die Teilnahme einer hochrangigen Delegation der russischen Botschaft. So nahmen Denis Mikerin, Erster Botschaftsrat und Leiter der Wirtschaftsabteilung, Anton Pischikow vom Handels- und Wirtschaftsbüro sowie Andrej Proskurnikow vom Büro für Kriegsgräberfürsorge und Gedenkarbeit an dem Termin teil.

Während der Gedenkveranstaltung standen ausschließlich die Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie die Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus im Mittelpunkt. Weder wurde Kritik am russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine geäußert noch spielte russische Propaganda nach Wahrnehmung von Teilnehmern und Beobachtern eine Rolle bei der Zeremonie. Die Redebeiträge und das Gedenken konzentrierten sich auf die historischen Ereignisse des 8. Mai 1945 und die Bedeutung des Tages für die Erinnerungskultur.

Delegation der russischen Botschaft

Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung fand im Husarensportpark ein nichtöffentlicher Wirtschaftsdialog zwischen Vertretern der russischen Botschaft und Akteuren der sächsischen Wirtschaft statt. Unter dem Titel „Russland – Deutschland, ein besonderes Verhältnis? Es gibt immer ein Danach!“ diskutierten die Teilnehmer über wirtschaftliche Perspektiven trotz der derzeit angespannten politischen Lage. Die Initiatoren betonten, dass der Dialog auch in schwierigen Zeiten aufrechterhalten werden müsse.